Brian Deegan, der Vater von Haiden Deegan, ist ein extremes Beispiel für die körperlichen Folgen des Action-Sports: «Ich habe mir nahezu jeden Knochen gebrochen», sagt der frühere Motocrosser und Freestyler im Rückblick auf seine aktive Zeit in den 1990er Jahren. Brian hat viele schreckliche Unfälle überlebt, aber richtig kritisch wurde es Anfang November letzten Jahres. Sohn Haiden stand in Buenos Aires vor seinem ersten 450er-Rennen, doch Brian wurde von einer giftigen Spinne am rechten Bein gebissen, sodass er 6 Tage in der Notfallstation zubringen musste und beinahe sein Bein verlor. Brian steckte auch diesen Rückschlag weg. «1999 habe ich mit dem aktiven Sport aufgehört», erklärt Brian, der nach seiner Motocross- und Freestyle-Karriere auch noch auf 4 Rädern unterwegs war. Brian und seine Frau Marissa haben 3 gemeinsame Kinder: Hailie (geb. 2001), Haiden (geb. 2006) und Hudson (geb. 2011). «Ich dachte immer, dass meine Kinder Autorennen fahren werden. Hailie hat ja auch mit Go-Kart begonnen, ist Stock Car Racing gefahren und später NASCAR. Haiden ist als Kind auf das Crossbikes just for fun gestiegen. Ich habe den Kindern zwar Freiheiten gelassen, aber immer auch Ziele gesetzt, dass sie die richtige Einstellung für Siege bekommen und eine Strategie entwickeln, dorthin zu kommen. Das habe ich ja während meiner eigenen Karriere selbst gelernt und konnte es an meine Kids weitergeben. Meine Kinder hatten immer ein gutes Umfeld und sind heute in guten Teams. Ich habe mich als Coach und Mentor betätigt und das ist heute auch genau mein Ding.» Ich dachte immer, dass meine Kinder Autorennen fahren werden.Brian Deegan
Extremsport im Wandel Erst ab Mitte der 1990er Jahre kam das Internet auch in Privathaushalte. An heute selbstverständliches Social Media war zu dieser Zeit nicht zu denken. Der große Boom kam nach Brians aktiver Zeit. Dennoch war die Deegan-Dynastie ganz vorn bei der Social Media Selbstvermarktung dabei. «In der Social Media Welt von heute kannst du deine eigene Community aufbauen. Deshalb habe ich 'thegeneralsarmy' gegründet, um Leute zusammenzubringen, die sich gegenseitig unterstützen, um voran zu kommen und Erfolg zu haben. Der Launch war Ende 2025. Ich wollte nicht einfach noch einen weiteren Social-Kanal eröffnen, sondern etwas schaffen, was es in dieser Form noch nicht gab.» In der Community von 'thegeneralsarmy' geht es darum, zu kämpfen, Rückschläge zu akzeptieren und weiterzumachen. Es geht darum, sich nicht als Opfer, sondern als Macher zu sehen. Es geht um Disziplin, Loyalität und mentale Stärke, um Motivation, Identifikation und Zusammenhalt. Hier geht es um Motivation, Identifikation und Zusammenhalt.Brian Deegan
Nächstes Kapitel 450er «Die erste Grundvoraussetzung für Erfolg ist Disziplin», erklärt Brian. «Hailie war eher brav, mit Haiden musste ich manchmal etwas strenger umgehen und beim dritten Kind wird man dann sowieso etwas nachlässiger. Aber Hudson ist auch etwas emotionaler als die beiden anderen, er ist anders gestrickt.» «Viele Eltern geben den Kindern ein iPad und machen ihr eigenes Ding. Aber so etwas wird sich später rächen. Wir haben die meiste Zeit draußen verbracht. Sie werden deshalb vielleicht keine Computer-Asse, aber niemand weiß, ob so etwas in Zeiten von KI überhaupt noch gebraucht wird.» Unsere kids haben die meiste Zeit draußen verbracht.Brian Deegan
Brian Deegan: Rückzug - aber nicht ganz «Zu Beginn von Haidens Karriere stand ich nicht nur 100 Prozent hinter ihm, sondern 110 Prozent und ich werde ein Leben lang sein Vater bleiben. Richtig aufhören wird mein Support für ihn also nie. Vor jedem Rennen bin ich aufgeregt und angespannt. Jetzt ist Haiden in einem sehr professionellen Team, aber wir werten trotzdem noch immer jedes Rennen aus und schauen, woran wir unter der Woche arbeiten müssen, um stetig besser zu werden. In diesem Jahr wird er in die 450er Klasse aufsteigen und das wird auch wieder ein hartes Stück Arbeit werden. Es geht also immer weiter.» Zu viele Rennen in den USA Die Anzahl der Rennen in den USA ist schon lange ein Thema. «Wir haben zu viele Rennen. Die Fahrer haben nur eine Woche Zeit, um sich zu regenerieren und haben über die Saison praktisch kein freies Wochenende. Man sollte die Zahl um ein Drittel verringern», sagt Brian. Max Anstie: Zu alt für die 250er Klasse? Die Kollision zwischen Haiden Deegan und Max Anstie in San Diego wurde heiß diskutiert. In den USA wird der Fall auch als Generationenkonflikt interpretiert. «Max ist ein netter Kerl, das ist keine Frage», meint Brian. «Aber ich denke, wir haben es hier auch mit unterschiedlichen Ansätzen zu tun. Die jungen Fahrer müssen sich beweisen. Sie haben keine Chance, zu taktieren, sonst sind sie weg vom Fenster. Die 250er-Klasse sollte ein Alterslimit von 25 Jahren haben, einfach um den jungen Fahrern und ihren Familien und Unterstützern eine Chance zu geben.» Die 250er Klasse sollte ein Alterslimit von 25 Jahren haben.Brian Deegan