Ducati als Vorbild: Aprilia in der MotoGP vom Jäger zum Gejagten
Vier starke Fahrer, harte Arbeit in Noale und klare Bodenhaftung: Aprilia-Rennleiter Massimo Rivola erklärt, weshalb Aprilia aktuell vorne ist – und warum trotzdem niemand abhebt.
Aprilia hat sich mit vier Grand-Prix-Siegen in Folge an die Spitze der MotoGP gearbeitet. Für Rennleiter Massimo Rivola ist dieser Erfolg kein Zufall, sondern das Resultat einer klaren Strategie – und harter Arbeit auf allen Ebenen.
Ein entscheidender Faktor: die Fahreraufstellung sowie die enge Zusammenarbeit mit dem Satellitenteam Trackhouse. «Natürlich ist es ein großer Vorteil, vier schnelle Fahrer auf vier konkurrenzfähigen Motorrädern zu haben», betonte Rivola. Genau diesen Effekt habe man zuvor bei Ducati beobachtet – und daraus gelernt. «Das ist der Grund, warum ich in der Vergangenheit immer darauf hingewiesen habe, als ich acht Ducatis mit starken Fahrern gesehen habe. Das ist ein Vorteil.»
Mit vier starken Piloten könne Aprilia die Entwicklung deutlich effizienter vorantreiben. «Jetzt, wo wir vier Fahrer mit guten Bikes haben, sehen wir, dass wir uns in jeder Session weiter und weiter verbessern können», erklärte der Italiener.
Lange Arbeitstage in Noale und an den Rennstrecken
Doch Rivola macht klar: Hinter dem Erfolg steckt weit mehr als nur die richtige Fahrerwahl. Besonders die Arbeit im Werk in Noale hebt er hervor. «Es ist für mich einfach eine Belohnung zu sehen, dass sich die ganze harte Arbeit auszahlt, die in Noale geleistet wurde und jeden Tag hier geleistet wird.»
Dabei schildert der Aprilia-Rennleiter auch die oft unsichtbare Seite des Erfolgs: «Wenn man abends noch da ist, sieht man die Autos auf dem Parkplatz. Und man sieht die Leute, die später schlafen gehen als andere. Und genau das zahlt sich aus.»
Aprilia: Vom Jäger zum Gejagten. Oder doch nicht?
Trotz der aktuellen Aprilia-Dominanz will Rivola jedoch nichts von der neuen Rolle als Gejagter wissen. «Ich denke, wir haben immer noch die gleiche Rolle. Zwei gute Rennen verändern den Status von Aprilia nicht», stellte er klar. Zwar habe sich die Tabelle verändert, doch daraus dürfe man keine voreiligen Schlüsse ziehen. «Es wäre auch ein bisschen dumm, die Gesamtwertung nach zwei Rennen zu lesen – es stehen noch 40 Rennen an.»
Stattdessen setzt Aprilia weiterhin auf Kontinuität und Fokus im Tagesgeschäft. «Unsere Aufgabe ist es, nicht darauf zu schauen, sondern jeden Tag konzentriert zu arbeiten. Und ich bin sicher, wenn wir das tun, dann kommt vielleicht am Ende der Saison jemand zu mir und sagt: 'Jetzt habt ihr eine gute Chance.'»
Bis dahin bleibt die Devise unverändert: Bodenhaftung. «Wir bleiben sehr, sehr ruhig, mit beiden Füßen auf dem Boden und sehr bescheiden. Wir genießen den Moment, aber das ist alles», so Rivola.
Denn schon der nächste Renntermin wartet – und bringt neue Herausforderungen mit sich: «Am Montag stehen wir früh auf, fliegen nach Austin und konzentrieren uns voll auf das Rennwochenende. Wir wissen, dass wir dort nicht die Stärksten sind.»
Auch danach werde sich das Kräfteverhältnis weiter zeigen: «Dann geht es nach Jerez, wo alle viele Daten haben. Nach diesen beiden Rennen können wir vielleicht ein besseres Bild bekommen.» Die Botschaft ist klar: Aprilia ist aktuell in der Fahrer-, Hersteller und Teamwertung vorne – doch intern denkt man längst an die nächsten Schritte, um diese Position zu halten und parallel die Saison 2027 vorzubereiten.
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