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Moto3

Kolumne

MotoGP: Immer weniger Journalisten – was ist da los?

Die Anzahl der schreibenden GP-Berichterstatter geht deutlich zurück. Dafür gibt es vielfältige Ursachen. In erster Linie ist der Auflagenrückgang der Printmedien verantwortlich.

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So leer wie hier am frühen Nachmittag in Katar sind die Pressezentren natürlich nicht
So leer wie hier am frühen Nachmittag in Katar sind die Pressezentren natürlich nicht
Foto: Weisse
So leer wie hier am frühen Nachmittag in Katar sind die Pressezentren natürlich nicht
© Weisse

In diesem Jahr ist augenscheinlich, dass bei den MotoGP-Events weniger Journalisten und Fotografen das Media Centre bevölkern als in der Vergangenheit.

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Das hat viel mit dem weltweiten Phänomen des Niedergangs der Printmedien zu tun.

Klar, im November entstand noch einmal ein Boom beim Valencia-GP, als viele Medien den finalen Show-down zwischen Rossi, Lorenzo und Márquez live miterleben mussten. Dort mussten am Samstag und Sonntag sogar zusätzliche Arbeitstische in die Gänge des Pressezentrums gestellt werden.

In Katar war es 2016 bereits auffallend, dass rund 25 bis 30 Plätze unbesetzt blieben, während beim Saisonauftakt 2015 auf dem Losail Circuit noch jeder Stuhl und Arbeitsplatz bereits am Donnerstag hoffnungslos besetzt war. Denn es leisten sich immer weniger kleine Teams aus der Moto3 und Moto2-Klasse eigenes PR-Personal, und diese fehlenden Teammitglieder beschlagnahmen dann auch keinen Platz mehr in den Pressebüros.

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Inzwischen bleiben sogar die Berichterstatter namhafter Motorsport-Wochenzeitschriften den Rennen fern, zum Beispiel "motosprint" aus Italien und "Motorsport aktuell". MSa schickte keinen deutschsprachigen Mitarbeiter nach Argentinien und Texas. Die Redaktion ist inzwischen von der Schweiz nach Stuttgart verlegt worden, die ehemaligen Redakteure sind nur noch als Freie Mitarbeiter beschäftigt, Chefredakteur Wieland und Stellvertreter Haab sind sang- und klanglos verschwunden.

In Spanien hat die Motor Presse International das Wochenmagazin "Motociclismo" inzwischen auf zweiwöchige Erscheinungsweise umgestellt, genau gleich wurde in Frankreich mit "Moto Journal" verfahren. Bei vielen Fachmagazinen sinken die Anzeigenerlöse und die Einnnahmen aus Vertrieb und Aboverkauf, das führt zu Personalkürzungen und drastischen Kürzungen der Reisebudgets.

Ein Teufelskreis.

Denn die meisten Verlage drucken dann geringere Seitenumfänge, erhöhen aber gleichzeitig die Copy-Preise. Das wäre so, als würden in einem Restauratnt dauernd kleinere Portionen auf den Tisch gestellt, aber die Preise saftig erhöht.

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Viele namhafte Journalisten-Kollegen gehen in die Industrie oder nehmen Jobs bei Teams, Herstellern oder Sponsoren an. José Maroto, einer der profundesten spanischen GP-Berichterstatter und jahrelang für "motociclismo" unterwegs, arbeitet seit eineinhalb Jahren bei Avintia Racing und ist dort für die Kommunikation verantwortlich.

In Amerika wurde die renommierte und auflagenstarke Wochenzeitschrift "Cycle News" nach 40 Jahren eingestellt und in ein Online-Portal verwandelt. Ex-Chefredakteur Paul Carruthers, Sohn des ehemaligen 250-ccm-Weltmeisters Kel Carruthers (er gewann den Titel 1969 auf Benelli), er war auch Entdecker von Kenny Roberts, agiert jetzt als "Communications Director" bei der US-Rennserie MotoAmerica.

Wir selbst haben die 2009 gestartete Wochenzeitschrift SPEEDWEEK nach vier Jahren eingestellt, weil so ein Blatt in trefflicher Qualität heute betriebswirtschaftlich nicht mehr sinnvoll zu führen ist, viele Fans für Information nichts mehr bezahlen wollen und die gewünschte Aktualität mit einer Website besser gewährlestet werden kann.

Bei "motosprint" wurde Chefredakteur Stefano Saragoni (58) nach 35 Jahren in die Frühpension geschickt und nicht ersetzt. Sein bisheriger Sportredakteur Enrico Borghi agiert jetzt mit zwei Mitarbeitern als Blattmacher, ein neuer Chefredakteur wurde nicht bestellt. Die Redaktion könnte von Bologna nach Rom verlagert werden.

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In den letzten Jahren war "motosprint" bei den meisten Rennen mit Enrico Borghi, Marco Masetti, Giovanni Zamagni und manchmal auch mit Stefano Saragoni vertreten. In diesem Jahr erschien noch kein Redakteur bei einem MotoGP-Test oder bei einem Grand Prix. Man behilft sich mit Freelancern und Press Releases oder Audiofiles von Media Debriefs. Eine sinnvolle Hintergrundberichterstattung ist auf diese Weise natürlich schwer möglich.

"In Italien sind die TV-Übertragungen durch SKY sehr professionell. Dazu gibt es einige informative Internet-Portale. Dadurch wollen immer weniger Fans 3 Euro wöchentlich für eine motosprint-Ausgabe bezahlen", sagt Stefano Saragoni. "Die Menschen gewöhnen sich immer mehr daran, für Information nichts mehr bezahlen zu müssen."

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