Superbike WM • Neu
Siege, Hattricks, Rekorde: Ducati und Nicolò Bulega eine Klasse für sich
Fast acht Jahre mussten die deutschen Fans auf einen Triumph in der Supersport-WM warten. In einem schwierigen Rennen auf dem TT Circuit in Assen hat sich Philipp Öttl auf seiner Ducati durchgesetzt.
Es war am 27. Mai 2018, dass Sandro Cortese in Donington Park siegte, der Schwabe wurde im gleichen Jahr Supersport-Weltmeister. 2018 war auch für Philipp Öttl eine besondere Saison: Damals gewann er in der Moto3-Klasse in Valencia seinen einzigen Grand Prix.
Seit 2020 hat Philipp in der Supersport-WM 66 Rennen absolviert und schaffte es 14 Mal aufs Podium. Doch auf seinen ersten Sieg musste er bis zu dem schwierigen Assen-Rennen am 19. April 2026 warten. In Runde 10 übernahm der Bayer die Führung, lediglich Albert Arenas (Yamaha) konnte ihm einigermaßen folgen. Dann, kurz nachdem in der 13. Runde zwei Drittel der Distanz absolviert waren und eine Wertung erfolgen konnte, wurde das Rennen nach Stürzen in Kurve 5 von Roberto Garcia (Yamaha) und Jake Kennedy (Honda) abgebrochen – es hatte erneut geregnet. Weil 2/3 der Renndistanz absolviert waren, wurde Öttl zum Sieger erklärt.
Der 29-Jährige wusste nach dem Abbruch erst gar nicht was los ist, wie er beim Treffen mit SPEEDWEEK.com erzählte. «In der Runde zuvor sah ich, dass noch sechs Runden zu fahren sind, die Renndistanz waren 18 Runden», so Öttl. «Ich rechnete damit, dass es vielleicht einen Neustart gibt. Aber auch dann hätte ich eine gute Chance gehabt aufs Podium zu fahren. Aber natürlich bin ich mit dem Ergebnis glücklich, das Team hat fantastische Arbeit geleistet.»
Die Verhältnisse waren schwierig, nach kurzem vorangegangen Regen war die Strecke am abtrocken. «Zu Beginn war es etwas nass, alle schätzten die Lage ab», schilderte Philipp. «Ich war vorsichtig, das waren nicht meine bevorzugten Bedingungen. Ich versuchte Druck zu machen, aber auch mit beiden Rädern auf dem Boden zu bleiben. Als ich an Can Öncü vorbei war, nahm ich mir vor allein so schnell wie möglich zu fahren und ich konnte eine kleine Lücke auffahren. Ich konzentrierte mich aufs Fahren, nicht darauf das Rennen zu gewinnen.»
Dann wurde der Ducati-Pilot doch noch leicht emotional: «Ich arbeite jeden Tag dafür, um gute Rennen zu fahren und für Siege, das bedeutet mir einiges. Letztes Jahr war es mit meiner Verletzung nicht so einfach, wenn ich morgens aufwache, habe ich manchmal immer noch große Schmerzen – ich bin ja schon fast 30. Ich fühle mich wohl in diesem italienischen Team und bin glücklich, für sie fahren zu dürfen. Ich fuhr für Puccetti, Go Eleven und nun Feel Racing, ich habe immer gerne mit Italienern gearbeitet. Sie sind megafreundlich und unterstützen mich. Und wenn es mal ein böses Wort gibt, dann ist es nach fünf Minuten vergessen und wir konzentrieren uns wieder auf die Arbeit. Das Team ist fantastisch, das hält mich motiviert.»
«So ein Tag ist der Lohn für die harte Arbeit», meinte Öttl. «In so einem Team musst du gewinnen, es ist eines der besten im Paddock und wir haben ein gutes Motorrad. Gleichzeitig ist die Meisterschaft aber auch sehr stark besetzt. Wir kennen unser Potenzial, müssen dieses aber öfter ausschöpfen. Vielleicht gelingt uns das nicht jedes Wochenende, wie es bei Arenas oder Masia der Fall ist, beide sind Moto3-Weltmeister. An schlechten Tagen muss ich perfekt sein, vielleicht unterlaufen den anderen ja auch mal Fehler.»
Mit diesem Sieg hat Öttl sein Konto auf 79 Punkte erhöht und den dritten Platz in der Weltmeisterschaft übernommen. Vor ihm liegen Jaume Masia (Ducati) und Albert Arenas (Yamaha) mit 106 und 105 Zählern.
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