Xavier Vierge ist fassungslos: Honda serviert ihn ab
Xavier Vierge ist seit drei Jahren der erfolgreichste Honda-Fahrer und wird seinen Platz im Superbike-Werksteam nach dieser Saison dennoch verlieren. In Magny-Cours machte er aus seinem Herzen keine Mördergrube.
Seit 2022 steht Xavier Vierge bei der Honda Racing Corporation unter Vertrag, zuständig für alle Werksauftritte des größten Motorradherstellers. Die Superbike-WM beendete der Spanier seither auf den Rängen 10, 10 und 11, vor den Rennen in Magny-Cours an diesem Wochenende liegt er auf dem siebten Platz.
"Meine Vorstellung ist klar, ich möchte dort bleiben, wo ich bin", hielt Vierge beim Treffen mit SPEEDWEEK.com fest. "Ich habe mit Honda geredet und sie sind glücklich mit mir. Wir haben auch eine Klausel mit einer Frist im Vertrag, bis zu der sie mir etwas mitteilen müssen. Die ist inzwischen aber verstrichen. Und alles, was sie zu mir gesagt haben, ist, dass sie sehr glücklich mit mir sind und mein Potenzial kennen. Aus irgendwelchen Gründen brauchen sie aber mehr Zeit, um ihre Entscheidung zu treffen. Deshalb ist meine Zukunft offen, ich bin frei, um mit anderen Werken und Teams zu reden. Genau das werde ich jetzt tun, ich suche einen Platz für nächstes Jahr."
"Ich verdiene das, ich bin noch jung", unterstrich der 28-Jährige. "Ich bin der beste Honda-Fahrer in der Gesamtwertung: Nicht nur dieses Jahr, sondern auch im Vorjahr und in dem Jahr davor. Aber mein Teamkollege bekommt einen Platz im Ducati-Werksteam. Jeder kennt unseren Speed, mir fehlt aber ein Sitz, um diesen zeigen zu können. Mein Manager leistet sehr gute Arbeit, aber ich bin jetzt in dieser seltsamen Situation. In der MotoGP gibt es seit Monaten viele Gerüchte und jetzt einige Änderungen. Viele Menschen haben erwartet, dass ich mit Honda weitermache, auch die Leute im Honda-Team. Aber diese Entscheidung treffen nicht die Leute im Team. Jetzt ist es September – sehr spät, um einen guten Platz zu finden."
Tatsache ist, dass es für 2026 nur noch drei freie Plätze in Werksteams gibt und Vierge weder bei BMW noch Yamaha und Honda oben auf der Wunschliste steht.
"Wenn diese drei Möglichkeiten scheitern, dann bleibt mir nichts anderes übrig, als abzuwarten, was ich tue", bemerkte der WM-Siebte. "Ich kam damals aus der Moto2- in die Superbike-WM und bekam mit Iker Lecuona einen sehr starken Teamkollegen, der aus der MotoGP kam. Dem Papierformat nach hätte er viel schneller sein müssen als ich, wir waren aber von Anfang an auf Augenhöhe. Er geht ins Ducati-Werksteam, sie werden nächstes Jahr Titelanwärter sein. Ich verdiene es, in dieser Meisterschaft weiterzumachen, das habe ich auch bereits bewiesen. Deswegen ist die jetzige Situation so schwierig für mich und ich verstehe sie auch nicht. Ich leiste mehr, als ich momentan erreichen kann."
"Teil von Honda zu sein, ist ein Traum für mich", betonte Vierge. "Das ist mein Traumwerk und ich kam mit einem Ziel an: Um mit ihnen Champion zu werden. Ich kenne meine Geschwindigkeit und mein Potenzial und auch jenes von Honda. Unglücklicherweise braucht alles mehr Zeit, als das jeder gerne hätte. Aber das ist die Realität. Ich habe von Anfang an geschuftet, auf und neben der Strecke, um das Bestmögliche zu erreichen."
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach