DTM: Bringt Mercedes eine Rakete nach Zandvoort?

Von Andreas Reiners
DTM
Was kann der neue Mercedes?

Was kann der neue Mercedes?

Was kann der neue, modifizierte Mercedes? Diese Frage stellt sich das DTM-Fahrerlager an diesem Wochenende in Zandvoort.

Mercedes wurde nach dem desaströsen Saisonstart von den Konkurrenten BMW und Audi eine Weiterentwicklung des AMG C-Coupé zugestanden. Diese Zusatz-Homologation endete nun kurz vor dem neunten Saisonrennen an der Nordseeküste. Und Mercedes wird in Zandvoort zumindest schon einen modifizierten Boliden auf die Strecke schicken.

Der Hintergedanke: Mercedes durfte weiterentwickeln, um den damals deutlichen Rückstand zur Konkurrenz aufzuholen. Denn immerhin ist die große Leistungsdichte das Pfund, mit dem die Serie immer wuchert.

Sind nun alle drei Hersteller wieder auf Augenhöhe, haben alle Beteiligten alles richtig gemacht. Sollte Mercedes jedoch BMW und Audi deutlich überholen, haben die beiden anderen Hersteller ein Problem, denn die Weiterentwicklung war für BMW und Audi sowieso eingefroren, und so soll es nun für alle Drei bis Ende 2015 auch bleiben. Im Worst Case könnte also die Konkurrenz im kommenden Jahr einen ähnlichen Antrag wie Mercedes stellen.

Mercedes überholt die Konkurrenz

Die Angst ist nicht ganz unbegründet. Denn in den vergangenen Wochen hat Mercedes mit kleineren Updates am Fahrwerk deutlich erkennbare Fortschritte gemacht. Und das ohne das neue Aerodynamik-Paket, das nun in Zandvoort erstmals gezeigt wird. Bereits auf dem Lausitzring fuhr Mercedes auf die Pole und im Rennen durch Pascal Wehrlein und Christian Vietoris zu einem Doppelsieg, daneben landeten Daniel Juncadella und Robert Wickens auf den Plätzen vier und fünf.

Doch die Stuttgarter haben die zarte Euphorie rund um die deutlich verbesserten Resultate stets gebremst. Zum einen betrug der Unterschied zu BMW und Audi durch die Performance-Gewichte größtenteils 20 bzw. zehn Kilogramm. Ein nicht zu verachtender Zeitvorteil von etwa drei oder vier Zehntelsekunden, vor allem im Qualifying.

Daneben waren es auch oft die Wetterbedingungen oder die Streckencharakteristik, die dem Mercedes entgegen kamen. Wie auf nasser Strecke auf dem Lausitzring, wo Mercedes immer schon gut aussah. Oder im Regenchaos von Oschersleben, wo Vietoris gewann. Oder auf dem Norisring, wo Wickens siegte. «Wir mögen keine schnellen Kurven, wir mögen enge Kurven, in denen du Traktion und mechanischen Grip brauchst», sagte Mercedes‘ DTM-Manager Wolfgang Schattling.

Mercedes hofft nun, dass alle Probleme gelöst sind. Und die Konkurrenz hofft, dass den Stuttgartern das nicht allzu gut gelungen ist. Bringt Mercedes möglicherweise sogar eine «Rakete» an den Start? «Das kann natürlich passieren. In den letzten Rennen waren sie schon sehr stark. Und haben vielleicht die Basis etwas besser verstanden. Jetzt hoffe ich mal, dass sie keinen Burner bringen und uns alle um die Ohren fahren im nächsten Jahr», sagte BMW-Pilot Timo Glock.

Einen Schritt weiter geht sogar Timo Scheider, der sich «fast ein wenig verarscht fühlt». Denn sollte das neue Aerodynamik-Paket funktionieren, «dann wissen wir, worauf wir uns nächstes Jahr einstellen können». Es ist eine Mischung aus Frust und Verständnis. Natürlich ist die Zusatz-Homologation eine Art «Bestrafung» für diejenigen, die im Winter besser gearbeitet haben. Die Entscheidung haben allerdings alle drei Hersteller in der DTM-Kommission gemeinsam getroffen. Auch im Hinblick auf die Zukunft der DTM. Denn Mercedes wäre mit Sicherheit nicht bis Ende 2015 dem Feld hinterher gefahren. Ein Ausstieg hätte wohl das Ende der Tourenwagen-Serie bedeutet.

Es könnte in Zandvoort, wo Christian Vietoris den neuen Boliden fahren wird und abschließend in Hockenheim, wo dann möglicherweise alle sieben Piloten den neuen Boliden bekommen, aber auch ganz anders kommen.

Timo Glock hat eine mögliche Theorie: «Wenn sie clever sind und wissen, dass sie etwas bringen, dann zeigen sie das nicht in Zandvoort und in Hockenheim. Und machen das Auto langsamer oder was auch immer.» Um erst 2015 die Katze endgültig aus dem Sack zu lassen.

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