Superbike-Star Nicolò Bulega: Vom Balaton-Hattrick zum Ducati-MotoGP-Test
Wie bei den ersten drei Superbike-Meetings glänzte Nicolò Bulega auch auf dem Balaton Park Circuit mit einem lupenreinen Hattrick. Der Überflieger fährt mit breiter Brust zum MotoGP-Test mit Ducati.
In der Superbike-WM 2026 bleibt Nicolò Bulega der Maßstab. Jede Superpole und jedes Rennen gewann der Italiener und ließ für die Konkurrenz nur die Brotkrümel übrig. Kein anderer Pilot vor ihm holte bei den ersten vier Saisonmeetings einen Hattrick – das macht zwölf Siege in Serie, saisonübergreifend sind es sogar fünf Hattricks und 16 Siege.
Dabei war der 26-Jährige für das Rennwochenende auf dem Balaton Circuit nicht sehr optimistisch, weil das Streckenlayout nicht mit seinem Fahrstil harmoniert und er seinen Aruba.it-Teamkollegen Iker Lecuona stärker eingeschätzt hatte. Die drei Rennen gewann der Italiener mit 2,5 sec, 0,8 sec und 2,6 sec Vorsprung auf den Spanier.
«Deshalb freue ich mich dieses Mal besonders», sagte der Ducati-Pilot in kleiner Journalistenrunde. «Für Iker ist Balaton wahrscheinlich eine seiner besten Rennstrecken, für mich eine der schlimmsten. Deshalb sind mir die Siege hier sehr wichtig – sie machen mich mental stärker. Im Superpole-Race erwartete ich das schwierigste Rennen, aber in der Startaufstellung schob ich das beiseite und entschied, volles Risiko zu gehen. Zweimal wäre ich fast gestürzt und rettete mein Bike mit einem schönen Save.»
Eine weitere gefährliche Situation hatte Bulega im Superpole-Race, als sich Yari Montella beim Anbremsen der ersten Kurve grob verschätzte und den Aruba-Piloten beinahe gerammt hätte.
«Zum Glück habe ich ihn gehört – er kam mit 30 km/h Überschuss angerauscht», schmunzelte Bulega. «Er gab weiter Gas und ich verstand, dass da jemand in der Kurve geradeaus fahren möchte. Also löste ich die Bremse und ließ ihn vorbeifahren. Dadurch musste ich aber eine weite Linie fahren und hatte kurz danach noch einmal Glück, als Oliveira und Locatelli vor mir stürzten.»
Ich bin glücklich.Nicolo Bulega
Der sportliche Erfolg macht den sonst verschlossenen Bulega zugänglicher und lockerer. «Derzeit erlebe ich die beste Phase meines Lebens. Ich erreiche starke Ergebnisse, auch weil ich diesem Sport alles andere unterordne. Aber ich genieße auch mein Leben abseits der Rennstrecke viel mehr als früher. Ich bin glücklich», sagte der Ducati-Werkspilot. «Jetzt werde ich aber nur ein wenig feiern, weil ich noch am Abend mit dem Auto in Richtung Mugello für einen MotoGP-Test aufbrechen werde. Derzeit fahre ich ein Superbike, aber die MotoGP ist mein Traum. Wenn ich also das MotoGP-Bike testen darf, pusht mich das für die Superbike-WM – so war es schon im vergangenen Jahr, als ich bei den letzten Meetings eingesprungen bin.»
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