Gary Paffett wettert über Timo Glock: «Ein Desaster»

Von Andreas Reiners
DTM
Gary Paffett und Timo Glock

Gary Paffett und Timo Glock

In Hockenheim lagen sich Gary Paftett und Timo Glock noch in den Armen, jetzt liegen sie im Clinch. Paffett ist stinksauer, Glock wiederum völlig überrascht.

Gary Paffett hatte einen dicken Hals. Ein «Desaster» sei das Duell mit Timo Glock gewesen. «Unfair, verrückt, leichtsinnig» fügte der Brite noch hinzu. Kein Vergleich zum epischen Duell beim zweiten Saisonrennen in Hockenheim. Im Mai lagen sich die beiden DTM-Stars nach der Zieldurchfahrt noch in den Armen, keine zwei Monate später liegen sie im Clinch.

Dabei hatten sich die beiden Routiniers beim achten Rennen des Jahres auf dem Norisring einen ähnlich aufregenden und hart geführten Zweikampf geliefert. Zwar nicht um den Sieg, sondern nur um Platz zehn. Trotzdem war es spannend, mit Lackaustausch, am Limit.

Für Paffett aber zu oft darüber hinaus. «Jedes Mal, wenn ich ihn überholen wollte, hat er versucht, mich in die Mauer zu drücken. Ob ich es nun außen oder innen versucht habe. Ich musste zehnmal lupfen, sonst wäre ich in der Mauer gelandet», wetterte Paffett, der von Startplatz zwei aus ins Rennen gegangen war, durch einen verpatzten Boxenstopp aber zurückfiel.

Glock war komplett erstaunt über Paffetts Wut. «Der Kampf war hart, ich habe mich gegen ihn verteidigt und habe nicht gesehen, dass es unfair war. Es war ähnlich wie Hockenheim. Ich fand es gut», sagte Glock, der einräumte, dass es auf dem Norisring nicht ganz einfach ist, einzuschätzen, wo der Gegner ist.

«Ich habe ihn nicht immer sehen können und du musst ja auch mal nach vorne schauen. Wenn er neben mir gewesen wäre, hätte ich ihm den Raum gelassen. Vielleicht war er mit seinem Splitter mal an meinem Hinterrad, aber das ist schwierig zu sehen», meinte Glock.

Dass der 36-Jährige den Zweikampf für in Ordnung befand, konnte Paffett kaum glauben. «Wir hatten in Hockenheim ein großartiges Rennen, aber auf das Rennen kann er nicht stolz sein. Wenn er denkt, dass es akzeptabel ist, ist er ein ganz anderer Fahrer als ich, dann liegen wir in der Hinsicht sehr weit auseinander», meinte der Brite und stellte klar, dass er keine Lust auf ein Gespräch hat: «Ich bin nicht daran interessiert, mit ihm zu reden.»

Eigentlich schade, denn Glock hatte den Vorschlag gemacht, dass sich beide die gut 20 Minuten, die sie sich auf der Strecke beharkten, noch einmal gemeinsam anschauen. «Es ist ziemlich klar, was ich denke. Und ehrlich gesagt, ist es mir ziemlich egal, was er denkt», so Paffett.

Was er von dem Zweikampf hielt, zeigte er Glock auf der Auslaufrunde, als er sich neben den BMW setzte. «Da hat er mir freundlich zugewinkt», so Glock. Er sah sogar den Crash zwischen den beiden locker, als Paffett ihm zum Auftakt des Duells ins Heck rauschte. Paffett erklärte, er habe sich verbremst. «Ich habe fast angehalten und gewartet, bis er wieder in der Spur war, damit ich ihn nicht noch einmal berühre und womöglich drehe. Es war ein Fehler, keine Absicht, ein Rennunfall.»

Glock: «Ich kann seine Situation verstehen: Er hatte ganz klar ein Auto, das fürs Podium gut war und das ganze Wochenende dominiert hat. Das ist für ihn frustrierend, heißt aber nicht, dass ich ihn vorbeiwinken muss oder soll. Wir fahren ja auch um Punkte.» Glock holte am Ende als Zehnter einen Punkt, belegt in der Gesamtwertung Platz vier mit 92 Zählern, punktgleich mit seinem Markenkollegen Marco Wittmann. Paffett liegt trotz Platz 13 mit 99 Punkten immer noch in Führung.

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