Kaum hat Honda die CBR500R Four vorgestellt, kontert CF Moto mit der offensichtlich zeitgleich entwickelten 500SR. Mit mehr Leistung und einem in in China deutlich tieferen Preis.
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Nachdem CF Moto Anfang März erste Homologationsdaten der 500SR durchsickern ließ, folgte nun auf dem Chengdu Tianfu International Circuit (China) die offizielle Präsentation des neuen Vierzylinder-Sportlers. Mit diesem Modell zielt der chinesische Hersteller direkt auf die Nische der hochdrehenden Vierzylinder mit kleinem Hubraum, die derzeit vor allem durch Kawasaki mit der Ninja ZX-4RR und mit der neuen Honda CBR500R Four (derzeit spezifisch für den asiatischen Markt gebaut) besetzt wird.
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Das Triebwerk der CF Moto 500SR basiert auf dem im Vorjahr vorgestellten Motor der 500SR Voom, einem Sportmotorrad im Retro-Design. Für den Einbau im sportlicheren SR-Modell werden modifizierte Nockenwellen und eine optimierte Schaltmechanik verbaut. Mit einem Hubraum von 499 ccm ist das Aggregat nahezu identisch dimensioniert wie das Honda-Pendant (502 ccm), unterscheidet sich jedoch signifikant in der Auslegung. CFMoto setzt auf eine Bohrung von 63 mm bei einem Hub von lediglich 40,1 mm (Honda: 60 x 44,4 mm). Die ausgeprägte Kurzhub-Charakteristik der CF Moto ermöglicht eine höhere Nenndrehzahl und eine Spitzenleistung von 78 PS bei 12.500/min. Damit leistet die CFMoto rund 7 PS mehr als die CBR500R Four und erreicht ihr Drehzahllimit erst 1500 Touren später. Unter Ausnutzung des Ram-Air-Effekts bei hohen Geschwindigkeiten gibt der Hersteller eine kurzzeitige Spitzenleistung von bis zu 82 PS an. Noch eine Stimmlage höher singt die Kawasaki ZX-4RR: 77 PS bei 14.500/min.
Das maximale Drehmoment der CF Moto 500SR beläuft sich auf 49 Nm bei 11.000/min. Konstruktiv verzichtet CFMoto allerdings auf ein Ride-by-Wire-System und setzt stattdessen auf eine klassische mechanische Betätigung der Drosselklappen in Kombination mit einer Bosch-Einspritzung. Dies schränkt die Komplexität der Riding-Modes ein, dennoch ist eine zweistufige Traktionskontrolle an Bord. Der verbaute Quickshifter agiert nur beim Hochschalten.
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Beim Chassis setzt CF Moto auf einen Gitterrohrrahmen aus Stahl, kombiniert mit einem angeschraubten Rahmenheck aus Aluminium. Die Radführung übernimmt eine 41er USD-Gabel mit einstellbarer VFerdervorspannung. Das Zentralfederbein ist über eine Umlenkung angelenkt und lässt sich in Vorspannung und Druckstufe justieren. Ein einstellbarer Lenkungsdämpfer gehört zur Serienausstattung.
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Die vordere Bremsanlage ist für einMotorrad mit weniger als 200 kg überdurchschnittlich dimensioniert: 300er Doppelscheibe mit radial montierten Vierkolbenzangen von Nissin. Das ABS ist am Hinterrad deaktivierbar. Im chinesischen Markt wird die Maschine preislich deutlich günstiger angeboten als die Honda: CF Moto verlangt für die 500SR umgerechnet 3650 €, die Honda ist rund 2000 € teurer. Ob die CF Moto 500 SR nach Europa kommt, ist nicht sicher. Für den europäischen Markt müsste CF Moto die Euro-5+-Hürden nehmen, was insbesondere im Bereich der Geräuschemissionen bei einem derart hochdrehenden Vierzylinder ohne Ride-by-Wire eine technische Herausforderung darstellen dürfte. Dennoch zeigt die 500SR, dass CFMoto eigenständige Konzepte abseits der üblichen Reihenzweizylinder mit 270° Hubzapfenversatz auf die Strasse bringen kann.
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