So gut wie Ducati?: Honda-Technikchef Albesiano zur Entwicklung der RC213V
Das Ergebnis des Catalunya-GP sagte nur bedingt etwas über die aktuellen Kräfteverhältnisse unter den Herstellern aus. Romano Albesiano verriet, was die MotoGP-Honda 2026 so viel besser machte.
Während 2025 Honda-Piloten nur sehr selten in den Top-5 der MotoGP-Wertung auftauchten, hat man sich in der laufenden Kampagne längst daran gewöhnt, die RC213V mit an der Spitze zu sehen. Eindrücklich war das zuletzt in Le Mans, als Kunden-Pilot Johann Zarco, entgegen aller Prognosen auch im Trockenen in der Lage war, Bestzeiten zu fahren. Doch wie fragil das Paket eines aktuellen MotoGP-Renners ist, zeigte sich nicht mal einen Tag später, als ein harmloser Ausrutscher Zarco ins Kiesbett schickte und damit das Vertrauen des Piloten ruinierte.
Honda-Technikchef Romano Albesiano mit seiner Sicht: «Ich selbst war nicht in Le Mans, sondern in Japan, doch aus meiner Sicht hat sich hier gut gezeigt, dass Johann als Pilot in der Lage ist, mit dem soften Vorderrad das Potenzial der Maschine auf unglaublich hohem Niveau zu nutzen. Doch mit dem harten Vorderreifen ist es andersherum. Die anderen Fahrer bringen das Gummi meistens gut zum Funktionieren, Johann tat sich da zuletzt schwerer.»
Passend dazu die Auftritte der Honda-Athleten in Catalunya. Zarco war erneut sehr stark auf den weichen Pneus, im Q2 nur 0,4 sec langsamer als Pedro Acosta – Startplatz 5. Und auch im Sprint mit den weichen Michelin-Slicks hielt der kämpferische Franzose dem Druck der Verfolger stand. Rang 5 über die kurze Distanz – ein großer Erfolg, der im Chaos des GP-Rennens unterging.
Bis zum ersten Abbruch fuhren drei Honda-Piloten in den Top-10
Als der Rennsonntag geschlagen war, zeigten die Dokumente nicht, welches Potenzial derzeit vorhanden ist. Auch wenn den Zuschauern nicht entgangen sein dürfte, dass zum Zeitpunkt des ersten Rennabbruchs drei RC213V-Piloten in den Top 10 fuhren. Damit lag man im Hauptrennen auf Augenhöhe mit Ducati. Nach dem Re-Start erwischt es bekanntermaßen Johann Zarco. Der Franzose hatte zunächst Pech, als er in die Werks-Ducati von Bagnaia geriet – und Glück, dass der Horrorsturz ohne schlimmste Konsequenzen an ihm vorbeizog.
Joan Mir lieferte ab. Von Platz 7 gelang ein Traumstart bis an Position 2. Der zuletzt so sturzfreudige Mallorquiner hielt die Honda lange vor Fabio Di Giannantonio und zog im Finale an Pedro Acosta vorbei. Am Ende wurde der Ritt formell durch die strittige Regelung des Reifenluftdrucks entwertet – nach der Zeitstrafe fiel Mir auf Platz 3 ab, doch die Pace der Nummer 36 hatte beeindruckt und mit Marini (6.) und Rookie Moreira (9.) landeten auch die anderen Honda-Vertreter auf wertvollen Positionen.
Wo sieht Romano Albesiano die Hauptfaktoren für den jüngsten Entwicklungsschub? «Wir sehen, dass sich die Dinge addieren und sich unsere Rund-um-Arbeit an dem Motorrad nun bezahlt macht. Auch wenn wir noch nicht da sind, wo wir möchten, ich sehe auch eine klare Verbesserung«, so der Italiener, der seit 2025 Teil der Honda-Rennabteilung ist.
Albesiano listete im Gespräch mit SPEEDWEEK.com auf: «Wir haben einen Sprung geschafft mit der neuen Schwinge – und in diesem Bereich ist auch noch mehr zu erwarten. Einen Anteil hat auch der Motor. Wir haben zuletzt die Schwungmasse im Antrieb verändert und entsprechend dazu auch die Motorsteuerung. Ein weiteres Element war die Aerodynamik, von der letzten Verkleidung haben unsere Fahrer profitiert. Bleibende Fortschritte gibt es nur, wenn man das Motorrad im Ganzen betrachtet – und permanent arbeitet.»
Bemerkenswert auch: Joan Mir gelang auch die drittbeste Rundenzeit und mit 352,9 km/h ging die Werks-Honda mit dem gleichen Wert Speed durch den Messpunkt wie KTM-Pilot Pedro Acosta.
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