Mercedes: Mutiger Schritt in die Zukunft

Von Andreas Reiners
DTM
Mutige Strategie: Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff

Mutige Strategie: Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff

Die DTM-Vorbereitung geht mit den vorletzten Tests in die heiße Phase. SPEEDWEEK.de nimmt die Situation bei den drei Herstellern unter die Lupe.

Alles auf Anfang: Kein anderer Hersteller hat im Vorfeld der neuen DTM-Saison so aufgeräumt wie Mercedes. Zum Teil gewollt, zum Teil aus der Not heraus. Der Trend bei den Stuttgartern ist klar. Man setzt 2013 vor allem auf die Jugend. Mercedes fährt in dieser Saison zudem nur noch mit sechs statt bisher acht Autos. Zum einen wohl aus Kostengründen, zum anderen aufgrund der «Konzentration der Kräfte», wie der neue Motorsportchef Toto Wolff erklärte.

Die Führungspositionen waren nach dem Weggang von Norbert Haug die zweiten einschneidenden Änderungen. Da sich Haugs Nachfolger Wolff laut eigener Aussage zu 80 Prozent um die Formel 1 kümmern will, übernehmen Wolfgang Schattling und Gerhard Ungar zum größten Teil die Geschicke in der DTM. Wolff hat weiter Gesamtleitung inne und bestimmt die Strategie. Und die ist mutig. «Unser Fahrerkader ist ein klares Investment in die Motorsport-Zukunft von Mercedes-Benz», sagte Wolff zur überraschenden Personalplanung.

Paffett der Leitwolf

Leitwolf des neuen Fahrerkaders ist der Brite Gary Paffett, nachdem sich Ralf Schumacher kürzlich dazu entschlossen hatte, seine Erfahrung nur noch außerhalb der Strecke, und zwar im Management des Mücke-Teams einzubringen. Pascal Wehrlein, gerade einmal 18 Jahre alt, ist das i-Tüpfelchen auf dem Mercedes-«Jugendwahn». Er rückte für Schumacher in das DTM-Aufgebot, das mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren das jüngste aller drei Hersteller ist.

Trotzdem ist das Ziel klar: Man will zurück nach ganz oben. Auch wenn das wahrscheinlich nicht von Anfang an gelingen wird. «Der Winter war gut und wir versuchen uns so gut wie möglich für die Saison vorzubereiten», sagte Paffett vor den vorletzten Testfahrten, die am Dienstag in Barcelona beginnen. «Ich glaube das Team ist gut aufgestellt. Aber das wichtigste ist, dass mein Auto schnell ist und dann sollte alles gut gehen», sagte der Brite und stellte unmissverständlich fest: «Letztendlich müssen wir die Meisterschaft gewinnen.» Paffett hatte in der vergangenen Saison schon eine Hand am Pokal, führte bis zum Saisonfinale die Fahrerwertung an und musste dann doch BMW-Pilot Bruno Spengler den Vortritt lassen. «Umso mehr werde ich in dieser Saison angreifen und alles geben, um meinen zweiten Titel in der DTM zu gewinnen», sagte Paffett.

Kleinere Brötchen

Seine Teamkollegen backen allesamt logischerweise kleinere Brötchen. Schritt für Schritt ist das Motto des Nachwuchses. «Ich muss mehr Input geben, mehr Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig habe ich aber auch mehr Einfluss», sagte Christian Vietoris. In der vergangenen DTM-Saison fuhr Vietoris in vier Rennen unter die Top Ten, zu einem Podestplatz reichte es jedoch nicht. Robert Wickens fuhr dreimal in die Punkte, mehr als zwei siebte Plätze sprangen nicht dabei heraus. «In meiner Debütsaison im vergangenen Jahr musste ich eine steile Lernkurve meistern und obwohl ich längst noch nicht am Ende dieses Lernprozesses angekommen bin, bin ich hochmotiviert in diesem Jahr den nächsten Schritt zu machen», sagte Wickens.

Und Roberto Merhi ging im letzten Jahr komplett leer aus. «Ich habe in meiner Debütsaison in der DTM viel gelernt und möchte diese Erfahrung in diesem Jahr nutzen, um mich kontinuierlich weiter zu steigern und bessere Resultate zu erzielen», sagte Merhi. Neben Wehrlein gibt auch der Spanier Daniel Juncadella sein Debüt in der DTM. «Ich werde alles geben, um das in mich gesetzte Vertrauen weiterhin zu rechtfertigen.» Wie der neue Weg bei Mercedes funktioniert? Die Testfahrten ab Dienstag in Barcelona werden erste Aufschlüsse geben.

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