Miguel Oliveira witzelt über Ducati: «Gewicht dran, einen Reifen wegnehmen»
Mit nur zwei Veranstaltungen in der Superbike-WM hat sich Miguel Oliveira zum neuen Aushängeschild von BMW aufgeschwungen. Bezüglich Speed ist der Portugiese schon jetzt auf Augenhöhe mit Toprak.
Was kommt für BMW nach Toprak Razgatlioglu? Der Türke machte mit dem deutschen Hersteller Epoche, gewann für ihn zwei WM-Titel, 39 Rennen und eroberte in 66 Läufen unfassbare 58 Podestplätze.
Mit Miguel Oliveira und Danilo Petrucci verpflichtete BMW im Herbst 2024 die schnellsten verfügbaren Piloten, doch sie müssen in riesige Fußstapfen treten. Die Last, die sämtlichen Mitgliedern des BMW-Teams in Portimao von den Schultern fiel, als Oliveira bei seinem Heimrennen im Autodromo do Algarve am Samstag seinen ersten Podestplatz eroberte, war im ganzen Paddock zu hören.
Miguel Oliveira ist in der Superbike-WM angekommen
Als er in den zwei Rennen am Sonntag, erneut hinter den beiden Ducati-Werksfahrern Nicolo Bulega und Iker Lecuona, wiederum Dritter wurde und sich damit
Was die BMW-Mannschaft noch mehr als die Resultate beeindruckte, sind Oliveiras Rundenzeiten: Im Qualifying blieb er 0,013 sec unter Topraks Pole-Rekord aus dem Vorjahr, über die 91,84 Kilometer Renndistanz war er im ersten Rennen 0,338 sec schneller als der Türke, der 2025 gewann.
«Unsere Einschränkungen, die wir am Wochenende hatten, und wo ich das Gefühl habe, dass die Mitbewerber etwas stärker sind, sind die Stabilität, wenn das Hinterrad rutscht, und die Geschwindigkeit, wenn wir in die Kurven einbiegen», schilderte der 31-Jährige. «In diesen Bereichen waren wir am Limit, in anderen Streckenabschnitten habe ich versucht das zu kompensieren. Das Rennen am Samstag war über 5 sec schneller als im Vorjahr, ich war eine knappe halbe Sekunde schneller als der Vorjahressieger, aber das war nicht genug. Unseren Konkurrenten ist ein zusätzlicher Schritt gelungen und wir müssen aufholen.»
Damit wäre ich wahrscheinlich auf dem Boden gelandet.miguel oliveira über eine alternative linienwahl
Oliveira betonte, dass er seine Linienwahl anpassen musste, um auf ansprechende Rundenzeiten zu kommen. «Nur so konnte ich mich verteidigen», hielt er fest. «Mehr Schräglage ging wegen des Vorderreifens nicht und ich rutschte bereits stark. Für eine engere Linie hätte ich mehr Schräglage gebraucht und damit wäre ich wahrscheinlich auf dem Boden gelandet.»
Ganz anders bei Ducati. «Deren Stabilität und Speed am Kurveneingang ist auf einem anderen Level», hob das BMW-Ass hervor. «Da kam ich nicht ran. Ich wünschte, ich hätte Ideen, aber im Moment kann ich nur darauf hinweisen, was uns fehlt – ich bin kein Ingenieur.»
Miguel Oliveira: Keine Anpassungen für Ducati
WM-Leader Bulega hat saisonübergreifend jetzt zehn Rennen in Folge gewonnen. Und nicht nur der Italiener ist auf der neuen V4R sehr stark, sondern auch seine Markenkollegen. Durchaus möglich, dass der Motorrad-Weltverband FIM die Balance-Regel vor den nächsten Rennen in Assen (17.–19. April) anpasst. «Ich hoffe darauf, dass sie ihnen Extragewicht dranpacken und einen Reifen wegnehmen», lachte Oliveira in kleiner Medienrunde. Dann ernst: «Sie verdienen ohne Frage, was sie herausholen. Das ist eine Kombination aus der Arbeit, die sie im Werk leisten, und dem Team sowie den Fahrern. Ich glaube nicht, dass es eine spezielle Anpassung braucht, sie machen nur ihre Arbeit – und stehen deswegen an der Spitze. Es ist ja auch so, dass sie nicht die einzigen Ducati auf dem Grid sind – da sind viele, die hinter mir ins Ziel kamen. Wir müssen auf uns selbst schauen und nicht mit dem Finger auf andere zeigen wegen deren Erfolg. Das ist eine Weltmeisterschaft, wir müssen versuchen, unseren Rückstand zu verringern.»
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