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Die MotoGP startet 2027 auf den Straßen von Adelaide, oder doch nicht?

Das Projekt ist gewagt und doch beschlossene Sache: Erstmals in der Geschichte der MotoGP soll es 2027 auf einem Stadtkurs um den Sieg gehen. Doch der Widerstand gegen den Adelaide-GP wächst.

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Debatten um Rennstrecken und Termine gehören zum Tagesgeschäft der MotoGP. Seit langem für großes Aufsehen sorgt die Diskussion um die Verlegung des Australien-GP von Phillip Island nach Adelaide. Auf der einen Seite Kopfschütteln für den Weggang von einer ikonischen Rennsportstätte. Würde man das Event auf den sportlichen Wert reduzieren, hat die Eliminierung des Insel-GP eine vergleichbare Botschaft, als würde man in Wimbledon keine Tennis-Grand-Slam-Turniere mehr spielen.

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Doch die Entscheidung ist längst gefallen. Ein MotoGP-Event, das am Renntag aufgrund der Gesamtlage keine 100.000 Fans unterbringen kann, passt nicht mehr ins Bild der modernen MotoGP. Over and out, so der unmissverständliche Funkspruch der Vermarktungsstrategen.

Kommerz versus Umwelt

Missmut auch auf der anderen Seite, in Adelaide. Denn in der Metropole, die im Herbst 2027 erstmals seit 1995 wieder Gastgeber eines Grand Prix sein wird (danach wanderte die vierrädrige F1-Königsklasse nach Melbourne und damit in einen anderen Bundestaat ab), ist die Zündschnur in Sachen Kommerz versus Umwelt sehr kurz.

So ist die vermeintlich harmlose Erweiterung eines Golfplatzes am Rand von Adelaide eskaliert. Als das Ausmaß der Eingriffe in die Natur klar wurde, vervielfachte sich der Widerstand im Rekordtempo. Der Vorgang ist längst vor Gericht, mit einer Einigung im Sinne der Investoren ist vorerst nicht zu rechnen.

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Was das mit der MotoGP zu tun hat? Der Adelaide Parklands Streets Circuit ist, wie der Name verrät, eine Straßenrennstrecke, die zu einem großen Teil durch eine Parklandschaft führt. Der kühne Plan der Promoter in Adelaide, den Straßenkurs zu einer MotoGP-Strecke umzugestalten, stieß auf ein riesiges Interesse bei der MotoGP selbst.

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Zu verlockend ist die Aussicht auf ein Spektakel mit mehreren hunderttausend Fans und Zaungästen – denn nur so, das Verständnis auch des neuen Mehrheitseigentümers Liberty Media, kann die MotoGP die Erfolgsspur der Formel 1 nachziehen. Aus Management-Sicht – Bingo. Aus der Perspektive der grünen Adelaide-Community der Overkill. Denn: Um den Street Circuit für eine FIM-Homologation zurechzutrimmen, müssen die Motorsägen angeworfen werden. Alter Baumbestand muss weichen, wenn Marquez, Bezzecchi und Co. enthemmt einbiegen sollen.

Die Verträge für die MotoGP in Australien mit dem Debüt in rund 15 Monaten sind unterschrieben. Die Bälle sind im Spiel, bis hin zur bereits freigeschalteten Ticket-Webseite ist die Maschinerie rund um das Großprojekt im Beschleunigungsmodus. Doch gleiches gilt für die Widerstandsbewegung, die sich gegen die Pläne stemmt. Von einer politisch relevanten Petition mit über 50.000 Unterschriften über ein offizielles Schreiben an den maßgeblichen FIM-Verband in der Schweiz bis hin zum Protestsong wurden (noch) friedliche Nachrichten übermittelt.

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Kommt es zu einem Rechtsstreit, gerät der Adelaide-GP in Gefahr

Noch scheint das Projekt auf der Ebene der MotoGP unter Kontrolle zu sein. Sollten sich die Fronten zwischen Aktivisten und MotoGP in der nächsten Phase verhärten statt aufweichen und ein Rechtsstreit zu den Modifikationen des Street Circuits ausbrechen, dann dürfte das Projekt «MotoGP in Adelaide» für 2027 ernsthaft in Gefahr sein.

Einen fertigen Plan B gibt es nicht. Ein Rückzug nach Phillip Island wird kategorisch ausgeschlossen. Denkbar wäre ein Schwenk zur noch jungen Rennstrecke «The Bend», ebenfalls im Süden des Kontingents. Der permanente Kurs könnte als Kompromiss herhalten. Doch von offizieller Seite bleiben Ausweichpläne bis auf Weiteres in der Schublade. Die Premiere der MotoGP auf dem Parklands Street Circuit von Adelaide mit einem revolutionären Konzept bleibt das klare Ziel.

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