Manipulation: Fernandez (Leopard) nachträglich von 6 Rennen disqualifiziert
Moto3-Pilot Adrian Fernandez wurde nachträglich von den GPs in Thailand, Brasilien, USA, Spanien, Frankreich und Katalonien disqualifiziert. Der Grund: Das Leopard-Racing-Team hat Motoren manipuliert.
Die Moto3-WM hat einen Manipulationsskandal. Das Team Leopard Racing soll bei der Honda von Adrian Ferrnandez, der derzeit WM-Dritter ist, zwei Motoren manipuliert haben. Nach den Grands Prix in Le Mans und Mugello beantragte der betreffende Motorenhersteller – in dem Fall Honda – gemäß dem Standardverfahren, die Plomben von den Motorengruppen zu entfernen, die das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hatten. Nach dem Ausbau wurden die Motoren vom Motorenhersteller inspiziert, um den Zustand der Plomben zu überprüfen. Dabei wurde festgestellt, dass sowohl die Versiegelungsdrähte als auch die Versiegelungsaufkleber an den Motoren des Bikes von Adrian Fernandez (die Motoren haben die Nummern 810 und 811) Anzeichen einer Manipulation aufwiesen.
Motor Nr. 811 wurde unter Aufsicht der Technischen Kontrolle vom Italien-GP zum nächsten Rennen in Ungarn transportiert. Am 3. Juni wurde der Motor vom Motorenhersteller zur Inspektion unter Aufsicht des Technischen Direktors geöffnet. Während dieses Vorgangs stellte der Hersteller verschiedene Anomalien fest, die darauf hindeuten, dass Motor Nr. 811 eingestellt und somit geöffnet worden war.
«Aufgrund der Feststellungen des Technischen Direktors bezüglich der Plomben und des offiziellen Berichts des Motorenherstellers wurde daher festgestellt, dass der Motor Nr. 811 ohne Genehmigung geöffnet wurde», hieß es in einem Statement der FIM. «Dies verstößt gegen Artikel 2.6.3.3 des FIM-Reglements für die Grand-Prix-Weltmeisterschaft, Moto3- Klasse ‘Motorenhaltbarkeit’, sowie gegen Artikel 3.3.2.2 (jede korrupte oder betrügerische Handlung oder jede Handlung, die den Interessen der Veranstaltungen oder des Sports schadet und von einer Person oder einer Gruppe von Personen während einer Veranstaltung begangen wird).»
Aufgrund der Schwere des Vergehens fiel die Strafe deutlich aus. Adrian Fernandez wurde von den Grands Prix in Thailand, Brasilien, USA, Spanien, Frankreich und Katalonien nachträglich disqualifiziert. Der vierte Platz von Mugello bleibt in der Wertung, da dort ein anderer Motor zum Einsatz kam.
Dies ist ein schwerer Rückschlag für den Spanier und das Team Leopard Racing. Denn Fernandez sammelte im bisherigen WM-Verlauf bereits 90 Punkte, gut genug für Rang 3 in der WM-Tabelle. Statt dem WM-Führenden Maximo Quiles und Verfolger Alvaro Carpe im Match um den Moto3-Titel zu folgen, fängt die Saison damit in Sachen WM noch einmal neu an.
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