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Exklusiv: Wieso KTM Factory Racing Angebote von über 100 Mio. € ausschlägt

Trotz lukrativer Optionen und weit fortgeschrittener Gespräche steht fest: Die Rennsportabteilung von KTM bleibt zu 100 Prozent bei den Eigentümern. Das bestätigte CEO Gottfried Neumeister exklusiv.

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Im Rahmen des MotoGP-Wochenendes auf dem Circuit de Catalunya nahe Barcelona traf SPEEDWEEK.com zu einem Gespräch mit KTM-CEO Gottfried Neumeister zusammen. Neben dem Austausch zur wichtigen Vertragsverlängerung mit Tech3-Besitzer Günther Steiner berichtete der Unternehmenschef exklusiv von einer bedeutenden strategischen Weichenstellung des Konzerns, mit wesentlichen Folgen für die Rennsportstruktur der Oberösterreicher.

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Die seit langem diskutierte Öffnung von KTM Factory Racing für Investoren ist vom Tisch. Gottfried Neumeister: «Ich kann mit Freude bestätigen, dass wir uns mit der Konzernleitung von Bajaj dazu entschieden haben, den Werksrennsport auch zukünftig in strategischer Unabhängigkeit ohne Investoren zu betreiben. Wir sind zu der Überzeugung gelangt, dass es für die Umsetzung jener ambitionierten Ziele, die wir uns auch für den Motorsport setzen, am besten ist, eigenständig und frei zu agieren.»

Diese Entscheidung war nicht unbedingt zu erwarten. Denn vieles deutete darauf hin, dass KTM einen Teil von «KTM Factory Racing» in die Hände geeigneter Investoren geben würde. In mehreren Gesprächen hatte Gottfried Neumeister SPEEDWEEK.com über die laufenden Geschehnisse informiert, seit Weihnachten 2024 hatten die Entwicklungen auf eine Öffnung für Investoren hingedeutet. «Es ist keine Neuigkeit, dass enormes Interesse von Investorenseite für einen Einstieg in das MotoGP-Projekt besteht. Durch das große Interesse hat sich der Prozess verlängert, in Phasen hatten wir bald täglich neue Anfragen.»

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Bei allen Anreizen finanziell lukrativer Partnerschaften betonte Neumeister bereits im Herbst 2025: «Es ist nicht unsere Aufgabe, auf einen Zuwachs mit fremdem Kapital zu spekulieren. Unsere Aufgabe ist es, gewinnen zu wollen – das muss an erster Stelle stehen. Es geht nicht darum, hier im Sinne eines Geschäftsmodells zu agieren.»

In Barcelona verriet der CEO weitere Hintergründe: «Wir haben uns bekanntlich sehr intensiv mit der Möglichkeit auseinandergesetzt. Dazu haben wir mit einem externen Partner, der einen fabelhaften Job gemacht hat, einen akkuraten Prozess entwickelt. Grundlage war eine wirtschaftliche Bewertung der Motorsportstruktur. Wir waren selbst beeindruckt, als wir mit einer Summe im dreistelligen Millionenbereich konfrontiert waren.»

Racing funktioniert anders: Freiheit wichtiger als kurzfristige Millionenspritze

Weiter berichtete Neumeister: «In der Folge hatten wir mehrere sehr gute Gespräche mit möglichen Investoren, die in der Linie mit dem Prozess zu einem teilweisen Verkauf waren. Ich bin sehr dankbar, dass wir diesen Weg gehen konnten und diese Chance bestand. Die Betrachtung der Investorensituation hat viel Zeit in Anspruch genommen. Nun ist unser Hauptanteilsnehmer mit uns zu der Entscheidung gekommen, trotz der Option, Millionenbeträge zu generieren, unabhängig zu bleiben.»

Das Nein an externe Geldgeber hat auch im internen KTM-Kontext einen hohen Stellenwert. Damit ist nicht nur eindeutig, dass die Verantwortlichen in Indien ohne Vorbehalte hinter KTM mitsamt der einzigartig dimensionierten Rennsportausrichtung stehen. Es ist auch ersichtlich, dass sie zufrieden sind mit dem von Neumeister umgesetzten Restrukturierungsprozess und Vertrauen haben in die wirtschaftliche Entwicklung des österreichischen Motorradherstellers.

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«Die Grundlage dafür ist, dass wir im Zuge der Restrukturierung eine erfolgreiche Kehrtwende vollzogen haben und die finanzielle Kraft besitzen, uns Werksrennsport leisten zu können», so Neumeister. «Und nicht nur leisten, sondern auch investieren können. Rennsport funktioniert nicht mit angezogener Handbremse. Da muss man auch in der Lage sein, wenn es drauf ankommt, Geld in die Hand zu nehmen. Es braucht sicher eine Kostendisziplin – aber auch etwas Großzügigkeit. All das zeigt auch: Bajaj steht nicht nur hinter KTM, sondern auch hinter dem Engagement in der MotoGP.»

Beste Nachrichten also für das Spitzenmanagement in Mattighofen und ein bedeutender Befreiungsschlag für die Mannschaft von Racing-Boss Pit Beirer. Mit der weiter bestehenden uneingeschränkten Handlungsfreiheit innerhalb des Konzerns können alle Energien für die eigentliche Mission eingesetzt werden: Rennen fahren und gewinnen. Die Zweifel, ob KTM auch zukünftig ein MotoGP-Engagement darstellen kann, sind damit auch gegenüber Promoter MotoGP Sports Entertainment Group ausgeräumt.

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