Maverick Vinales in der Sackgasse: Sportlich Letzter, verbal kämpferisch
Sportlich läuft für Maverick Vinales derzeit kaum etwas zusammen. Nach Platz 19 im Sprint sprach der KTM-Pilot über seine Probleme – und bekräftigte seinen Wunsch, mit dem Thema KTM abzuschließen.
Für Maverick Vinales entwickelt sich die laufende MotoGP-Saison immer mehr zu einer Enttäuschung. Der Tech3-KTM-Pilot fand auch am Samstag auf dem Sachsenring kein Mittel gegen seine anhaltenden Probleme.
Während Vinales zuletzt
Zweifel im Paddock: Ist Vinales tatsächlich fit genug?
Auch nach dem Sprint drehte sich zunächst alles um die Probleme auf der Strecke. Vinales sieht die Ursache eindeutig im mangelnden Vertrauen zur Front seiner KTM. «Ich kämpfe mehr mit dem Motorrad als körperlich. Wir müssen das verstehen und weiterarbeiten. Die Saison ist wegen eines Rennens noch nicht vorbei. Es ist wichtig, dem Team gutes Feedback zu geben», erklärte er.
Besonders mit neuen Reifen fehle ihm das nötige Gefühl für das Vorderrad. «Ich habe extrem wenig Grip an der Front. Vor allem mit neuen Reifen ist das Gefühl überhaupt nicht da. Das Motorrad lenkt nicht ein, ich komme immer weiter nach außen. Ich habe ständig das Gefühl, dass das Vorderrad einklappen könnte. So ist es wirklich schwierig zu fahren, weil ich keine Kurvengeschwindigkeit mitnehmen kann. Deshalb bin ich einfach sehr langsam.»
Für den massiven Rückstand im Sprint macht Vinales Fahrfehler verantwortlich. «Ich bremste sehr spät, verpasste dadurch zwei oder drei Kurven und war einmal sogar kurz davor, von der Strecke abzukommen. Wir haben verschiedene Dinge ausprobiert, um das Motorrad zu verbessern, aber am Ende hatte ich immer das gleiche Untersteuern. Egal was ich versuche, ich bekomme das Motorrad nicht zum Einlenken.»
Interessanterweise sieht Vinales die Ursache nicht in seiner körperlichen Verfassung. «In den Kurven, in denen ich nur bremsen und wieder ans Gas gehen muss, bin ich auf dem Niveau der anderen. Das Problem entsteht dort, wo ich Kurvengeschwindigkeit mitnehmen muss. An diesen Stellen drückt es mich immer weiter nach außen und ich verliere enorm viel Zeit.»
Auffällig ist für Vinales außerdem, dass sich das Verhalten der KTM mit zunehmendem Grip auf der Strecke verschlechtert. «Mein Gefühl ist, dass das Motorrad umso schlechter funktioniert, je mehr Grip die Strecke bekommt. Wir versuchen zu verstehen, warum das so ist. Im Sprint hatte ich starkes Chattering und konnte das Motorrad kaum kontrollieren. Bergab fiel es mir extrem schwer, den Gasgriff voll geöffnet zu lassen.»
Vinales bleibt stur: «Muss mit niemandem reden»
Abseits der Strecke bleibt das Verhältnis zu KTM angespannt. Nachdem Motorsportchef Pit Beirer erklärt hatte, mit Vinales sprechen zu wollen, um die jüngsten Missverständnisse auszuräumen, zeigte der Spanier wenig Interesse an einem klärenden Gespräch. «Nein. Ehrlich gesagt muss ich mit niemandem reden», sagte Vinales.
«Ich möchte dieses Kapitel einfach abschließen. Ich habe verstanden, dass ich aus der MotoGP raus bin. Jetzt möchte ich nach vorne schauen, nach der Sommerpause so stark wie möglich zurückkommen und die letzten Rennen genießen. Mein Ziel ist es, wieder mein altes Niveau zu erreichen. Dafür muss ich mit niemandem über irgendetwas sprechen», erklärte Vinales.
Diese Aussage dürfte die Spekulationen über seine Zukunft weiter anheizen. Sportlich allerdings braucht Vinales derzeit dringend Antworten, um sich für einen Platz zu empfehlen.
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