Katar-GP: Hiebe und Gefängnis für Schwule?
Durch das Outing von Fussballstar Thomas Hitzlsperger (31) ist eine Diskussion in Gang gekommen. Man sollte sie auch im Motorsport führen.
Seit sich der ehemalige deutsche Fussballnationalspieler Thomas Hitzlsperger – erst nach Beendigung seiner Karriere – zu seiner Homosexualität bekannt hat, wird quer durch alle Sportarten über mehr Toleranz gegenüber Menschen mit schwulen oder lesbischen Neigungen diskutiert.
Von den Motorsportbehörden aller Disziplinen ist davon bisher wenig zu hören. Eigentlich gar nichts.
Aber ein Statement von FIFA-Präsident Sepp Blatter spricht Bände. "Wer sich in Ländern wie Katar aufhält, sollte für die Dauer seines Aufenthalts auf sexuelle Aktivitäten verzichten", stammelte der oberste Fussballchef kürzlich in ein Mikrofon. Da wird das Pferd von hinten aufgezäumt.
Natürlich soll sich der Sport aus der Politik heraushalten. Aber im 21. Jahrhundert sollte niemand mehr auf Grund von sexuellen Vorlieben diskriminiert oder gar bestraft werden.
Wenn ich höre, dass in Katar jeder fünf Jahre ins Gefängnis gesperrt und mit 90 Peitschenhieben bestraft wird, der bei einer homosexuellen Handlung ertappt wird, kommt mir das Gruseln. Dann darf man sich seine Gedanken über die mittelalterlichen Gesetze solcher Staaten machen. Von der Unterdrückung der Frauen ganz zu schweigen.
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Übrigens: Am 23. März findet der Motorrad-GP-Auftakt in Doha/Katar statt.
Man darf davon ausgehen, dass in Bahrain und Abu Dhabi, wo Formel-1-Rennen stattfinden, ähnliche Zustände und Gesetze wie in Katar herrschen.
In der ARD-Talksendung "Beckmann" wird heute um 23.15 Uhr mit Hinblick auf die Olympischen Spiele über den Schwulenhass in Russland diskutiert.
DTM und Superbike-WM treten trotz allem ungerührt auf dem "Moscow Raceway" auf. Das Geschäft steht im Vordergrund, auf Minderheiten wird keine Rücksicht genommen.
Daran wird sich so rasch nichts ändern.
Der österreichische Skistar Hermann Maier verzichtet auf einen Besuch der Spiele in Sotschi. "Ich will ein Zeichen setzen", sagt er mit Hinblick auf die Diskriminierung der gleichgeschlechtlichen Liebe in Russland.
Vielleicht sollten sich auch gestandene Rennfahrer wie Rossi, Lorenzo und Co. im Rahmen des Katar-GP zu einem Statement hinreissen lassen.
Aber ich fürchte, das wird nicht passieren. Den meisten Menschen ist das Thema irgendwie zu peinlich. Daran wird auch das Outing von Hitzelsperger nichts ändern.
Wenn jemand den Schwulen Sympathie entgegen bringt, ziehen gewisse Kreise sofort falsche Schlüsse daraus. Jeder Sympathisant fühlt sich zu Statements wie "Ich bin verheiratet" oder "Ich habe eine Freundin" veranlasst.
Allein die Notwendigkeit solcher Beteuerungen ist schlimm genug. So etwas sollte man sich heute sparen können.
Hermann Maier ist wohl über solche Zweifel erhaben. Nicht nur, weil er gerade Vater von Zwillingen geworden ist.
So sehen die MotoGP-Teams für 2014 aus:
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