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Regelchaos in der DTM: DMSB vollzieht Rolle rückwärts
Das Brimborium um die Performance-Gewichte ist endgültig zur Posse verkommen. Nach einem gehörigen Krach hinter den Kulissen machte der DMSB am Samstagabend einen Rückzieher.
DTM
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Die Posse um die Performance-Gewichte hat am Samstag ihren vorläufigen Tiefpunkt erreicht. Stundenlang war nach dem neunten Saisonrennen der DTM in Moskau diskutiert worden, die Drähte zwischen den Verantwortlichen in Moskau und in Deutschland glühten. Auch DTM-Chef Gerhard Berger schaltete sich ein, damit eine kurzfristige Lösung gefunden werden konnte. Denn klar ist: Das unrühmliche Hin und Her sorgt seit Wochen für endlose Diskussionen und stellt den Sport zu einem Großteil in den Hintergrund.
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Um 23.00 Uhr Ortszeit war dann eine Entscheidung gefallen: Der DMSB, der zuvor eine neue Berechnung der umstrittenen Gewichte per Zufallsgenerator gegen den Willen der Hersteller durchgesetzt hatte, machte schließlich am späten Abend eine komplette Rolle rückwärts. Vorausgegangen war ein Krach zwischen den drei Herstellern Audi, BMW und Mercedes sowie dem DMSB. Ein Machtkampf, der mit dem Rückzieher des DMSB zumindest ein vorläufiges Ende findet. Heißt konkret: Das Bulletin, mit dem die neue Regelung am Freitag veröffentlicht wurde, wurde ausgesetzt. Beim DMSB war die Erkenntnis gereift, dass auch die Überarbeitung nicht den gewünschten Erfolg bringen würde, hieß es in der Mitteilung. "Im Grundsatz geht es darum, einen sportlich-fairen Wettbewerb zu erhalten", erklärte DMSB-Präsident Hans-Joachim Stuck. "Leider bargen alle bisherigen Varianten der Performance-Gewichtsregeln die Gefahr des Missbrauchs." Also sowohl die auf Initiative der Hersteller in Budapest eingeführte Änderung, als auch die vom DMSB in Moskau durchgedrückte Variante. Zur Erinnerung: Vor dem dritten Rennwochenende in Budapest war die Berechnung der Gewichte vom Qualifying auf die Rennen verlegt worden, dabei wurde, vereinfacht gesagt, die Rennperformance eines jeden Herstellers zur Berechnung herangezogen.
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Nachdem die Hersteller aber mit einem Zielzeitfahren die Regelung ad absurdum geführt hatten, wurde vor dem vierten Event am Norisring in einem ersten Schritt die Kommunikation über die Boxentafeln weiter eingeschränkt. Vor Moskau folgte schließlich der Alleingang des DMSB inklusive eines Losverfahrens.
"Wir müssen endlich im Sinne des Sports eine Lösung finden, die die Performance-Gewichte abschafft. Der Fan will Rennfahrer sehen, die von der ersten bis zur letzten Minute Vollgas geben. Es ist unser gemeinsamer Job, dies zu ermöglichen", sagte Stuck: "Daher werde ich unmittelbar nach dem Rennen in Moskau die Verantwortlichen der DTM-Kommission - Hersteller, ITR und DMSB - zusammenrufen, um eine finale Lösung zu erarbeiten", kündigte er an. Klar ist: Die Fahrer würden sich am liebsten komplett von den ungeliebten Gewichten verabschieden, auch DTM-Boss Berger ist ein Gegner des Zusatzballasts. Aber: Bislang konnten sich die Hersteller nicht auf eine gemeinsame Linie, sprich eine Abschaffung, einigen.
"Ich bin schon lange ein Gegner der Gewichte. Im Sport gibt es nur einen Sieger, es können nicht alle gewinnen. Die Intention dahinter kann ich verstehen, aber die Gewichte sind nicht die richtige Lösung", sagte Mattias Ekström. Der Schwede, für seine deutlichen Worte bekannt, stellte klar: "Wenn ich der DTM-Chef wäre, würde es keine Gewichte geben. Fertig!" Sein Vorschlag: "Stattdessen sollte man es den Herstellern erlauben, die vom Reglement her eigentlich eingefrorenen Autos über den Winter weiterzuentwickeln. Bis zu einer neuen Lösung bleibt das Reglement unverändert. Was bedeutet: Die Gewichte für das zehnte Saisonrennen wurden nach dem vorherigen System berechnet. Für den Lauf ergeben sich dadurch keine Änderungen: Audi ist mit 1117,5 Kilogramm das leichteste Auto, die BMW wiegen 1122,5 Kilogramm und die Mercedes 1127,5 Kilogramm.
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