Eisspeedway: Wie Tobias Busch aufs Glatteis geriet

Von Thorsten Horn
Eisspeedway

Die Eisspeedwayunion Berlin schickt diesen Winter erstmals ein eigenes Team in die Rennen. In Russland bereiteten sich Max Niedermaier und Rookie Tobias Busch vor – das Doppelinterview.

Anfang Dezember reisten der vierfache Deutsche Vizemeister und letztjährige WM-14. Max Niedermaier sowie der bisher nur Speedway fahrende Stralsunder Tobias Busch zum Trainingslager nach Russland, wo sie der Russische Meister und WM-Dritte des Jahres 2003, Vladimir Lumpov, unter seine Fittiche nahm.

Tobias, wie kam es, dass du jetzt auch Eisspeedway fährst?

Wir, das heißt, mein Tuner Steffen Höppner, Rennleiter Bernd Sagert und ich, haben beim Eisspeedway-Grand Prix im März 2016 in Berlin kurz über die Möglichkeit gesprochen und danach nicht mehr. Im November klingelte mein Telefon und es hieß, wir fahren nach Russland zum Eisspeedway-Training.

Wie hast du dich bei deinen ersten Runden auf Eis angestellt?

Gar nicht so schlecht. Es hat auf jeden Fall Riesenspaß gemacht und ist eine super Abwechslung zum Sommersport. Wir haben dort auch ein Trainingsrennen bestritten, bei dem ich sogar ein paar Russen hinter mir gelassen habe. Es ist eine coole Sache, gefällt mir.

Wie geht es bei dir jetzt weiter?

Geplant sind mit der Eisspeedwayunion Berlin zunächst einmal drei Jahre. Da ist abzuwarten, wohin der Weg führt. Wir müssen diese drei Jahre intensiv arbeiten.

Was ist für dich im Eisspeedway das Nahziel?

Ich möchte auf jeden Fall bei der Deutschen Meisterschaft in Berlin dabei sein und dort unter die ersten acht kommen. Ich weiß, dass ich unter die ersten fünf oder sechs kommen sollte, um in der darauffolgenden Saison einen EM- oder WM-Qualiplatz zu bekommen. Aber mein persönliches Ziel ist, mich im guten Mittelfeld zu platzieren. Das wäre ein großer Erfolg für mich.

Leider werde ich nicht mehr allzu viel Training haben, weil ich schon vor längerer Zeit, noch bevor das mit dem Eisspeedway konkret wurde, für ein Hallen-Speedway-Rennen zugesagt habe. Somit wird wohl Berlin mein nächstes Mal auf Eis sein, aber das wird schon, da mache ich mir keine Sorgen. Ich kann ja als Neueinsteiger nur gewinnen.

Ich weiß natürlich, dass in Berlin viele Augen auf mich gerichtet sein werden, weil mit Sicherheit auch viele Fans vom normalen Speedway da sein werden, aber es läuft, wie es läuft. Alles, was besser ist als der letzte Platz, ist ein Erfolg.

Max, wie bist du zum Team Eisspeedwayunion Berlin gekommen?

Jo mei, da es zurzeit relativ wenige Eisspeedway-Fahrer in Deutschland gibt, hatten Bernd Sagert und Steffen Höppner die Idee, etwas für den Nachwuchs zu tun und haben mich gefragt, ob ich da mitmachen würde. Wir haben dann an Tobias Busch gedacht, der den Sport ja prinzipiell kennt. Zwar ist Speedway und Eisspeedway nicht das Gleiche, aber er weiß schon mal, dass man linksrum fährt, wann das Band hoch geht, und so weiter.

Was hast du für einen Bezug zum Speedway?

Ich verfolge das eigentlich nur im Internet und gehe manchmal zu einer Veranstaltung bei uns in Bayern, aber nur zum Zuschauen.

Du warst in Russland zum Training sicherlich nicht nur Lehrmeister. Wie ist es für dich persönlich gelaufen?

Wir hatten acht Tage Training und dazu ein Trainingsrennen, welches ich gewinnen konnte. Das war eine super Sache. Ich fühle mich echt gut. Mal sehen, was jetzt kommt. Das Erste ist diesmal die direkte Qualifikation für den Grand Prix. 2012 war ich schon einmal direkt drin, doch in den letzten Jahren war ich immer einer der ersten Nachrücker. Diesmal will ich mich am 7. Januar 2017 in Finnland direkt qualifizieren und von Beginn an dabei sein. Dazu muss ich unter die ersten sechs kommen.

Wie hat sich dein Lehrling Tobias Busch angestellt?

Ich habe bisher vielleicht fünf Leute das erste Mal auf einem Eisspeedway-Motorrad fahren sehen, aber er war der Beste. Man sah schon, als er das erste Mal rausgefahren ist, dass er es kann. Er braucht natürlich seine Zeit. Andere können auch mit einem Motorrad umgehen, aber bei ihm hat es gleich professionell ausgesehen – super.

Wie ist die Stimmung im Team und die Zusammenarbeit mit dem «Preißen»?

Die ist gut. Der Bayer und der Preiß, das passt. Wir kommen super miteinander aus. Natürlich kann ich ihm mehr beibringen als umgekehrt, aber das muss auch so sein, da bin ich schon ein Teamplayer. Außerdem bin ich der Eisspeedwayunion Berlin sehr dankbar, dass sie das alles, zum Beispiel das Trainingslager, für mich möglich macht. Das ist auch für mich eine große Chance und gute Entlastung.

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