Jerez-Test (Donnerstag): Ducati knapp vor Bimota, BMW-Duo mit Rückstand!
Nicolo Bulega wurde seiner Favoritenrolle gerecht und holte sich auf trockener Strecke die Test-Bestzeit. Miguel Oliveira und Danilo Petrucci lagen mit ihren BMWs mehr als eine Sekunde zurück.
Das Wetter spielte beim ersten großen Kräftemessen der Superbike-WM im neuen Jahr nur bedingt mit. Auch der zweite Testtag in Jerez wurde von schlechtem Wetter überschattet. Lediglich am Nachmittag bot sich ein Fenster von gut zwei Stunden auf trockener Strecke. Ducati-Werkspilot Nicolo Bulega gelang die Bestzeit. Die BMW-Neuzugänge Miguel Oliveira und Danilo Petrucci haben noch Arbeit vor sich, um den Anschluss an die Spitze herzustellen.
Zu Beginn des zweiten Testtages sah es zunächst so aus, als würden die Teams den Jerez-Test ohne eine einzige Runde auf trockener Strecke beenden. Doch am frühen Nachmittag trocknete der Asphalt zunehmend ab, erstmals kamen Trockenreifen zum Einsatz und die Rundenzeiten purzelten.
Der Kurs trocknet ab: Viel Fahrbetrieb am Nachmittag
Auch das Ducati-Werksteam mit Nicolo Bulega und Iker Lecuona nahm nun die Arbeit auf. Am Vormittag hatte man die Aruba-Testmaschine erneut Philipp Öttl für einen kurzen Funktionscheck im Nassen. anvertraut. Am Nachmittag setzte sich Lecuona zunächst an die Spitze, während auch Yamaha-Pilot Xavi Vierge und Bimota-Fahrer Axel Bassani Zeiten im Bereich von 1:40 Minuten fuhren. BMW-Testpilot Michael van der Mark mischte ebenfalls in den Top-5 mit.
Kurz vor 15:00 Uhr übernahm Michael van der Mark mit einer Runde in 1:40,351 min die Führung. Direkt dahinter folgte Vizeweltmeister Nicolo Bulega, der am verregneten Mittwoch komplett auf Fahrten verzichtet hatte. Auch Bimota-Pilot Alex Lowes ging am Nachmittag erstmals auf die Strecke und setzte sich bereits in seinem ersten Stint an die Spitze.
Nicolo Bulega war schließlich der erste Fahrer, der die 1:40-Minuten-Marke unterbot. Mit einer Zeit von 1:39,455 Minuten behauptete sich der Ducati-Pilot kurz nach 15:00 Uhr souverän an der Spitze, Ducati-Teamkollege Iker Lecuona folgte als erster Verfolger.
Ducati-Werksduo in Kurve 5 im Kiesbett
Im weiteren Verlauf fuhren immer mehr Piloten Zeiten im Bereich von 1:39 min. Kurz nach 15:30 Uhr führte Bulega mit 1:39,331 min vor Alex Lowes. Auch Xavi Vierge, Sam Lowes, Michael van der Mark und Iker Lecuona blieben unter der Marke von 1:40 min. Lecuona stürzte in Kurve 5, blieb jedoch unverletzt. Wenig später landete auch Bulega an gleicher Stelle im Kiesbett, konnte aber ebenfalls unversehrt an die Box zurückkehren.
Kurz vor 16:00 Uhr fand die Jagd nach immer schnelleren Rundenzeiten ein abruptes Ende: Erneut setzte Nieselregen ein, alle Fahrer kehrten an ihre Boxen zurück. Wenig später intensivierte sich der Regen und die Jagd nach guten Rundenzeiten und Erfahrungen im Trockenen war vorbei.
Damit standen den Teams beim Jerez-Test insgesamt nur rund zwei Stunden auf trockener Strecke zur Verfügung. An die schnellste Rennrunde von 1:37,659 min kam keiner der Fahrer auch nur ansatzweise heran.
Ducati, Bimota und Yamaha in den Top-3
Mit der Testbestzeit wurde Bulega seiner Favoritenrolle gerecht. Dennoch wird der Italiener sicher nicht vollkommen zufrieden sein, denn nach dem Wechsel zum 2026er-Modell benötigt Ducati viel Testzeit auf trockener Strecke.
