Es ist ein alter Hut: Die Medien sind schuld. Wir fassen also zusammen: Bei Eurosport läuft alles vorbildlich, aber die Berichterstattung ist unfair und fehlerhaft.
George Russell hat ein Problem, der Formel-1-Rennstall von Mercedes hat ein Luxus-Problem: Der 19-jährige Kimi Antonelli nimmt dem erfahrenen George Russell die Butter vom Brot.
Oder liegen bei manchen Eurosport-Mitarbeitern die Nerven so blank, dass sich sogar beim "Deputy Chief Editor" ein paar schon in der Grundschule vermittelte Fähigkeiten verflüchtigt haben? Gestern schrieb mir ein gewisser Herr Gernot Bauer von Eurosport in vorwurfsvollem Ton, er lese auf SPEEDWEEK.com "zunehmend falsche Informationen unser Programm und unser Team betreffend".
George Russell hat ein Problem, der Formel-1-Rennstall von Mercedes hat ein Luxus-Problem: Der 19-jährige Kimi Antonelli nimmt dem erfahrenen George Russell die Butter vom Brot.
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Es heisst zum Beispiel einleitend: "Der Umfang der TV-Übertragung von Eurosport vom Indianapolis-GP lässt eigentlich keinen Wunsch offen: Alle Trainings, alle Qualifyings und Rennen werden live gezeigt, nur während der üblichen Werbeminuten verpasst der MotoGP-Fan das Geschehen auf der Rennstrecke."
Auch unser emsiger Mitarbeiter Kay Hettich fand bei der Überprüfung des Textes keinen Fehler. Nach einer kurzen E-Mail-Antwort räumt Herr Bauer ein: "Im Artikel wird der Eindruck erweckt, es gäbe keine Free-TV Bilder aus Indianapolis. Dies ist allerdings falsch, da es Montagabend eine Wiederholung gibt. Es wäre fair gewesen, zumindest auf den Montag hinzuweisen. Ich habe nichts gegen Übertreibungen und forsche Formulierungen. Nur wenn die Faktenlage nicht stimmt, bleibt es falsch."
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Naja, im beanstandeten Artikel ging es ausschliesslich um die TV-Live-Berichterstattung von Freitag bis Sonntag. Also: Statt von Fehlern schreibt Herr Bauer plötzlich von Fairness und von einem "erweckten Eindruck". Für mich erweckt Eurosport manchmal den Eindruck, man sende am Kunden vorbei. Die Begeisterung der Fans hält sich in Grenzen. Denn der Hardcore-Fan will keine Indy-Wiederholung am Montag sehen, sondern Live-Bilder. Am liebsten im Free-TV, auch verständlich.
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Wenn Tatsachen-Berichterstattung bei Eurosport nicht willkommen ist, können wir uns künftig gerne auf die Free-TV-Hinweise beschränken. Also: ORF sport+ sendet am Sonntag ab 19.55 Uhr das MotoGP-Rennen aus Amerika live mit Co-Kommentator Michael Ranseder. Sehr empfehlenswert. Und das Schweizer Fernsehen SRF sendet die Moto2 und MotoGP-Rennen aus Indy ebenfalls live auf dem zweiten Kanal. Der Videopass von Motogp.com ist ebenfalls empfehlenswert und preiswert, die Kommentatoren Matthew Birt und Nick Harris sind ausgewiesene Experten. Und ein Livestream von BT ist auch im Internet zu finden. Wer es nicht eilig hat und geduldig warten kann, kann am Montag um 21 Uhr bei Eurosport "free to air" eine Wiederholung aus Indianapolis bewundern. Gernot Bauer behauptet, SPEEDWEEK.com habe im Zusammenhang mit dem Eurosport-Kommentatoren-Team von einem angeblichen "Chaos" berichtet und falsche Statements über die Eurosport-Produktion gemacht.
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Fakt ist: Über die Produktion von Eurosport habe ich noch nie ein Wort verloren. Wozu auch? Und das Wort "Chaos" kam in keinem Bericht vor. Dass es zu Mutmassungen und Schilderungen von persönlichen Beobachtungen kommt, wenn zwei namhafte Reporter dem Indy-GP fernbleiben und das Team seit dem Sachsenring Sprechverbot bekommen hat, liegt auf der Hand. Nachrichtensperren bergen gewisse Risiken: Wo die Nachrichten fehlen, wachsen die Gerüchte. Gernot Bauer verweist auf die Pressesprecherin Heike Gruner in München. Danke. Welche Weisheiten soll diese Dame uns verraten?
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Dass Eurosport-Pay-TV-Kunden in Österreich sauer waren, als beim Katar-GP die Übertragung nicht funktionierte, ist klar. Und wenn ich bei Eurosport ein Pay-TV-Abo kaufe und dann beim Indianapolis-GP statt Alex Hofmann und Hannes Orasche die Neulinge Stefan Nebel und Harry Weber vorgesetzt bekomme, macht sich verständlicherweise keine Begeisterung breit. Dass viele Eurosport-Zuseher ungehalten sind, ist verständlich. Unser Fazit an die Adresse von Eurosport: Jeder kehre vor seiner eigenen Tür – und sauber ist jedes Stadtquartier. Oder: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.
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Orasche: Hannes oder Johannes? A propos Orasche. Von Eurosport wurde an uns der Wunsch herangetragen, ihn künftig als Johannes zu titulieren. Na gut. Der vielseitige Kärntner Motorsport-Fachmann hat jahrelang Printartikel unter dem Namen Hannes Orasche und dem Kürzel HO ?veröffentlicht, er verwendet es immer noch, er heisst auch bei seinen ORF-Berichten Hannes Orasche. Trotzdem können wir diesem Wunsch jederzeit Folge leisten. Aber warum hiess Rudi Moser bei Eurosport jahrelang nie Rudolf? Und hat bei Siegi Heinrich schon mal jemand eine Einblendung mit der Bezeichnung Siegfried gesehen? Warum lässt Eurosport Alex statt Alexander Hofmann durchgehen? Und ist womöglich Ron die Abkürzung von Ronald?
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Wir wissen es nicht. Sicher ist, dass Eurosport letzte Woche Harry Weber als Kommentator für Indy namhaft gemacht hat. Heisst er gemäss Taufschein womöglich Harald? Hat Eurosport keine grösseren Sorgen? Oder will man von gewissen internen Problemen ablenken, die ?zumindest Gernot Bauer bisher ?unter Verwendung des Begriffs "Chaos" geschildert hat? Übrigens: Hoffentlich ist bei Eurosport-Kommentator Lenz Leberkern der Vorname mit vier Buchstaben vollständig.
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Sonst kommt womöglich jemand auf den Gedanken, der Superbike-Experte heisse in Wirklichkeit Faulenz.
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