Nicolo Bulega schwimmen die MotoGP-Felle davon – Lowes bricht Lanze für ihn
«Für mich gehören die besten Fahrer in die höchste Klasse, deshalb verdient er eine Chance», sagt Sam Lowes über Ducati-Kollege und Superbike-WM-Leader Nicolo Bulega. Platzt dessen MotoGP-Traum?
Vor dem Assen-Sonntag ist Nicolo Bulega in der Superbike-WM saisonübergreifend seit elf Rennen ungeschlagen und hat nach dem Wechsel von Toprak Razgatlioglu in die MotoGP keinen Gegner mehr. Der Italiener wird von Ducati in diesem Jahr auch in das Testprogramm für die neue 850er-MotoGP-Maschine für 2027 eingebunden. Seine Hoffnung: Der Titelgewinn bei den Superbikes und gute Testleistungen sollen ihm die Türe in die MotoGP öffnen. Doch Stand heute deutet nichts darauf hin, dass Bulega eine Chance auf den Klassenwechsel bekommt.
«Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich während meiner Karriere gegen mehr oder weniger alle Großen meiner Zeit fuhr», erzählte Ducati-Privatier Sam Lowes in Assen, der 2013 Supersport-Champion wurde, anschließend viele Jahre Moto2-WM fuhr, in dieser zehn Siege feierte und 2017 sogar eine Saison für Aprilia in der MotoGP antrat. «Um Nico gab es einen großen Hype, als er jung war. Dann, ich will nicht sagen, dass er vom Weg abkam, das wäre nicht fair, aber es lief nicht mehr für ihn.»
Sam Lowes: «Bulega gehört in die Kategorie Topfahrer»
«Jetzt sehen wir einen Fahrer, der dieses Potenzial immer hatte», beurteilt Lowes den Seriensieger «Nico fährt mit viel Vertrauen und bestmöglich. Wenn du das beste Bike mit einem der besten Fahrer darauf siehst, dann kommt so etwas dabei heraus. Er konnte sein wahres Potenzial in anderen Klassen nicht zeigen. Aber er fuhr in der Moto3 aufs Podium, so etwas gelingt dir nicht, wenn du nicht etwas Spezielles hast. Er kam mit den Fabios (Quartararo und Di Giannantonio – der Autor) hoch und fuhr auf dem gleichen Level. Aber dieses Spiel hat auch viel mit mentalen Aspekten und Möglichkeiten zu tun. Er zeigt uns jetzt, zu was er in der Lage ist, und befindet sich zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Und er hat das verdient. Für mich gehört er in die Kategorie der Topfahrer, von denen es nur ein paar gibt. Wenn so einer auf dem besten Bike sitzt, dann gewinnt er.»
Würde Lowes Bulega gerne in der MotoGP sehen? «Nicht aus persönlicher Rache», grinste der Engländer. «Für mich gehören die besten Fahrer in die höchste Klasse, deshalb verdient er eine Chance. Andererseits hat er den Level dieser Meisterschaft nach oben gebracht und es wäre schön, wenn er hierbleiben würde.»
Bulegas eindrucksvolle Statistik in der Superbike-WM vor dem Assen-Sonntag: In 79 Rennen stand er 63 Mal auf dem Podium, davon 27 Mal als Sieger. Und das zu einer Zeit, in der Razgatlioglu für BMW zwei WM-Titel gewann.
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