Alex Lowes demonstrierte als Zweitschnellster, dass die Bimota zumindest auf Kursen ohne lange Geraden konkurrenzfähig ist. Yamaha-Neuzugang Xavi Vierge komplettierte die Top-3. Sam Lowes wurde Vierter und Michael van der Mark als Fünfter bester BMW-Pilot.
Ex-Weltmeister Alvaro Bautista war nie ein Fahrer, der sich mit starken Testzeiten in Szene setzte. Daran änderte sich auch heute nichts. Der Spanier reihte sich mit 1,144 sec Rückstand ein und fuhr damit auf Augenhöhe zu Barni-Teamkollege Yari Montella, der am verregneten Mittwoch noch Zweitschnellster war.
Keine Fabelzeiten: BMW-Werksduo mit Rückstand
Das BMW-Werksduo konnte die starken Platzierungen vom Mittwoch ebenfalls nicht bestätigen. Im Trockenen reihten sich Miguel Oliveira und Danilo Petrucci im Mittelfeld ein und hatten mehr als eine Sekunde Rückstand auf Bulegas Bestzeit.
Das MGM-Ducati-Team von Michael Galinski nutzte das schlechte Wetter am Vormittag für die
Honda schickte erneut Jonathan Rea auf die Strecke. Der HRC-Edeltestfahrer war schnellster Honda-Pilot und kam bis auf 1,111 sec an die Bestzeit heran. Damit ließ Rea zahlreiche Stammfahrer hinter sich und demonstrierte, dass er nach wie vor das nötige Tempo hat. Honda-Werkspilot Jake Dixon reihte sich knapp hinter Rea ein.
Neben den Teams der Superbike-WM waren auch wieder einzelne Supersport-Teams dabei. Die Bestzeit ging an Philipp Öttl, der keine Umstellungsprobleme vom Superbike zu seiner Panigale V2 zeigte und mit 1:42,931 min die Bestzeit markierte. Öttl drehte 50 Runden und war mehr als eine halbe Sekunde schneller als Jeremy Alcoba auf Kawasaki. Dominique Aegerter verpasste die Öttl-Zeit um etwa 1,5 sec.
Die IDM-Piloten Dirk Geiger und Lennox Lehmann mischten sich unter die WM-Piloten und sammelten wichtige Erfahrungen für die Saison. Zudem tauchte mit MotoGP-Pilot Enea Bastianini ein prominenter Name in der Zeitenliste auf. Der Italiener nutzte den Superbike-Test, um mit seinem privaten Trainingsbike ein paar Runden zu drehen. Zum Einsatz kam eine Ducati Panigale V4S weil Arbeitgeber KTM kein Superbike im Programm hat. Bastianini drehte 28 Runden und lag mit seinem Serien-Superbike nur 3,4 Sekunden zurück.
Zeiten Superbike-WM-Test Jerez, Donnerstag (22. Januar):
Nicolo Bulega (I), Ducati, 1:39,331 min
Alex Lowes (GB), Bimota, +0,119 sec
Xavi Vierge (E), Yamaha, +0,439
Sam Lowes (GB), Ducati, +0,480
Michael van der Mark (NL), BMW, +0,505
Iker Lecuona (E), Ducati, +0,648
Axel Bassani (I), Bimota, +0,738
Andrea Locatelli (I), Yamaha, +1,014
Stefano Manzi (I), Yamaha, +1,016
Jonathan Rea (GB), Honda, +1,111
Garrett Gerloff (USA), Kawasaki, +1,114
Miguel Oliveira (P), BMW, +1,116
Jake Dixon (GB), Honda, 1,119
Yari Montella (I), Ducati, +1,144
Alvaro Bautista (E), Ducati, +1,144
Tarran Mackenzie (GB), Ducati, +1,429
Danilo Petrucci (I), BMW, +1,492
Tetsuta Nagashima (J), Honda, +1886
Remy Gardner (AUS), Yamaha, +1,918
Xavi Fores (E), Bimota, +2,145
Lorenzo Baldassarri (I), Ducati, +2,441
Alberto Surra (I), Ducati, +2,484
Philipp Öttl (D), Ducati, +19,199
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