Paul di Resta: Mit Mercedes zum DTM-Titel?

Von Andreas Reiners
DTM
Paul di Resta

Paul di Resta

Ist seine Rückkehr auch gleichzeitig ein Rückschritt? Paul di Resta hofft zumindest weiterhin auf eine Chance in der Formel 1.

Mercedes rüstet für die kommende DTM-Saison auf: In Paul di Resta haben die Stuttgarter einen ehemaligen Champion zurückgeholt. 2010 gewann der Schotte bereits den Titel, ehe er in die Formel 1 wechselte. In der Motorsport-Königsklasse war sein Erfolg aber eher bescheidener Natur – ein Podiumsplatz blieb ihm während der drei Jahre bei Force India verwehrt. Nun also der Weg zurück. Eine Niederlage für di Resta? Die Rückkehr als Rückschritt?

Nun, seine Rückkehr in die DTM ist vor allem logisch. Für ihn und für Mercedes. Denn di Resta verlor trotz seines unbestrittenen Talents sein Formel-1-Cockpit, fühlt sich mit 27 Jahren aber natürlich noch zu jung, um die F1-Karriere abzuhaken. Wir hatten ihn bei seinem letzten DTM-Besuch im September in Oschersleben gefragt, ob er sich eine Rückkehr grundsätzlich vorstellen könne.

«Sag niemals nie. Es sind definitiv schöne Erinnerungen und es gibt keinen Grund, warum ich nicht zurückkehren sollte. Aber mein Fokus ist auf der Formel 1. Die DTM wächst und das ist mit ein Grund, warum ich regelmäßig zuschaue und ein Teil davon bleiben will. Vielleicht später im Leben noch einmal», hatte er damals erklärt.

Das «später» kam nun ungewollt wesentlich früher. Bei den Testfahrten in Portimao in dieser Woche saß er wieder im Mercedes. Viele ehemalige F1-Fahrer erzählen, wie schwer die Umstellung auf den schwereren DTM-Boliden ist. Di Resta kennt bereits beides. «Ich glaube nicht, dass ich viel ändern muss. Ich habe auch nicht viel geändert, als ich von der DTM in die Formel 1 gewechselt bin», sagte der Schotte, dessen letzter Einsatz in einem DTM-Auto unter Wettbewerbsbedingungen mehr als drei Jahre her ist. Genauso lange wie der letzte Titel von Mercedes.

Nicht nur deshalb hat di Resta mit Mercedes große Ziele. Die Stuttgarter, die ihren Kader vor der vergangenen Saison von acht auf sechs Autos reduziert und vor allem auf den Nachwuchs gesetzt hatten, haben, vorsichtig formuliert, eine durchwachsene Saison hinter sich. Insgesamt haben die jungen Wilden zwar für das eine oder andere Highlight gesorgt. Doch gepaart mit fehlender Konkurrenzfähigkeit des Autos fehlte es Pascal Wehrlein und Co. eben auch an Erfahrung. Ob durch die Verpflichtung von di Resta der Kader automatisch wieder auf acht Autos aufgestockt wird, ließ Mercedes offen. Motorsportchef Totro Wolff hatte bereits im Herbst erklärt, dass man darüber nachdenke.

Wieder um Siege fahren

Acht Autos hin oder her: «Ich hoffe, dass wir mit dem Team, das wir zur Verfügung haben, ein Auto entwickeln das es uns erlaubt, schnell zu fahren. Ich hoffe, dass ich wieder auf das Podium und um Siege fahren kann und dass wir ein Paket haben, um den Titel zurück zu Mercedes zu holen», sagte di Resta.

Di Resta denkt dabei aber auch an sich, denn ein Podiumsplatz oder gar ein Sieg scheint wahrscheinlich. «Drei Jahre ohne war eine sehr lange Zeit, die längste in meiner Karriere. Das ist etwas, das mich antreibt», sagte er und hofft, dass es nicht lange dauern werde, «bis ich meinen Speed wieder erreicht habe und in der Lage bin, auf das Podium zu fahren».

Bei aller Liebe zur DTM: Natürlich will der 27-Jährige kurz- bis mittelfristig wieder zurück in die Formel 1. Daraus macht er auch gar keinen Hehl. Paul Di Resta gegenüber unserem Mitarbeiter Adam Cooper: «Hoffentlich kann ich Teil des Formel-1-Teams von Mercedes sein. Wir müssen noch herausfinden, wie eine solche Rolle definiert werden kann. Wir haben bald Sitzungen mit Rennstallchef Toto Wolff und führenden Teammitgliedern. Wir müssen auch herausfinden, wie wir die Zeit sinnvoll teilen können, damit ich fürs GP-Team von Nutzen sein kann.»

Denkbar sind Einsätze im Rennsimulator und auch innerhalb der acht Testtage, die allen F1-Teams innerhalb der Saison 2014 zur Verfügung stehen. Zudem hat Mercedes mit Paul Di Resta einen guten Ersatzmann, sollten die Starfahrer Nico Rosberg und Lewis Hamilton nicht einsatzfähig sein.

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