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Elektronikproblem wirft Öttl zurück: «Neunte Plätze nicht unser Anspruch!»
Garrett Gerloff erlebte einen Fehlstart ins erste Rennen der Superbike-WM in Most, profitierte dann aber vom Neustart. Der heftige Abflug von BMW-Pilot Danilo Petrucci besorgte den US-Amerikaner.
Garrett Gerloff erlebt beim fünften Rennwochenende der Superbike-WM 2026 in Most eines seiner stärksten Wochenenden der Saison. Bereits am Freitag sorgte der US-Amerikaner für Aufsehen, als er mit seiner Kawasaki ZX-10RR die Bestzeit markierte. Am Samstag bestätigte Gerloff die starke Form mit Startplatz 6 in der Superpole und Rang 4 im ersten Rennen.
Damit war der Kawasaki-Pilot hinter den dominanten Ducati-Fahrern bester Vertreter einer anderen Marke. Entsprechend zufrieden zeigte sich Gerloff nach dem Rennen: «Ich bin einfach glücklich, dort vorne in den Top-5 zu kämpfen. Das war unser Ziel vor dem Wochenende und es ist wirklich schön, dieses Ziel erreicht zu haben. Das lässt mich für morgen etwas durchatmen.»
Der 30-Jährige sieht das Wochenende auch als Bestätigung der aktuellen Entwicklungsrichtung. «Die Abstimmung hat bereits in Balaton gut funktioniert und hier funktioniert sie ebenfalls. Wir versuchen nur kleine Anpassungen vorzunehmen, um weiter Fortschritte zu machen. Aber wir schaffen das und ich bin glücklich.»
Dass Gerloff mit der in die Jahre gekommenen Kawasaki konkurrenzfähig ist, beeindruckt viele Beobachter im Fahrerlager. Der Amerikaner selbst sieht das Potenzial der ZX-10RR allerdings noch längst nicht ausgeschöpft. «Ich stimme nicht zu, wenn man sagt, dass mehr nicht möglich ist. Am Ende besteht jedes Motorrad aus Motor, Chassis und Fahrwerk. Wenn wir alles richtig zusammenbringen, ist vieles möglich. Natürlich wären ein paar neue Teile schön, aber grundsätzlich ist immer alles möglich.»
Trotz des starken Resultats sah Gerloff sogar noch Luft nach oben. «In der zweiten Hälfte des Rennens habe ich ehrlich gesagt nur ums Überleben gekämpft. Ich hatte nicht das Gefühl, wirklich mein volles Potenzial auszuschöpfen. Wenn wir das Motorrad etwas ruhiger bekommen und ich flüssiger fahren kann, dann glaube ich, dass ich morgen noch etwas Zeit finden und vielleicht näher an Montella dran sein kann.»
Gerloff hatte am Samstagnachmittag Glück, dass Lauf 1 nach dem
Gerloff fiel durch den verpatzten Start weit zurück und lag nur noch im Bereich von Platz 14, ehe der heftige Sturz von Danilo Petrucci in Kurve 13 zum Rennabbruch führte. Der Amerikaner schilderte die Szene sichtlich bewegt. «Ich sah Danilo über allen anderen Fahrern durch die Luft fliegen. Ich wusste nicht, ob es eine rote Flagge geben würde und hoffte einfach, dass es ihm gut geht.»
Erst danach realisierte Gerloff, dass ihm der Neustart sportlich in die Karten spielte. «Als ich die rote Flagge sah, war ich ehrlich gesagt auch etwas dankbar, weil ich nach meinem schlechten Start nur noch ungefähr auf Platz 14 lag. Natürlich wollen wir niemals eine rote Flagge wegen eines schweren Unfalls sehen.»
Besonders die Nähe der Streckenbegrenzung bereitete Gerloff Sorgen. «Alles, was ich gesehen habe, war, wie sein Motorrad komplett querstand und er mehrere Meter hoch durch die Luft flog. Die Mauer ist dort nicht besonders weit entfernt. Als ich gesehen habe, wie hoch er flog, hoffte ich einfach nur, dass die Airfences ihren Job machen.»
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