Kalex überholte Honda: Rekord mit 208 Siegen in der mittleren WM-Klasse!
Der Doppelsieg beim Moto2-Rennen in Jerez war nicht nur ein Triumph für die deutsche Mannschaft von Intact-GP. Für Hersteller Kalex war es Sieg Nummer 208 – ein Rekord in der mittleren WM-Kategorie.
Als beim Spanien-GP die Zielflagge im Moto2-Rennen für Sieger Senna Agius fiel und nur Momente später die zweite Kalex von Intact-GP unter Manuel Gonzalez abgewunken wurde, da lagen sich nicht nur die Teammitglieder der einzigen GP-Mannschaft aus Deutschland in den Armen – auch im wesentlich kleineren Lager des Herstellers wurde kurz besonders laut gejubelt.
Der außergewöhnliche Auftritt des Intact-Duos war zugleich der 208. Sieg einer Kalex in der Moto2-Weltmeisterschaft. Damit hatte sich der Kreis geschlossen. Auch die erste Triumphfahrt zeigte ein deutsches Team, dazu noch mit einem deutschen Fahrer: Beim Wüsten-GP in Katar 2011 siegte Stefan Bradl auf der Kalex der Kiefer-Mannschaft. Besser noch: Im erst zweiten Jahr des Projekts gelang Monate mit eben jener Einheit auch der erste WM-Titel in der noch jungen Moto2-WM.
Im April 2026 darf sich Kalex nun als erfolgreichster Hersteller der Kategorie bezeichnen. Der Ruhm erstreckt sich dabei nicht allein auf die Moto2. Die in Jerez aufgestellte Marke von 208 Siegen schließt auch die Viertelliter-WM ein. Die war von Beginn an der Weltmeisterschaft (1949) Teil der GP-Hierarchie und bis 2009 Teil der Ausschreibung. Honda war hier erste Kraft. In den 61 Jahren gelangen 207 Siege und auch der letzte Titel ging an Honda – Hiroshi Aoyama beendete das Zweitaktkapitel. Einen bemerkenswerten Abdruck in den Geschichtsbüchern hinterließ auch Aprilia. 147-mal gewann ein Pilot auf einem Rennen aus Noale einen GP in der mittleren WM-Kategorie. Korrekt ist – Auch die 350er-WM war jahrelang unterhalb der 500er-WM installiert, erfolgreichster Hersteller in der Zeit von 1949 bis 1982 war MV Agusta. Der letzte Weltmeister kam aus Deutschland, Toni Mang.
Mit dem Ende der 250er-Kategorie verschwand auch das Konzept des komplett freien Wettbewerbs. Um die Kosten unter Kontrolle zu bringen und um die wichtige Vorstufe zur Königsklasse wieder attraktiver zu machen, einigte man sich auf Einheitsmotoren (zunächst Honda, dann Triumph) und freie Prototypen-Chassis. Eine Situation, wie geschaffen für das junge Unternehmen von Alex Baumgärtel und Klaus Hirsekorn. Die beiden Techniker und Motorrad-Freunde entwickelten ihr Geschäftsmodell rund um die neue Ausgangslage.
Die weitere (Erfolgs-)Geschichte ist mehr als bekannt. Kalex etablierte sich als klare Nummer 1 des kleinen Marktes und ist der einzige Anbieter, der von der Stunde null bis heute Teil der Moto2 ist. 13 Fahrer gewannen bislang den Titel auf einer Kalex – bei den Konstrukteuren heißt der Dauersieger seit 2013 Kalex. Während im Premierenjahr zunächst nur Sito Pons auf das Chassis-Start-up setzte, vertrauen heute 10 der 14 Moto2-Teams auf, die in Süddeutschland erdachten und hergestellten Fahrwerke.
Das Erfolgsrezept der kompakten Kalex-Struktur lässt sich an einem Beispiel festmachen. Denn neben der konstruktiven Stärke setzt Fahrerlager-Mastermind Baumgärtel in allererster Instanz auf Kundennähe. Statt sich nach dem ersten lauten Siegesschrei unter die feiernde Intact-Mannschaft zu mischen, verteilten sich alle Kalex-Mitarbeiter in die Boxen jener Kalex-Mannschaft, die es beim Jerez-GP nicht an die Spitze geschafft hatten. Alex Baumgärtel: «Wir kümmern uns um die Kunden, die uns jetzt mehr brauchen!»
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