Manager-Legende Pernat überzeugt: Assen-Sieger Ogura mit großer Zukunft!
Auch wenn Fahrerlager-Urgestein Carlo Pernat nicht mehr mit der MotoGP reist, verfolgt der bestens vernetzte Italiener weiter das Geschehen. Eine hohe Meinung hat Pernat von Japans Hoffnung Ai Ogura.
Als Sportmanager für Aprilia war Carlo Pernat unter anderem verantwortlich für den ersten Weltmeistertitel eines japanischen Fahrers auf einem italienischen Motorrad: Kazuto Sakata triumphierte 1994 auf der berühmt-berüchtigten 125er-GP-Aprilia mit Drehschieber-Einlass. Später verpflichtete Pernat auch Tetsuya Harada, einen der komplettesten Fahrer der Weltmeisterschaft zu seiner Zeit. Harada schaffte es als Werksfahrer bis in die Halbliter-Weltmeisterschaft.
SPEEDWEEK.com-Mitarbeiter Manuel Pecino nutzte die Erfahrung des Italieners, der vor seiner Laufbahn als Fahrermanager unter anderem jahrelang Rennleiter bei Aprilia war und Valentino Rossi mit dem ersten Vertrag ausstattete, um sich eine Meinung zur immer steileren Laufbahn des Noch-Aprilia-Piloten Ai Ogura einzuholen.
Carlo Pernat: «Meiner Meinung nach ähnelt Ogura eher Harada als Sakata. Sakata war eher ein Fahrer mit Höhen und Tiefen, er hatte keinen ausgeprägt starken Charakter. Harada hingegen hatte einen starken Charakter; für mich war er zu seiner Zeit einer der besten Fahrer der Welt. Ogura gefällt mir, weil er sehr intelligent und entschlossen fährt.»
Pernat, der auch schon als Präsident des FC Genua aktiv war, weiter: «Wenn du dich erinnerst: In der Vergangenheit wollte Ai Ogura nicht mit Honda in die MotoGP wechseln. Denn er hatte erkannt, dass das Motorrad nicht wettbewerbsfähig war. Und ich kann mich an keinen Fahrer erinnern, der Honda eine Absage erteilt hat – schon gar nicht als Japaner. Das lässt einen Oguras Denkweise verstehen. Neben seinem Talent hat er auch einen klaren Kopf. Er hat eine große Zukunft vor sich, ganz zu schweigen davon, dass er bereits eine großartige Gegenwart hat.»
Der 77-jährige Genuese ergänzt: «Meiner Meinung nach ist dies auch ein Sieg für Davide Brivio, einen sehr guten Fahrermanager. Zur Erinnerung: Vinales, Mir, Rins … Er ist sehr stark im Umgang mit seinen Fahrern. Bemerkenswert ist, was er mit Fernández erreicht hat – er hat ihn enorm weiterentwickelt. Raul erwähnt ihn bei jeder Gelegenheit und bedankt sich bei ihm. Auch Ogura sollte sich bei Brivio bedanken. Und ich bin überzeugt, dass Ogura in dieser Saison bis zum Schluss um den Titel mitfahren wird.»
«Auch wenn meiner Meinung nach Marquez erneut Meister werden wird, glaube ich, dass Ogura die Chance haben wird, ihm den Titel streitig zu machen. Und in dieser Hinsicht ist es paradoxerweise ein Vorteil, im Team Trackhouse zu sein. Trackhouse will keine Weiterentwicklung des Motorrads. Das Werksmotorrad wird weiterentwickelt, es verändert sich ständig oder es werden neue Dinge getestet. Ogura hat bereits gesagt, dass er das nicht will. Mit seiner japanischen Mentalität und seinem Siegeswillen ist er ein guter Außenseiter», so die Einschätzung Pernats.
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