Senna Agius über Idol Casey Stoner: «Wenn er etwas sagt, ist es Gold wert»
Senna Agius hat mit Casey Stoner nicht nur ein großes Vorbild, sondern auch einen wertvollen Ratgeber. Der Moto2-Pilot erklärt, was ihn am zweimaligen MotoGP-Weltmeister beeindruckt.
Senna Agius gehört zu den aufstrebenden Talenten im australischen Motorradsport und wird 2027 in die MotoGP aufsteigen. Auf die Frage, welcher Fahrer ihn besonders geprägt hat, muss der Moto2-Pilot nicht lange überlegen. Sein großes Idol ist Landsmann Casey Stoner – und das nicht nur wegen dessen außergewöhnlicher Fähigkeiten auf dem Motorrad.
«Ja, Casey ist mein Vorbild. Vor allem wegen seiner Persönlichkeit», antwortete Agius im exklusiven Gespräch mit SPEEDWEEK.com auf die Frage nach seinem Idol. Gerade Stoners eigenwilliger Umgang mit dem MotoGP-Zirkus beeindruckt den jungen Australier.
«Manche sagen, er sei ein besonderer Charakter gewesen. Ob es richtig war, aus den Gründen zurückzutreten, aus denen er es getan hat, ist allein seine Entscheidung. Ich respektiere seine Einstellung sehr», erklärte Agius.
Wie Stoner bei Agius einen bleibenden Eindruck hinterließ
Stoner beendete seine MotoGP-Karriere Ende 2012 im Alter von nur 27 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits zwei WM-Titel gewonnen. Besonders Stoners erster Triumph hat bei Agius Eindruck hinterlassen. 2007 wechselte der Australier zu Ducati und wurde auf Anhieb Weltmeister.
«Ich habe großen Respekt davor, wie er damals zu Ducati gewechselt ist. Er hat ein Projekt zum WM-Titel geführt, das eigentlich nicht konkurrenzfähig sein sollte – und für die andere Seite der Garage auch nicht war. Trotzdem wurde er Weltmeister», schwärmte Agius. «Das zeigt eine unglaubliche mentale Stärke und außergewöhnliches fahrerisches Können. Casey ist für mich eine große Referenz und mein großes Idol.»
Inzwischen kennt Agius sein Vorbild persönlich. Eine zusätzliche Verbindung besteht über seinen Manager und Mentor Chaz Davies, der mit Stoner eng befreundet ist. Agius hatte den zweimaligen MotoGP-Weltmeister allerdings bereits kennengelernt, bevor Davies eine größere Rolle in seiner Karriere übernahm.
«Ich habe Casey kennengelernt und kannte ihn sogar schon ein wenig, bevor ich enger mit Chaz zusammengearbeitet habe. Seitdem kenne ich ihn natürlich etwas besser», berichtete der Moto2-Pilot. Von einer engen Freundschaft möchte Agius dennoch nicht sprechen. «Wenn Casey nach Europa kommt und wir uns an der Rennstrecke sehen, unterhalten wir uns ein bisschen.»
Wenige Worte, doch was Stoner sagt, hat Gewicht
Mehr Zeit miteinander verbrachten die beiden Australier in ihrer Heimat. «Vor allem in Phillip Island beim Event vor dem Grand Prix haben wir ein paar Stunden miteinander verbracht», verriet Agius.
Dabei lernte er eine Eigenschaft seines Idols besonders zu schätzen: Stoner beobachtet viel, hält sich mit seinen Einschätzungen aber zurück. Gerade deshalb haben dessen Aussagen für Agius besonderes Gewicht.
«Er beobachtet alles ganz genau. Er ist niemand, der ständig sagt, was er denkt. Aber wenn er etwas sagt, dann ist das Gold wert», unterstrich der Australier. «Seine Kommentare, Empfehlungen und Tipps sind unglaublich wertvoll.»
Agius schätzt dabei besonders, dass Stoner seine Ratschläge gezielt einsetzt. «Ich habe das Gefühl, Casey ist jemand, der immer alles beobachtet, aber sehr sorgfältig auswählt, wann er etwas sagt. Und genau deshalb ist jede Rückmeldung von ihm etwas Besonderes.»
Aus dem Idol, das Agius einst aus der Ferne bewunderte, ist damit inzwischen auch ein gelegentlicher Ratgeber geworden. Und wenn Stoner das Wort ergreift, hört der junge Australier ganz genau hin.
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