Günther Steiner: «Meine Frau sagte: 'Du bist ein Idiot!'»
Tech3-Teambesitzer Günther Steiner erzählt, wie die Idee zum Einstieg in die MotoGP entstand – und verrät, wie deutlich die erste Reaktion seiner Frau auf das Projekt ausfiel.
Die MotoGP-WM geht am kommenden Wochenende mit dem Grand Prix im MotorLand Aragón weiter. Der Kampf um den WM-Titel ist spannend wie selten zuvor, die Show auf und neben der Strecke beeindruckend. Genau diese Mischung fasziniert auch Günther Steiner. Der Südtiroler hat gemeinsam mit teilweise prominenten Investoren wie Formel-1-Pilot Pierre Gasly das Red Bull Tech3-KTM-Team übernommen.
Der 61-Jährige wurde in der Formel 1 vor allem als Teamchef von Haas bekannt, zuvor war er unter anderem für Red Bull und Jaguar Racing tätig. Im Juli war Steiner auch beim MotoGP-Lauf auf dem Sachsenring vor Ort und dort ein gefragter Interviewpartner.
Wie Steiners MotoGP-Wunsch Realität wurde
Im britischen Podcast «High Performance» sprach Steiner nun darüber, wie die Idee zum Einstieg in die MotoGP überhaupt entstand. Der entscheidende Impuls kam bei seinem Besuch des US-GP in Austin 2024. «Ich habe mir die MotoGP-WM immer gerne angeschaut, hatte aber nie Zeit, ein Rennen zu besuchen», erinnerte sich Steiner.
Auf dem Rückflug begann die Idee eines eigenen Teams Gestalt anzunehmen. «Ich saß nach Austin im Flieger auf dem Heimweg und dachte, es wäre cool, so ein Team zu haben. Es ist ein Sport, der wächst und Potenzial hat. Dann habe ich mit den Leuten über eine Lizenz gesprochen. Mir wurde aber gesagt, es gibt keine Lizenz – ich müsste ein Team kaufen.»
Damit war für Steiner klar, dass er finanzielle Unterstützung benötigen würde. «Ich dachte mir: Okay, wenn ich ein Team kaufen muss, dann brauche ich Investoren. Dann habe ich mich mit einigen Leuten getroffen. Es geht darum, eine Idee zu haben – dann zeichne ich das Bild, wie es aussehen soll. Und wenn das Bild fertig ist, gilt es, das umzusetzen.»
Wenig Begeisterung innerhalb der Familie
Nicht jeder in Steiners Umfeld war von seinem neuen Projekt sofort begeistert. Besonders deutlich fiel die Reaktion seiner Frau aus. «Meine Frau sagte zu mir: 'Du bist ein Idiot!' Das war ihre unverblümte Reaktion», erzählte der Südtiroler lachend.
Die Skepsis hatte einen einfachen Grund. «Sie sagte: 'Warum machst du das? Du hast die vergangenen Jahre so hart gearbeitet.' Und sie sagt immer noch: 'Warum tust du all das?' Aber ich muss einfach etwas tun. Ich kann nicht ruhig sitzen – das ist sehr schwer für mich! Ich will es einfach tun, obwohl ich es nicht tun müsste.»
Inzwischen ist aus der Idee Realität geworden – und Steiner hat bei Tech3 genügend Aufgaben vor sich. Zunächst muss geklärt werden, ob Stammfahrer Maverick Vinales im MotorLand Aragón wieder antreten kann oder ob erneut Testfahrer Pol Espargaro einspringen muss.
Auch die Fahrerpaarung für die MotoGP-Saison 2027 dürfte zeitnah zum Thema werden. Als aussichtsreiche Kandidaten gelten der Australier Senna Agius und Valentino Rossis Halbbruder Luca Marini.
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