Marco Bezzecchi nach Rennabbrüchen: «Mein Job ist es, Rennen zu fahren!»
Gefühl für seine Aprilia konnte Marco Bezzecchi beim MotoGP-Event von Catalunya keines aufbauen. Trotzdem mündete der Grand Prix am Sonntag auf dem vierten Platz und half beim Ausbau der WM-Führung.
«Letztlich mussten wir irgendwie durch das Wochenende kommen.» War die Zusammenfassung des alten und neuen WM-Führenden im Anschluss an den Grand Prix in Katalonien. Am Samstag war Marco Bezzecchi mit Schadensbegrenzung beschäftigt, beim Sonntagsrennen erging es dem Racer aus Rimini nicht besser. Eine ansteigende Formkurve sah «Bezz» an keinem der drei Tage des Barcelona-Events bei sich: «Mein Start ins Wochenende war gut, aber dann hat es geklemmt. Dadurch konnte ich mich nicht weiter verbessern. Ich habe alles versucht, aber ich bin gleich schnell geblieben, während sich alle anderen verbessert haben.» Trotz der widrigen Umstände konnte der Italiener am Sonntag seine WM-Führung weiter ausbauen. Bedingt durch eine Strafe für Joan Mir rutschte der Mann mit der Nummer 72 vom fünften vor auf den vierten Rang.
Beim Abbruch durch den Crash zwischen Pedro Acosta und Alex Marquez stand das Aprilia-Ass noch auf Rang 12 des Zwischenergebnisses, gleichzeitig seiner Startposition. Bei der dem Abbruch vorausgehenden Kollision zwischen dem Führenden und dem Zweitplatzierten hatte der Aprilia-Pilot reichlich Distanz. Die Wucht bekam der Italiener trotzdem unmittelbar zu spüren: «Hoffentlich kommt bei Johann Zarco und Alex Marquez alles in Ordnung. Alex’ Unfall war beängstigend. Auch wir restlichen Fahrer hatten dabei riesiges Glück, denn es war für alle äußerst gefährlich! Ich war weit zurück und habe trotzdem einige Trümmerteile abbekommen. Ich kann mir kaum vorstellen, wie schlimm der Unfall aus nächster Nähe gewesen sein muss - für Diggia beispielsweise.» Fabio Di Giannantonio war vom abgerissenen Vorderrad von Alex Marquez’ Gresini-Ducati touchiert und zu Sturz gebracht worden.
In der Box angekommen, versorgte die Aprilia-Mannschaft ihre Piloten auch mental: «Mein Team ist mit der Situation nach dem Abbruch sehr einfühlsam umgegangen, obwohl sie es mit mir bestimmt nicht leicht hatten. Sie haben mir einen Rückzugsraum in all dem Chaos schaffen können und dafür kann ich mich gar nicht genug bedanken!» Ein Raum, in dem der Pilot warten konnte, wieder auf seine RS-GP zu steigen.
Fahrerkollegen hätten einen Rennabbruch spätestens nach dem zweiten Horror-Crash des Tages für richtig gehalten. Auch der Gesamtführende der WM-Tabelle hätte diesen Schritt vertreten können. Jedoch: «Ich will mich mit diesem Gedanken nicht zu lange beschäftigen, denn es ist nicht mein Job zu entscheiden, ob dieses Rennen fortgesetzt wird oder nicht. Mein Job ist es, dieses Rennen zu fahren!» Zudem gelte: «Für uns Rennfahrer ist auch das Motorrad ein Rückzugsraum.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach