Bulega fehlte beim MotoGP-Test: Was ihm die Ducati-Ingenieure berichteten
Beim jüngsten MotoGP-Test mit der 2027er-Ducati fehlte Testpilot Nicolo Bulega. Die inoffiziellen Zeiten der 850er beeindrucken ihn dennoch. Von Ducati erhielt er ebenfalls positive Rückmeldungen.
Wie schnell wird die MotoGP ab 2027 sein? Der jüngste Test auf dem Red Bull Ring vor zwei Wochen lieferte erste Hinweise darauf, dass die neuen 850er-Prototypen trotz reduziertem Hubraum, verbotenen Devices und limitierten Möglichkeiten bei der Aerodynamik bereits ein hohes Tempo erreichen. Die kursierenden Rundenzeiten sind allerdings nicht offiziell bestätigt.
Auch Nicolo Bulega macht seine Einschätzung ausdrücklich von deren Richtigkeit abhängig. Der Ducati-Pilot hatte auf die Teilnahme am Test in Spielberg verzichtet. Bei einem privaten Test mit der neuen Ducati in Mugello war er zuvor gestürzt. Mit Blick auf das bevorstehende Superbike-Wochenende in Cremona, bei dem er den WM-Titel vorzeitig sicherstellen konnte, wollte er seine Erholung priorisieren.
Bulega erkundigte sich nach dem Test bei Ducati
Ganz ließ ihn die Entwicklung der neuen MotoGP-Generation trotzdem nicht los. Zwar verfolgte er den Test nicht unmittelbar vor Ort, erkundigte sich anschließend aber bei Ducati nach den Eindrücken. «Ich habe ihn nicht direkt verfolgt, aber am Abend nach dem Test habe ich einige Ducati-Leute angerufen und nach Dingen gefragt, die ich wissen wollte», verriet Bulega.
Die Rückmeldungen waren positiv, auch wenn offenbar nicht für alle Beteiligten möglichst viele Runden oder eine schnelle Zeit im Mittelpunkt standen. «Sie waren ziemlich zufrieden. Einige sind nicht viel gefahren, sondern haben nur ausprobiert, wie sich die Reifen und einige andere Dinge anfühlen. Aber insgesamt waren sie zufrieden.»
Honda, Ducati und Aprilia beim 850er-Test schnell
Besonders interessant waren die inoffiziellen Rundenzeiten. Sollten sie stimmen, liegen die neuen Motorräder schon in ihrem frühen Entwicklungsstadium auf eine fliegende Runde erstaunlich nah an den aktuellen 1000ern. «Ehrlich gesagt: Wenn die Rundenzeiten stimmen – denn wir haben keine offiziellen Zeiten –, waren sie meiner Meinung nach schnell. Moreira war, glaube ich, sechs oder sieben Zehntelsekunden langsamer als im Qualifying. Das ist schon jetzt schnell», staunte Bulega.
Dieser Vergleich liefert noch keine belastbare Aussage über das Kräfteverhältnis der Hersteller oder die Leistungsfähigkeit über eine Renndistanz. Dafür fehlen neben einer offiziellen Zeitenliste auch genaue Angaben zu den jeweiligen Testbedingungen. Als erster Eindruck ist das Tempo für Bulega dennoch bemerkenswert.
Der Italiener kennt die neue Ducati bereits aus eigenen Testeinsätzen. Aus seiner Sicht verändert sich mit dem Reglementwechsel zwar einiges, das grundlegende Fahrerlebnis bleibt jedoch vertraut. «Generell ist das MotoGP-Motorrad für das kommende Jahr anders, aber auch ähnlich. Ich meine damit, dass das Chassis und die Art, wie man fährt, sehr ähnlich sind. Die größten Unterschiede sind die Reifen und der Motor. Der Motor ist etwas schwächer, aber es ist immer noch ein MotoGP-Motorrad. So langsam ist es also nicht.»
Neben der Reduzierung des Hubraums von 1000 auf 850 ccm gehört der Wechsel von Michelin zu Pirelli zu den wesentlichen Änderungen für 2027. Bulega bringt durch seine Jahre in der Supersport- und Superbike-WM viel Erfahrung mit dem italienischen Reifenhersteller mit und unterstützt Ducati bei der Entwicklung.
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