Francesco Bagnaia sucht Antworten: Im Training top, im Rennen ein Rätsel
Ein Sturz, nur Platz 8 im Sprint und viele offene Fragen: Ducati-Pilot Francesco Bagnaia sucht nach den Ursachen für sein schwieriges MotoGP-Wochenende in Brasilien.
Für Francesco Bagnaia wurde das MotoGP-Wochenende in Brasilien zu einer ernüchternden Angelegenheit. Bereits im Qualifying musste sich der Ducati-Werkspilot nach einem Sturz mit Startplatz 11 zufriedengeben, im Sprint am Samstag kam er immerhin auf Rang 8 ins Ziel. Doch der Grand Prix am Sonntag endete vorzeitig – nach einem Sturz, zu einem Zeitpunkt, als er ohnehin außerhalb der Top-10 lag.
Bagnaia suchte anschließend nach Erklärungen für seine Leistungsschwankungen, die ihn nicht zum ersten Mal beschäftigen. «Ich versuchte, das Rennen einfach nur zu beenden, kam aber zu Sturz. Es gelang mir nicht, die Bedingungen richtig zu verstehen. Es fiel mir schwer, auf dem Motorrad sitzen zu bleiben. Die Haftung war richtig schlecht», schilderte der Italiener die entscheidenden Momente seines Ausfalls.
Warum hadert Bagnaia vor allem in den Rennen?
Auffällig ist dabei vor allem der Kontrast zwischen Training und Rennen. Während Bagnaia in den Sessions regelmäßig konkurrenzfähig war, fehlte ihm im Ernstfall das nötige Gefühl. Das weckt Erinnerungen an die vergangene Saison. «Im vergangenen Jahr war es ständig so. Doch zu Saisonbeginn, bei den Tests und auch hier, abgesehen vom Rennen hatte ich immer ein gutes Gefühl. Ich muss das besser verstehen und mich steigern», grübelte der Ducati-Pilot.
Dabei gab es durchaus positive Ansätze: «Im FP2 war ich vorn, am Morgen im Warm-up war ich ebenfalls vorn. Leider machte ich gestern im Qualifying einen Fehler, doch ich war schnell. Deshalb ist es seltsam, dass ich im Rennen so stark zu kämpfen hatte.» Es überwiegt die Ratlosigkeit – auch, weil sich Parallelen zur schwierigen Vorsaison abzeichnen.
«Mehr oder weniger sieht es so aus, als ob es uns schwer fällt, das Motorrad zu verzögern und normale Kurvengeschwindigkeiten zu fahren», erklärte Bagnaia. Und ergänzte: «In den Sessions habe ich ein deutlich besseres Gefühl als im vergangenen Jahr, doch in den Rennen nicht.»
Positiv: In den Zweikämpfen stärker als 2025
Immerhin sieht der zweifache Weltmeister auch Fortschritte im direkten Duell mit Gegnern: «Im vergangenen Jahr hatte ich deutlich größere Probleme, wenn ich auf einen anderen Fahrer auflief. Wenn ich bis auf 0,6 oder 0,7 Sekunden herankam, blieb ich auch dort. Jetzt kann ich näher an Gegner heranfahren, das hilft bei den Zweikämpfen.»
Für intensive Diskussionen sorgte der Zustand der Strecke in Goiania. Am Samstag senkte sich ein Stück Asphalt ab und erforderte eine Notreparatur, am Sonntag lösten sich Teile des Belags, weshalb die Renndistanz auf zwei Drittel verkürzt wurde. Mehrere Fahrer wurden von herumfliegenden Asphaltstücken getroffen.
Bagnaia wollte sich dazu jedoch nicht weiter äußern: «Ich will nicht in diese Diskussion eintreten. Ich habe bereits mit dem normalen Fahren meine Probleme. Es ist eine neue Strecke. Doch auch in Austin gibt es viele Bodenwellen. Ich denke, dass sie die Probleme beheben werden.»
Der Blick richtet sich nun nach vorn: Beim kommenden Rennen in Austin wünscht sich Bagnaia eine Trendwende. «Ich hoffe, dass es wie im vergangenen Jahr wird, als ich dort konkurrenzfähig war. Wir versuchen, um die Positionen zu kämpfen, die unser Ziel sein sollten.»
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