Sam Lowes nimmt Locatelli in Schutz: «Niemand hat etwas Dummes gemacht!»
Dass Andrea Locatelli nach der Kollision mit Miguel Oliveira eine Strafe erhielt, stieß bei Sam Lowes auf Ablehnung. Lowes selbst erlebte ein chaotisches Wochenende, an dem mehr möglich gewesen wäre.
Das Rennwochenende der Superbike-WM im Balaton Park wurde am Sonntag durch den schweren Sturz von BMW-Pilot Miguel Oliveira überschattet. In einer Kettenreaktion, an der auch Sam Lowes und Andrea Locatelli beteiligt waren, ging Oliveira zu Boden. Locatelli erhielt daraufhin eine Strafe, die beim Großteil der Fahrerkollegen Verwunderung auslöste.
«Er erhielt die Strafe, weil er zu aggressiv auf die Ideallinie zurückkehrte», versuchte Sam Lowes die Entscheidung der Stewards zu begründen. «Mich hat die Strafe überrascht. Doch wenn man von der Linie kam und auf die Ideallinie zurück will, wo sollen die anderen Fahrer hin? Natürlich will man auf die Ideallinie zurückkehren, weil man seine Position verteidigen möchte. Für mich war es ein Rennunfall. Die Strafe hat mich überrascht.»
Sam Lowes: «Ich war eine Pussy»
Oliveira und Locatelli waren in Kurve 6 sehr spät auf der Bremse und provozierten damit die Szene. Sam Lowes hingegen pilotierte seine Ducati auf der Ideallinie und war komplett unschuldig. «Ich war auf der Bremse eine Pussy», bemerkte der Brite in seiner gewohnt direkten Art. «Deshalb verzögerte ich rechtzeitig und fuhr eine enge Linie. Dann ging er weit und plötzlich kämpften drei Fahrer um das gleiche Stück Rennstrecke. Niemand hat etwas Dummes gemacht.»
Das Rennwochenende in Ungarn war für Sam Lowes vor allem eines: die Frage, was möglich gewesen wäre, wenn alles nach Plan verlaufen wäre. Doch schon am Samstag lief nicht alles rund. In der Superpole hatte der Brite Pech – entsprechend spiegeln die Resultate sein tatsächliches Potenzial nur bedingt wider.
Der Sonntag begann allerdings positiv. «Im Warm-up fühlte ich mich gut. Dann gab es im Superpole-Rennen den Zwischenfall. Beim Neustart hatte ich ein Problem mit dem Schalthebel, der verbogen war. Ich konnte nicht herunterschalten und hatte in einigen Schikanen den vierten Gang drin. Der Zwischenfall war unglücklich und ich hoffe, Miguel hat sich nicht allzu schwer verletzt», erklärte Lowes, der die Top-9 im Sprint verpasste und deshalb von Startplatz 11 ins zweite Hauptrennen starten musste.
Lowes staunt über Bulega und Lecuona
Aus der vierten Reihe zeigte Lowes eine ordentliche Aufholjagd und kam als Sechster ins Ziel. Wo hätte sich Lowes gesehen, wenn er aus der ersten Reihe gestartet wäre? «Die Top-2-Jungs waren erneut deutlich stärker. Das müssen wir uns anschauen und analysieren», staunte er über das Renntempo der Aruba-Piloten, die in ihrer eigenen Welt fuhren.
«Mit einem besseren Qualifying wäre es besser gelaufen. Ich war schnell genug, um im Sprint mit Baldassarri und Montella zu kämpfen. Im zweiten Hauptrennen hatte ich einige Probleme, da waren sie stärker als ich. Ich war aber schnell genug für Platz 5. Leider überhitzte ich den Vorderreifen in den ersten Runden. Das bereitete mir dann am Ende des Rennens einige Probleme», schilderte der Marc-VDS-Pilot.
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