Antonio Felix da Costa: Rowdy und Rüpel?

Von Andreas Reiners
DTM
Antonio Felix da Costa

Antonio Felix da Costa

Der Rookie hinterließ in Hockenheim bis zur 34. Runde einen blendenden Eindruck. Doch dann kam die Kollision mit Timo Scheider.

Das größte Kompliment für Antonio Felix da Costa kam von Timo Glock. «Das war bis jetzt mit eine der besten Zusammenarbeiten mit einem Teamkollegen, sehr offen. Der hat Talent wie alle anderen 23 auch, er setzt es super um. Er ist ganz bodenständig, weiß was er kann und macht seinen Job», sagte Glock und verwies auf die Historie des Portugiesen. 2012 stieg er beispielsweise Mitte des Jahres erst in die World Series ein und wurde noch Gesamtvierter.

Dass es in der DTM nicht auf Anhieb für das Podium reichte und der starke Gesamteindruck getrübt wurde, lag an Felix da Costa selbst. Nachdem er im Qualifying mit Platz vier überrascht hatte, war er auch in seinem ersten DTM-Rennen schnell unterwegs. Doch dann kam Runde 34. Dort verbremste er sich in der Haarnadelkurve und fuhr in Timo Scheiders Audi. Der drehte sich und verlor gute zehn Sekunden. Was Scheider so in Rage brachte: Die Kollision passierte unter Gelben Flaggen. Eigentlich.

«Das war völlig dumm. Das ist in keinster Form zu akzeptieren. Wir können froh sein, dass keine Menschen auf der Strecke standen. Im Rennen kann das passieren, aber bei Gelb an der Stelle wo Gelb ist, ist das ein No-Go. Ich denke, die Sportkommissare werden da noch ein Wort zu haben. Ich hoffe, dass man ihm die Augen öffnet», sagte Scheider SPEEDWEEK.com. «Rookie hin oder her. Was er gemacht hat, darf einfach nicht passieren. Der fährt nicht sein erstes Rennen. Er hat schon viele Rennen gefahren und weiß, was eine gelbe Flagge ist», sagte Audis DTM-Leiter Dieter Gass.

Der Portugiese bekam zwar eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt, die er auch antrat. Doch kurz danach gab er auf. Eine weitere Bestrafung erfolgte allerdings nicht, obwohl der Zwischenfall an die Rennkommissare weitergeleitet wurde. Eine eingehende Untersuchung ergab: Zum Zeitpunkt der Kollision wurden tatsächlich keine Gelben Flaggen geschwenkt, wie Felix da Costa bestätigte.

«Es war nicht meine Intention, ihn zu überholen. Ich war gar nicht nah genug dran. Es tut mir sehr leid für ihn. Mir wurden die Gelben Flaggen aber gar nicht gezeigt», beteuerte er. Und das, obwohl Edoardo Mortaras Auto nach seinem Ausfall immer noch im Gefahrenbereich stand. Ein Streckenposten hatte offenbar die Flagge wieder hereingeholt. Trotzdem: Wenn sie nicht dumm war, so war die Aktion auf jeden Fall unnötig. Ob nun unter Gelb oder nicht.

Windschatten für Glock

So oder so: Felix da Costa war im Nachhinein untröstlich, entschuldigte sich immer wieder für sein Malheur. Es sollte gar nicht erst der Eindruck entstehen, er sei ein Pistenrowdy oder Egoist. So hat er sich als Teamkollege bislang auch gar nicht präsentiert. Im Gegenteil: Im Qualifying gab er Glock Windschatten.

«Das habe ich bis jetzt bei keinem Teamkollegen erlebt», so Glock. Das «Problem»: «Die setzen mir nur immer so hochmotivierte Jungspunde dahin und wollen mir Feuer machen. Aber ich nehme die Herausforderung an», scherzte Glock, der in der vergangenen Saison im teaminternen Duell mit Hockenheim-Sieger Marco Wittmann (24) unterlag.

«Es ist wichtig, jetzt einen Teamgeist zu entwickeln. Er hat mir auch viel geholfen, seit ich dazugekommen bin. Ich muss mir meinen Platz hier noch verdienen», sagte Felix da Costa SPEEDWEEK.com. Das Rennen abhaken fiel ihm schwer. Die Kollision kostete ihn nicht nur einen möglichen Platz auf dem Podium – sie sorgte auch dafür, dass der Portugiese ungewollt in den Negativ-Schlagzeilen stand.

Sein Fazit? Grundsätzlich gehe er glücklich nach Hause. Den Rest hakt er schnell ab. «Ich trete mich einmal und morgen wache ich auf und denke nur noch an Oschersleben. Ich muss das ausblenden.»

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