Pecco Bagnaia nach Crash wieder am Start: «War nicht in der Lage zu fahren»
Im Crash, der am MotoGP-Sonntag in Barcelona die zweite Unterbrechung hervorrief, bekam der Kopf von Ducati-Mann Pecco Bagnaia einen heftigen Schlag ab. Beim Neustart war er dennoch wieder mittendrin.
Francesco Bagnaia war hörbar mitgenommen, als er nach dem Sonntagsrennen in Montmeló vor die Journalisten trat und versuchte, das gerade absolvierte Rennen aus seiner Sicht zu beschreiben: «Beim Unfall von Alex Marquez hatten alle drumherum Glück, denn der war gewaltig! Ich hätte erwartet, dass in der Folge alle Fahrer nach dem Neustart beim Anfahren der ersten Kurve mehr Vorsicht walten lassen.»
Regelmäßig kommt es in der ersten Kurvenkombination nach der Startgeraden in Barcelona zu Stürzen und Kollisionen, erst am Vortag zwischen Joan Mir und Brad Binder. Joan Mir vermutete am Vortag aerodynamische Turbulenzen als Auslöser seiner Kollision. Francesco Bagnaias Befürchtungen bei seinem Unfall am Sonntag, bei dem der Italiener vom stürzenden Johann Zarco mit ins Kiesbett gerissen wurde, waren ähnlich gelagert: «Zarco hat versucht, früher zu bremsen, aber sein Motorrad hat nicht verzögert. Da muss etwas passiert sein. Er hat nichts falsch gemacht!»
Von seinem eigenen Sturz, bei dem er mit dem Kopf voran im Kiesbett aufschlug, konnte der noch immer schockierte Ducati-Pilot nur wenig wiedergeben: «Mein Aufprall im Kies war hart und danach Johann und mein Motorrad zu sehen war schmerzhaft.» Noch benommen, kehrte der Turiner in die Box zurück. Eine ärztliche Untersuchung fand erst im Anschluss an den zweiten Teil des Rennens statt. Der Weltmeister von 2022 und 2023 ging stattdessen sofort wieder an die Arbeit: «Ich kam an die Box zurück, habe den Mechanikern am Ersatzmotorrad meine Einstellungen für das Vorderrad gegeben, beim Rausfahren den Hinterreifen angewärmt und versucht nicht nachzudenken.»
Nach dem zweiten Neustart ging es vor auf den dritten Platz für Bagnaia, die körperlichen Folgen des vorangegangenen Unfalls machten beherztes Rennfahren aber unmöglich: «Ich war wahrscheinlich nicht in der Lage, Rennen zu fahren. Nach drei Runden wurde mir schwindelig auf dem Motorrad. Ich habe gemerkt, dass mir jedes Mal beim Anbremsen schwindelig werden würde, dass ich also langsamer fahren musste. Große Probleme habe ich trotzdem nicht verursacht, es ist also gut gegangen. Ich habe bis zur letzten Runde durchgehalten und als ich zurück in die Box kam, war mir schlecht.»
Erst dann wurde der Ducati-Werksfahrer ärztlich betreut: «Mein Handgelenk wurde geröntgt. Mir wurde gesagt, mein Schwindelgefühl käme vom Nacken.» Die Halswirbelsäule des Italieners habe den heftigen Einschlag abgefedert, die Wahrnehmung des 29-Jährigen sei verlangsamt. Francesco Bagnaia war kurz zuvor noch ein MotoGP-Rennen gefahren, teils mit über 350 km/h!
Nach Rennende rückte Pecco Bagnaia wegen einer Strafe durch zu geringen Reifendruck an Joan Mirs Honda auf den dritten Platz vor, befand jedoch: «Ich fühle mich nicht so, als hätte ich diesen dritten Platz verdient.» Doch dafür galt für den Turiner, ebenso wie für dessen Befindlichkeit noch während des Rennens: «Meine Probleme sind heute nicht wichtig!»
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