Sachsenring, Sprint: Ducati-Dreifacherfolg mit Rekord-Sieger Marc Marquez
Mit drei Ducati-Piloten an der Spitze und ohne Marco Bezzecchi ging es in den Sachsenring-Sprint. MotoGP-Champion Marc Marquez kontrollierte die Gegner und ist nun der erfolgreichste Sprinter.
Die große Schlagzeile vor dem elften MotoGP-Sprint 2026 war weniger die 77. Pole-Position von Weltmeister Marc Marquez als der verheerende Crash von Aprilia-Werkfahrer Marco Bezzecchi. Während sich die Athleten der Königsklasse auf das kurze 15-Runden-Rennen vorbereiteten, befand sich Bezzecchi bereits auf dem Weg nach Italien. Am morgigen Sonntag soll das zertrümmerte linke Schlüsselbein von «Bez» operiert werden.
Zurück in die Startaufstellung an den Sachsenring. Die erste Startreihe war mit drei Ducati-Piloten belegt. Neben Marc Marquez brachte sich Bruder Alex in Position, daneben Fabio Di Giannantonio. Der VR46-Racing-Pilot hatte nun die Chance, sich in der WM von Position 3 aus noch weiter nach vorne zu bringen. Mit dem Aus von Bezzecchi und dem schlechten Qualifying von Jorge Martin ist die WM vor den beiden Rennen in Sachsen wieder komplett offen.
Gut positioniert hatten sich dagegen die Trackhouse-Aprilia-Piloten. Platz 4 und 5 für Fernandez und Ogura. Überrascht hatte Yamaha-Pilot Fabio Quartararo mit der sechsten Zeit, der Franzose hatte sich erst durchs Q1 ins Spiel gebracht. Erst in Reihe 3 bereiteten sich Jorge Martin und KTM-Ass auf den Sprint vor. Pecco Bagnaia steht in Deutschland sogar nur auf der zehnten Position.
Die Rahmenbedingungen vor dem Sprint hätten nicht besser sein können. Die Piloten gingen bei 24 Grad in der Luft und leichter Bewölkung in die Aufwärmrunde. Die Tribünen rund um den Traditionskurs zeigten sich schon jetzt nahezu lückenlos gefüllt. Sicher vor dem Start war: Mit 16 Punkten Polster würde Jorge Martin auch in den GP als Spitzenreiter gehen. Die große Frage dagegen – wie viele Punkte bleiben nach dem Sprint übrig?
Trotz eines Rutschers an der Startmarke gelang es Marc Marquez, den Sprint zur ersten Kurve zu gewinnen. Dahinter bog Alex Marquez ab, vor Ai Ogura, der aber noch in Runde 1 von Fabio Di Giannantonio zurücküberholt wurde. Damit lagen wieder drei Ducatis in Führung. Dahinter – drei Aprilia mit den Trackhouse-Bikes und dem gut gestarteten Jorge Martin. Bagnaia war auf Platz 7 vorgekommen, Quartararo auf 8 vor Pedro Acosta zurückgefallen.
Schnell sah es nach einer Flucht von Marc Marquez aus, doch in Runde 3 zogen sich Alex Marquez und «Diggia» wieder an den Champion heran. Ai Ogura folgte mit einer halben Sekunde auf Rang 4. In der Eingangsrunde 5 hatten sich die Top 4 wieder zusammengefunden und auch Raul Fernandez kam der Spitze wieder näher. Acosta hatte sich derweil Yamaha-Pilot Quartararo geholt und war nun Achter mit 2,8 Sekunden Rückstand auf Marc Marquez.
In Runde 6 reagiert der Weltmeister. «AM73» und «Diggia» zogen mit, doch die Lücke zu P4 und Ogura ging wieder um eine halbe Sekunde auf. Dahinter kam Martin unter Druck von Pecco Bagnaia. Ganz am Ende des Felds – Maverick Viñales. Zur Halbzeit kreiste der Spanier schon 15 Sekunden hinter der Spitze und hinter Razgatlioglu und Crutchlow. In Runde 9 zog Marc Marquez das Tempo an. Der Vorsprung auf seinen Bruder betrug nun 0,4 sec, auf Fabio Di Giannantonio eine Sekunde. Bemerkenswert die Fahrt von Rookie Diogo Moreira, der auf Platz 10 als bester Honda-Pilot fuhr.
Im letzten Drittel des Sachsen-Sprints wollte es Gresini-Pilot Alex Marquez noch einmal wissen. «AM73» halbiert den Vorsprung und war damit wieder in Schlagdistanz. Alex, der bereits zwei heftige Stürze mit Verletzungen zu verdauen hatte, zeigte keine Schwäche und fuhr wieder bis ans Hinterrad des ikonischen Bruders.
Auch Di Giannantonio wurde wieder schneller. Zwei Runden vor der Flagge lagen die Top 3 wieder innerhalb von 0,7 s. Fabio Di Giannantoni, der im Finale die schnellste Runde drehte, war nun an Alex Marquez dran. Marc Marquez dagegen kontrollierte den Sprint und ließ weder dem Bruder noch dem WM-Dritten eine Chance. Marc Marquez fuhr 0,368 s vor Alex und 0,813 s vor «Diggia» über den Zielstrich. Mit 19 Siegen im Sprint ist Marquez damit nun auch der erfolgreichste Pilot über die kurze Distanz.
Das Trackhouse-Duo folgte mit Ogura (4.) und Fernandez (5.). Jorge Martin schaffte Platz 6, hatte im Ziel aber sechs Sekunden Rückstand auf den Sieger. Bagnaia verteidigte Platz 7 vor Pedro Acosta – Quartararo sicherte sich als Neunter den letzten Punkt. Moreia blieb bester Honda-Vertreter – Position 10. Rookie Nummer 2, Toprak, kam als 17. Nur knapp vor Veteran Cal Crutchlow ins Ziel.
In der WM-Tabelle rückte Di Giannantonio nun bis auf zwei Punkte an Position 2 heran. Marc Marquez ist weiter Fünfter. Sein Rückstand auf WM-Leader Martin schrumpfte auf 31 Zähler.
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