Nach Startabbruch in Spa: Fans und Fahrer sauer

Von Tom Vorderfelt
Beim ADAC GT Masters wurde der Start bei einem als Regenrennen deklariertem Rennen nach Regen abgebrochen. Fans und Fahrer wunderten sich und waren sauer.

Der Start des zweiten Laufes beim ADAC GT Masters in Spa-Francorchamps sorgte am Sonntag für Diskussionen. Obwohl das Rennen von der Rennleitung als Regenrennen deklariert war, brach der Renndirektor das Rennen nach einem Wolkenbruch in der Einführungsrunde ab – zum Leidwesen von Jeroen Bleekemolen (Bentley), Rahel Frey (Audi), Marc Basseng (Audi) und Christer Jöns (Audi), deren Poker auf trockener Strecke mit Regenreifen zu starten, sich ausgezahlt hätte. «Dafür braucht man sich keine Strategie zurechtzulegen oder mal etwas riskieren», maulte Bentley-Teamchef Norbert Brückner. Auch Marc Basseng, der am Ende noch Dritter wurde, hatte sich von der riskanten Taktik viel versprochen und war verärgert. «Als der Startabbruch kam, habe ich gekotzt.»

Was war passiert? Das Rennen wurde aufgrund von einigen noch feuchten Abschnitten als Regenrennen deklariert. Als das Feld in der Einführungsrunde war, ging ein Wolkenbruch über Spa nieder. Insgesamt 16 der 20 Fahrzeuge waren zu dem Zeitpunkt auf Slicks unterwegs. Als BMW-Pilot Samuel Sladecka noch in der Einführungsrunde hinter dem Leading Car in den Reifenstapeln landete, hatte Renndirektor Sven Stoppe genug gesehen – er liess die rote Flagge aushängen und brach den Start aus Sicherheitsgründen ab. Die Entscheidung über den Startabbruch ist eine Ermessensentscheidung des Renndirektors. Der Start stand in Stoppes Verantwortung und dem war es zu heikel, 16 Slick-bereifte GT3 ins Rennen zu schicken, denn schon bei der Anfahrt zum Boxenstopp wäre größeres Chaos zu befürchten gewesen. Der belgische Streckensprecher, der in Spa schon so manchen Wolkenbruch erlebt hat, wunderte sich nicht über die roten Flaggen: «Bei so starken Regen starten wir hier in Spa nie ein Rennen, ich haben mich gewundert, dass das Rennen anschliessend überhaupt gestartet wurde.»

In der Unterbrechung wechselte das komplette Feld auf Regenreifen. Anschliessend gab es drei Einführungsrunden, in denen der Renndirektor sich per Funk bei verschiedenen Fahrern über die Streckenverhältnisse erkundigte, bevor er den Start dann endgültig frei gab.

Die Verhältnisse waren weiterhin grenzwertig, als der Regen zwischenzeitlich stärker wurde, ging das Safety-Car für einige Runden auf die Strecke. Eine richtige Entscheidung, denn kaum ein Fahrer, der nach dem Rennen nicht von viel Aquaplaning und von Halbgas auf den Geraden zu berichten musste.

Viele Fans fragten sich: Warum erfolgte auch der Start nicht gleich einfach hinter dem Safety-Car? Die Entscheidung zum Safety-Car-Start muss mindestens fünf Minuten vor Rennstart gefallen sein, denn dann fährt das Safety-Car aus dem Vorstart in seine Position. Doch zu dem Zeitpunkt fiel noch kein Tröpfchen vom Himmel über Belgien und nicht wies auf den kurz später folgenden Wolkenbruch hin.

Die Sicherheit in den Vordergrund zu stellen, zahlte sich aus: Im Sonntagsrennen kamen alle Teilnehmer ins Ziel.

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