Eddie Mielke: So hat sich die DTM verändert

Von Andreas Reiners
DTM
Lucas Auer und Paul di Resta in Budapest

Lucas Auer und Paul di Resta in Budapest

Eddie Mielke kennt die DTM. Bereits 2002 und 2003 war er in der Tourenwagenserie als Kommentator unterwegs. 2018 ist er zurück, in Diensten von Sat.1.

Und es hat sich in all den Jahren trotz vieler bekannter Gesichter eine Menge verändert.

«Der Umgang mit brisanten Themen ist entspannter. Beispiel: Die Frage, ob es in Budapest eine Mercedes-Teamorder war oder nicht. So wie wir als Journalisten damit umgehen konnten und durften – das wäre früher so nicht möglich gewesen. Da wäre versucht worden, das Problem im Sinne der politischen Korrektheit zu klären», sagte der DTM-Kommentator von Sat.1 SPEEDWEEK.com.

Heißt aber auch, «dass es viel zu lange gedauert hat, bis man in der Hinsicht in die Offensive gegangen ist. Dafür ist man aber im Moment auf dem richtigen Weg.»

Der neue Fernsehpartner der DTM blieb in Budapest am Ball. Sat.1-Experte Timo Scheider hatte sich während des Samstagsrennens in Budapest schnell festgelegt: Mercedes hat Teamorder betrieben. Auch nach der Übertragung sammelten die TV-Kollegen Stimmen, fragten bei DTM-Chef Gerhard Berger und beim Mercedes-Teamchef Ulrich Fritz nach.

Bei der Talkrunde nach dem Rennen entwickelte sich zwischen Scheider und Mercedes-Pilot Lucas Auer eine rege Diskussion. Auer hatte seinen Teamkollegen Paul di Resta etwas ungelenk überholen lassen, der Schotte gewann das Rennen. Das Thema schlug hohe Wellen im Fahrerlager, denn Teamorder ist inzwischen bei den Fans ein Unwort, und auch in der DTM beim dritten Rennwochenende ungewöhnlich.

Am Sonntag ging es weiter, nach einer Nacht Abstand durften sich Berger und Fritz in der Startaufstellung nochmals äußern. Beide rückten von ihrer Meinung nicht ab, Fritz betonte vehement, es sei keine Teamorder gewesen, die Fahrer hätten untereinander den Platztausch vorgenommen. Berger blieb dabei, dass er die Aktion seines Neffen Auer nicht nachvollziehen könne.

Negativ überrascht wurde Mielke von den teilweise sehr leeren Tribünen. Offizielle Zahlen gibt es seit dieser Saison nicht mehr, man muss schätzen. Die Unterschiede zum Vorjahr sind aber deutlich zu sehen. «Da hatte ich mehr erwartet. Da ist noch Luft nach oben», sagte Mielke. Die Gründe: «Bei den Rennen in Hockenheim und am Lausitzring war das Wetter exorbitant gut, das hat sicherlich etwas gekostet. Und natürlich spielt auch das typisch deutsche Krisengerede eine Rolle. Es gab ja genug Meldungen über den Winter, bei denen man das Gefühl hatte, dass die DTM tot ist.»

Doch seiner Meinung nach hat die DTM eine Zukunft. Denn: «Die Stimmung ist wieder besser. Der Weg, der eingeschlagen wurde, ist richtig, Dass DTM-Chef Gerhard Berger nicht zaubern kann, ist klar. Ich finde aber, dass man das entspannt sehen und optimistisch angehen muss. Es hat früher auch schon mal Krisen gegeben. Die Serie hat tolle Rennfahrer, tolle Autos und ist super spannend. Die bisherigen drei Wochenenden waren beste Werbung für den Rennsport, und ich bin mir sicher, dass es weitergehen wird.»

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