WRT-Teamchef: «In der DTM geschehen seltsame Dinge»

Von Andreas Reiners
Vincent Vosse mit Pietro Fittipaldi

Vincent Vosse mit Pietro Fittipaldi

WRT-Teamchef Vincent Vosse hat mit gewissen Geschehnissen gerechnet. Man bekommt ja als Beobachter der DTM durchaus einige Dinge mit.

Dass es eng zugeht zum Beispiel. Dass nichts garantiert ist. Soll heißen: Der Sieger vom Samstag kann am Sonntag hinterherfahren. Ist man als Teamchef mit seiner Mannschaft dann aber als Kundenteam von Audi in die DTM involviert, fallen einem noch mehr Dinge auf, warum die DTM kein Selbstläufer ist.

Erst recht nicht für ein Kundenteam, das dazu noch die erste Saison in der Tourenwagenserie absolviert. «Zum Beispiel die Boxenstopps», so Vosse. «Bisher waren wir in jeder Kategorie, in der wir angetreten sind, der Maßstab. In der DTM haben wir mit den Boxenstopps ziemlich zu kämpfen.»

Da ist WRT allerdings nicht alleine, denn beim Boxenstopp dürfen maximal neun Mechaniker eines Teams am Auto eingesetzt werden, und es steht pro Fahrzeugseite lediglich ein Schlagschrauber zur Verfügung. Der neunte Mechaniker ist seit diesem Jahr erlaubt und wird als „Reifenfänger“ eingesetzt, um ein Wegrollen der Reifen zu verhindern.

Man kann in der Box mit den kleinsten Patzern ganze Rennen verhauen, Siege verschenken.

Vosse: «Man braucht vier Personen, die das dauerhaft machen. Die Menschen am Schlagschrauber und am Rad sind extrem wichtig. Training ist extrem wichtig. Für die Boxenstopps im GT-Sport braucht man vor allem Kraft. In der DTM ist das komplett anders. Da muss man hart trainieren. Jeder Millimeter zählt, jedes Detail. Es ist so schwierig. Daran zu arbeiten ist eines unserer Ziele für den Winter. In der DTM hat jeder dasselbe Material – es liegt also an uns.»

Das ist aber nicht das einzige, mit dem WRT klarkommen muss. Und es gibt Dinge, die noch schwieriger sind. «Die DTM zu verstehen ist am schwierigsten. Warum holt (BMW-Pilot Marco) Wittmann am Samstag in Brands Hatch die Pole-Position und warum steht er am Sonntag auf Startplatz zwölf? In der DTM geschehen seltsame Dinge und man muss versuchen, sie zu verstehen. Sonst bekommst du das Gefühl, dass du die Dinge nicht im Griff hast, sondern nur mitschwimmst.»

Trotz der ganzen Geheimnisse, die man als Neuling erst einmal ergründen muss, sagt Vosse: «Die DTM ist sehr eindrucksvoll. Das Racing ist sehr gut und die Qualität der Teams und der Fahrer einfach großartig. Für mich hat diese Kategorie eine große Zukunft, weil die Bühne einfach fantastisch ist.»

Was würde er verändern? «Was ich hasse, ist das viele Geld, das wir für den Funk ausgeben müssen, ohne ihn richtig verwenden zu können, da wir nur in der Boxengasse mit den Fahrern sprechen dürfen. MotoGP hat großartige Rennen ohne Funk. Die Formel 1 hat großartige Rennen mit Funk.»

Mit den Leistungen, die das Team und seine Fahrer Jonathan Aberdein und Pietro Fittipaldi gezeigt haben, ist Vosse daher sehr zufrieden. «Ich konnte das so nicht erwarten. Sich knapp hinter den sechs Werks-Audi zu qualifizieren, ja. Aber nicht, das eine oder andere Mal einige davon hinter uns zu lassen.»

Hinzu kommt: Technische Probleme mit den beiden Audi RS 5 DTM hatte WRT bisher keine. «Es gab nichts, weshalb wir ein freies Training, ein Qualifying oder ein Rennen hätten auslassen müssen. Der Audi RS 5 DTM ist ein großartiges Auto, aber wir haben keine zehn Audi-Leute in der Box, die nach unseren Autos schauen. Das machen wir selbst. Und das macht einen sehr stolz.»


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