Ai Ogura (Trackhouse-Aprilia): 2026 eine bessere Version seiner selbst?
Große Worte sind nicht Ai Oguras Sache. Der Moto2-Champion von 2024 blickte vor seiner zweiten MotoGP-Saison mit Trackhouse-Aprilia nüchtern auf sein Rookie-Jahr und will jetzt einiges besser machen.
Der Wechsel in die Königsklasse war für Ogura die Erfüllung eines Traums, gleichzeitig aber auch ein Sprung ins Unbekannte. «Die MotoGP hat mich in allem überrascht», sagte der Japaner zur Teampräsentation von Trackhouse-Racing, die ohne Gäste vor Ort ausschließlich online über die Bühne ging. Leistung, Bremsen und Elektronik seien deutlich komplexer gewesen als erwartet.
Interessant: Gerade weil er anfangs vieles noch nicht vollständig verstand, verlief der Saisonstart überraschend stabil. Beim Auftakt in Thailand, einer seiner Lieblingsstrecken, gelangen ihm mit Platz vier im Sprint und Rang fünf im Grand Prix zwei starke Ergebnisse. «Damals bin ich gefahren – ohne zu viel nachzudenken», erklärte der Japaner.
Die schwierigere Phase folgte später. Stürze und Verletzungen in Silverstone und Misano kosteten Ogura wertvolle Renn- und Testkilometer. In Motegi fuhr fast die gesamte Konkurrenz das Rennen – nur Ogura nicht, der pausieren musste. «Das war nichts Positives», sagte er offen. «Aber manchmal muss man so etwas erleben, um eine bessere Version von sich selbst zu werden.
Seine Saisonbilanz fiel entsprechend sachlich aus: «Akzeptabel. Nicht gut, nicht schlecht – akzeptabel.» Das Urteil verrät viel über seinen inneren Anspruch. 2025 lief er auf Rang 16 der Tabelle ein. Das Duell als bester Rookie des Jahres verlor er deutlich gegen Fermin Aldeguer (Ducati), der sogar ein Rennen gewann.
Wichtig für Oguras Entwicklung war die enge Zusammenarbeit mit Crew-Chief Giovanni Mattiarollo. Während seiner Verletzungspause stand das Trackhouse-Team Ogura zur Seite: «Ich habe viel Unterstützung von ihnen bekommen. Jetzt ist es an mir, etwas zurückzugeben.»
Mit einem Jahr MotoGP-Erfahrung, besserem Streckenverständnis und der weiterentwickelten Aprilia RS-GP sieht Ogura die Verantwortung bei sich selbst. «Aprilia hat gezeigt, dass das Motorrad siegfähig ist. Jetzt liegt es an mir.» Dabei vermied er eine Zielvorgabe und sprach davon «Bessere Resultate» erreichen zu wollen. Die neue Lackierung – inklusive der ikonischen Gulf-Farben bei ausgewählten Rennen – brachte auch den Racer aus Tokio zum Strahlen. Wichtiger aber sei für ihn die Leistung auf der Strecke.
Übrigens: Wenn Ai Ogura den Sprung aufs Podium schafft, dann würde er eine 14-jährige Durststrecke beenden – der letzte Podestplatz eines Japaners kam 2012 von Yamaha-Tester Katsuyuki Nakasuga im Chaos-Rennen von Valencia zustande. Noch länger wartet man auf einen MotoGP-Sieg, das gelang letztmals Makoto Tamada in Motegi 2004.
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