Philipp Öttl: «Denen reißt es die Reifen zusammen»
Nach den technischen Rückschlägen im Test überraschte Philipp Öttl mit einem starken 11. Rang im freien Training für den Superbike-WM-Auftakt in Australien – und gab für die Rennen die passende Losung aus.
Platz 13 am Vormittag, Rang 10 am Nachmittag, Elfter in der kombinierten Zeitenliste mit nur 0,472 Sekunden Rückstand auf die Spitze: Das war ein Freitags-Resultat, mit dem nicht nur das französische GMT94-Yamaha-Team, sondern auch der ehrgeizige Philipp Öttl selbst hoch zufrieden sein kann. "13. und 10., das sind definitiv zwei gute Resultate. Wir waren mit den härteren Reifen schneller als bei den Tests, die Yamaha hat gut funktioniert", kommentierte der 27-Jährige gegenüber SPEEDWEEK.com. "Mit einem solchen Schritt, dass ich in einem normalen Renntraining unter die ersten zehn fahren kann, habe ich nicht gerechnet."
Allerdings liege noch ein weiter Weg vor dem Team, merkte Öttl an. "Wir schauen, dass wir uns Stück für Stück verbessern, aber eine richtige Basis ist noch nicht da. Wir hatten nur zwei Tests, und bei dem Test am Dienstag hatten wir jede Menge Probleme. Dominique Aegerter hatte sogar nur einen Test-Tag, kennt das Motorrad aber schon seit einem Jahr. Für mich dagegen ist alles neu, die Yamaha ebenso wie das Team mit dem gesamten Umfeld."
Kein Wunder, dass er noch nicht an die verkürzte Renndistanz mit obligatorischem Boxenstopp, sondern, als nächste Hürde, das bevorstehende Qualifying denkt. "Was uns mit dem Boxenstopp im Rennen bevorsteht, ist schwer vorherzusagen. Der Schlüssel zu einem guten Rennen ist das Qualifying, dann schauen wir weiter. Die Rennen sind noch weit weg", winkte er ab.
Öttl zählt zu jenen Piloten, die schonend mit ihren Reifen umgehen, und hätte auf das von Pirelli durchgesetzte Flag-to-Flag-Rennformat liebend gern verzichtet. "Ich glaube, ein normales Rennen wäre uns entgegengekommen, vielleicht mit einer auf 18 Runden verkürzten Distanz, aber ohne diesen Boxenstopp", verriet er. "Aber mai, viele Fahrer fahren mit ganz viel Elektronik, und denen reißt es die Reifen zusammen. Je weniger Elektronik du hernimmst, je mehr an Kontrolle du dem Fahrer übergibst, desto weniger Probleme hast du", erläuterte Öttl weiter.
Jetzt werde man schauen, das Beste aus der Situation zu machen. Und das bedeute, in der jeweiligen Sprintdistanz kompromisslos anzugreifen. "Wir werden mit den Reifen aggressiver umgehen", kündigte Öttl an. "Denn wenn sie nur 11 Runden durchhalten müssen, können wir gescheit durchheizen!"
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