Danilo Petrucci am Boden zerstört: Gründe für die BMW-Ergebnisse in Assen
Ducati sackte bei der Superbike-WM in Assen alle neun Podestplätze ein und führte die Gegner vor. Für BMW-Ass Danilo Petrucci steht fest: «Uns bleibt nichts anderes übrig als härter zu arbeiten.»
Zwei fünfte Plätze von Bimota-Werksfahrer Alex Lowes sind das Beste, was Nicht-Ducati-Piloten in den drei Rennen auf dem Assen TT Circuit zustande brachten. BMW hatte sich im Vorjahr in der «Kathedrale der Geschwindigkeit» ebenfalls schwergetan, Toprak Razgatlioglu wurde damals aber immerhin Vierter, Erster und Achter.
Für die BMW-Neuzugänge Miguel Oliveira und Danilo Petrucci waren die Positionen 7 im ersten Rennen und Sprint das Maximum. Im zweiten Hauptrennen am Sonntag trudelte «Petrux» als Neunter ins Ziel, über 19 sec hinter Dreifachsieger Nicolo Bulega, der bereits
Danilo Petrucci: «Toprak hatte die gleichen Probleme»
«Wir sind nicht glücklich, wir wussten, dass das schwierige Rennen werden», brachte es Petrucci in kleiner Medienrunde auf den Punkt. «Wir sind stark auf der Bremse, aber in Assen gibt es nicht viele harte Bremszonen. Im Qualifying sind wir noch recht gut, wenn wir Traktion haben. Aber das ist nur für eine Runde und mit einem extraweichen Reifen. Wenn der Grip am Hinterrad nachlässt, dann wir das Motorrad schwierig zu fahren. In der ersten Rennhälfte war ich an den Topjungs noch einigermaßen dran, alle auf einer Ducati, aber ich hatte mehr erwartet – ich wollte mehr. Wir sind in der Beschleunigungsphase nicht gut und holen nur auf der Bremse auf. Dafür müssen wir den Vorderreifen stark beanspruchen, er war vor dem Hinterreifen hinüber. Das war nicht das Wochenende, das ich erwartet hatte. Wobei ich es mir hätte denken können, weil ich letztes Jahr mit Toprak kämpfte, der die gleichen Probleme hatte. Das Bike ist dasselbe, die anderen haben eventuell einen Schritt nach vorne gemacht. Uns bleibt nichts anderes übrig als härter zu arbeiten.»
Ständige Slides und Wheelies
«Vielleicht hätten wir ein bisschen besser sein können», sinnierte der Italiener. «Aber wir mühten uns mit der Elektronik, es fehlte an mechanischem Grip und ich weiß nach wie vor nicht, weshalb ich am Start so viel Boden verliere. Gut wäre gewesen, wenn ich mich vor den beiden Yamaha hätte halten können, damit wäre ich der beste Nicht-Ducati-Fahrer gewesen. Aber das ging nicht, gegen Ende hatte ich Mühe sitzen zu bleiben und ein paar Punkte zu holen. In Balaton läuft es hoffentlich ein bisschen besser, da gibt es viele harte Bremszonen, in denen wir gut sind. Wir müssen aber auch daran arbeiten, dass wir besser aus den Kurven kommen. Zuerst drehte der Hinterreifen nur durch, wenn er das nicht tat, hatten wir Wheelies. Es war ein dauerndes Hin und Her zwischen Slides und Wheelies. Dabei geht viel Energie verloren, weil die Elektronik ständig die Motorleistung reduziert. Die Leistungsentfaltung unseres Motors ist sehr sanft, wir bringen aber nicht die ganze Power auf den Boden – das ist das Problem. Was den Topspeed betrifft, sind wir nicht schlecht.»
Danilo abschließend: «Es waren lauter Topfahrer vorne, sie haben mit ihrem Bike aber möglicherweise etwas in der Hinterhand. Wenn sechs Ducati vorne fahren, ist diese Maschine sehr gut. Ich fahre aber eine BMW und wir müssen uns verbessern. Ich weiß nicht wie, aber uns fehlt etwas. Als ich die schnellsten Rennrunden von Bulega sah, war ich beeindruckt. Er könnte mit seinem Bike sogar in der MotoGP wettbewerbsfähig sein.»
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