Jack Miller auf Ducati-Superbike: Eine Riesengaudi
Jack Miller verkaufte seine Teilnahme am Saisonfinale der australischen Superbike-Meisterschaft als aus einer Bierlaune heraus. Doch der MotoGP-Star hätte sich auf die Knochen blamieren können – tat er aber nicht.
Es war eine Überraschung, als Jack Miller im November einen Gaststart beim Finale der australischen Superbike-Serie auf der Rennstrecke ‹The Bend› ankündigte. Als Ducati-Werkspilot in der MotoGP kurbelte die 26-Jährige den Ticketverkauf an und natürlich waren die Erwartungen der Fans hoch. Podestplätze wurden vom Australier mindestens erwartet.
Miller nahm bei seinem Gaststart viel Risiko in Kauf, denn der MotoGP-Pilot kannte weder die Rennstrecke noch Motorrad, Reifen und die meisten seiner Gegner. Und das Niveau der ASBK ist nicht zu unterschätzen. Piloten wie Wayne Maxwell (Ducati), Troy Herfoss (Honda), Bryan Staring (Kawasaki) oder Mike Jones (Ducati) sind nicht nur national eine feste Größe, sondern haben sich auch international einen Namen gemacht. Dazu gesellen sich aufstrebende Piloten wie Oli Bayliss (Ducati), der Sohn des dreifachen Weltmeisters Troy Bayliss.
Im FP1 am Freitag saß Miller erstmals auf der Ducati V4R im Trimm der ASBK und bekam zunächst einen Rückstand von 1,2 sec aufgebrummt. Doch schon im zweiten Training führte der 26-Jährige aus Townsville die Zeitenliste an. Die kombinierte Zeitenliste nach drei Trainings wies Miller als Fünfter mit 0,6 sec Rückstand auf Ducati-Kollegen Wayne Maxwell aus.
Im gezeiteten Training am Samstag qualifizierte sich Miller direkt fürs Q2 und stellte sein Motorrad auf Startplatz 2. Im ersten Rennen wurde er von Aiden Wagner abgeschossen, im zweiten Rennen stürmte Miller als Dritter nur 5,8 sec hinter dem Sieger aufs Podium.
"Ich hatte riesigen Spaß", sagte Miller über sein Gastspiel in der Nähe von Adelaide. Und ergänzte schmunzelnd: "Rennen 1 war nicht so lustig, aber glücklicherweise hatte ich ein Ersatzmotorrad. Im zweiten Lauf überschlug ich mich beinahe am Start, die Kupplung war ungewohnt. Der Level in der ASBK war immer schon hoch, Wayne Maxwell ist ein großartiger Fahrer. Ich wollte ihn so gut es ging herausfordern, aber mir war klar, dass er stark sein würde. Dasselbe gilt für Glenn Allerton. Diese Jungs leisten gute Arbeit und auch ihre Motorräder funktionieren gut. Es wäre fantastisch, wenn sich für 2022 wieder etwas für mich ergibt."
Erstaunlich: An der Rennstrecke wurde Miller von einer bunt zusammengewürfelten Truppe betreut, die überwiegend aus seiner Heimatstadt Townsville stammt und ansonsten eher im Motocross aktiv ist.
"Sie sind alle Mechaniker, aber eben mehr im Motocross. Es war stark zu sehen, wie sie unter dem Druck des Wochenendes ein anständiges Teamwork ablieferten", verriet der MotoGP-Star bei McNews.com. "Wir bekamen aber auch großartige Tipps von Ben Henry von Desmosport Ducati und auch von Troy Bayliss. Es war ein surreales Wochenende und eine ganz tolle Art und Weise, dieses Jahr zu beschließen. So etwas würde ich gerne wieder machen."
Miller wird auch in der MotoGP 2022 für das Ducati-Werksteam antreten. Wenn sich seine Karriere im GP-Paddock dem Ende neigt, wäre er in der Superbike-WM ohne Zweifel ein gern gesehener Neuzugang.
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