Marc Marquez nach Bezzecchi-Crash: «Karma existiert nicht!»
Sprintsieger Marc Marquez äußerte sich nach einem für ihn perfekten Samstag kritisch zu den Kiesbetten am Sachsenring. Zudem kommentierte er den Sturz von Aprilia-Pilot Marco Bezzecchi.
Mit Pole-Position, Rundenrekord und dem Sieg im Sprint erlebte Marc Marquez auf dem Sachsenring einen perfekten Samstag. Der Ducati-Werkspilot
Besonders stolz war Marquez auf den Rundenrekord, den er Fabio di Giannantonio abnahm. Im Fahrerlager scherzte er anschließend sogar mit dem VR46-Piloten über die Bestmarke. «Vergangenes Jahr ist Fabio im Training eine unglaubliche Runde gefahren. Auf dieser Strecke wollte ich den Rundenrekord unbedingt haben», erklärte Marquez. Gleichzeitig rechnet er damit, dass die Bestmarke mit Einführung der 850er-Motorräder im kommenden Jahr ohnehin nicht von Dauer sein wird. «Ich glaube, dass wir hier mit den 850ern Rundenzeiten im Bereich von 1:18 Minuten sehen werden.»
Marc: Bruder Alex wäre ohne den Barcelona-Crash der WM-Leader
Im Sprint selbst musste sich Marquez vor allem gegen seinen Bruder Alex behaupten. Der Gresini-Pilot machte in den Schlussrunden noch einmal Boden gut, konnte den Angriff auf den Sieg aber nicht mehr starten. «Alex hat sehr hart gepusht. Ich habe gesehen, wie nah er am Ende noch gekommen ist. Ich habe versucht, ein konstantes Renntempo zu fahren. Trotzdem konnte er in der letzten Runde noch aufschließen», schilderte Marc im Parc Fermé. Mit Blick auf den Grand Prix ergänzte er: «Ich bin gespannt, ob wir uns das Rennen mit dem Medium-Reifen besser einteilen können. Ich hoffe auf das gleiche Resultat.»
Für Marc Marquez war der zweite Platz seines Bruders mehr als nur ein weiteres starkes Ergebnis. Nachdem Alex Marquez nach seinem schweren Sturz in Barcelona die Rennen in Mugello, Balaton Park und Brünn verpasst hatte, präsentierte er sich bereits in Assen wieder in Bestform.
«Ich bin sehr glücklich, meinen Bruder wieder so fahren zu sehen, wie er fahren kann», betonte Marc. «Ich glaube, dass Alex heute WM-Leader wäre, wenn es den Zwischenfall in Katalonien nicht gegeben hätte – und das war nicht sein Fehler. Das hat er in Assen und heute erneut gezeigt. Er gehört in diesem Jahr zu den schnellsten Fahrern im Feld. Ich hatte einfach Glück, dass er drei Rennen verpasst hat.»
Marquez zu Bezzecchi-Crash: «Karma existiert nicht»
Überschattet wurde das Qualifying vom schweren Sturz von Aprilia-Pilot Marco Bezzecchi, der sich im Kiesbett verletzte. Im Zusammenhang mit dem Unfall wurde Marquez auf den Begriff «Karma» angesprochen, nachdem dieser in den sozialen Medien erneut diskutiert wurde.
Der Ducati-Star konnte mit dieser Sichtweise wenig anfangen. «Seit 2015 lese ich ständig das Wort Karma – und danach habe ich noch sechs Weltmeisterschaften gewonnen. Wenn das Karma sein soll, dann herzlich willkommen», sagte er mit einem Lächeln. «Karma existiert nicht. Wir Fahrer gehen jedes Mal ein großes Risiko ein.»
Viel wichtiger sei für ihn die Diskussion über die Sicherheit der Kiesbetten. «Ich wünsche 'Bezz' eine gute Besserung. Aber ich hoffe auch, dass wir dieses Problem für die Zukunft lösen können. Bezzecchi heute, Fermin Aldeguer in Assen oder ich selbst damals in Indonesien – wir haben uns alle im Kiesbett an dieser Stufe verletzt. Das müssen wir für die Zukunft verbessern.»
Marquez prophezeit: Sonntag wird ein Ducati-Tag
Für den Grand Prix am Sonntag sieht Marquez Ducati im Vorteil. Nachdem Aprilia zuletzt in Assen die Messlatte gesetzt hatte, erwartet der sechsfache MotoGP-Weltmeister nun eine Reaktion aus Borgo Panigale. «In Assen war Aprilia an der Reihe, morgen muss Ducati an der Reihe sein», stellte er klar. Die Unterschiede führt Marquez vor allem auf die jeweiligen Streckencharakteristiken zurück. «Assen hat viele schnelle Kurven, der Sachsenring ist eher eine Stop-and-go-Strecke.»
An der Konkurrenzfähigkeit der Desmosedici hat Marquez keine Zweifel. «Ich sage seit dem ersten Rennen: Ducati ist über den gesamten Kalender das beste Motorrad. Ich kann zwar nicht bei jedem Rennen das Maximum aus dem Paket herausholen, aber das Motorrad funktioniert auf allen Strecken sehr gut.»
Auch körperlich scheint Marquez keine größeren Einschränkungen mehr zu haben. «Meine Schulter funktioniert gut. Der Ellenbogen schmerzt noch ein wenig, aber ich habe keine Einschränkungen», stellte der Spanier klar.
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