RMT 21 Racing sagt Suzuka ab

Von Andreas Gemeinhardt
Christian Zaisers schwerer Sturz in Albacete.

Christian Zaisers schwerer Sturz in Albacete.

Der vierte Lauf zur Endurance WM in Suzuka wird an diesem Wochenende ohne dem deutschen RMT 21 Racing Team stattfinden.

Das Team RMT 21 Racing aus Limburg sagte die Teilnahme am 8 Stunden-Rennen in Suzuka ab. Am Sonntag kämpfen 60 japanische Teams gegen drei Teams aus Europa um die Punkte der ersten 15 Plätze. Als viertes europäisches Team wollte sich RMT Racing der Übermacht der Japaner stellen, zog jedoch nach einem sehr schwierigen Rennwochenende in Albacete die Notbremse und sagte das Rennen im Land der aufgehenden Sonne kurzerhand ab.

Der dritte Lauf zur Weltmeisterschaft fand unter hochsommerlichen Temperaturen im spanischen Albacete statt. Das Team RMT war mit den Fahrern Chris Zaiser, Olivier Depoorter und Matti Seidel angereist - mit klarem Ziel bei diesem 8 Stunden-Rennen wieder wichtige Punkte für die Gesamtwertung einzufahren. Auf Platz 7 liegend machte sich das Team berechtigte Hoffnungen, mit einem guten Ergebnis sich auf die Plätze der Top 5 vorzuarbeiten und somit sich eine gute Ausgangsbasis für das medienprächtige Rennen in Japan unter den Augen der heimischen Werke zu schaffen. Doch bereits nach wenigen Runden im ersten freien Training begann das ereignisreiche Wochenende. Chris Zaiser warf im ersten Freitagstraining nach nur drei Runden die Honda in den spanischen Kies. Leider brach auch er sich das Schulterblatt und beendete frühzeitig seinen Einsatz an diesem Wochenende.

Mit nur zwei Fahrern absolvierten Depoorter und Seidel die beiden freien Trainings und versuchten eine gute Fahrwerksabstimmung für das bevorstehende Zeittraining zu erarbeiten. Schnell wurde klar, dass das achtstündige Rennen bei Temperaturen von teilweise 38 Grad im Schatten sehr schwierig für das Duo zu bewältigen war und somit entschied sich das Team schnell einen weiteren Fahrer einfliegen zu lassen. Die Wahl fiel auf Diego Lozano, der bereits 2008 für das Team in Albacete an den Start ging. Erst 30 Minuten vor der letzten Möglichkeit sich zu qualifizieren, traf der Spanier an der Rennstrecke ein, legte seine Lizenz vor, zog die Kombi über und legte los. Professionell und diszipliniert belegte er trotz fehlender Vorbereitungszeit einen Top-10-Platz und verhalf dem Team zu einem 9. Platz in der Startaufstellung.

Im Rennen schien, trotz aller anfänglichen Probleme an diesem Wochenende, alles nach Plan zu laufen. Das Trio Lozano/Depoorter/Seidel spulten fehlerfrei ihre Runden ab und eine Platzierung unter den ersten 5 schien möglich zu sein. Doch nach 6 Stunden kam Depoorter nicht mehr über die Ziellinie. Die Rennleitung schickte das Pace-Car auf die Strecke um die Fahrer mit langsamer Geschwindigkeit aus dem Renntempo zu nehmen. Die Mannschaft um RMT wusste sofort, dass dies ein sehr schlechtes Zeichen bedeutete. Alle hofften, dass Depoorter nicht gestürzt ist und geborgen werden musste. Fast mit Erleichterung nahm das Team die Mitteilung auf, dass ein heftiger Motorschaden der CBR 1000 RR der Auslöser war. Depoorter kam trotz Öl auf seinem Hinterreifen nicht zu Sturz, legte jedoch eine gewaltige Ölspur auf die Strecke. Für das Team war es der erste Motorschaden seit es mit der Marke Honda an den Start geht.

Nach der Rückkehr nach Limburg gab der RMT 21-Pressesprecher den Rückzug der Nennung bekannt: «Leider blieben uns nur fünf Tage Zeit, um zwei einsatzfähige Motorräder aufzubauen. Wir waren auf vieles vorbereitet. Jedoch mit einem zerstörten Motorrad, einem geplatzten Motor und einem verletzen Fahrer zurückzukehren sicher nicht. Zudem hat die FIM allen Teams freigestellt, aus Kostengründen in dieser finanziell schwierigen Zeit in Japan zu starten. Somit haben wir also auch keine Strafen zu erwarten. Von 18 Permanentstartern haben sich 14 Teams auch entschieden nicht in Japan anzutreten. Gerne hätten wir uns wie auch in den letzten beiden Jahren dort den japanischen Werksteams gestellt. Aber nicht um jeden Preis. Dort zu starten setzt eine perfekte Vorbereitung voraus, sonst ist man dort ohnehin chancenlos in die Punkteränge zu fahren. Wir werden uns lieber auf das darauf folgende Rennen in Magny Cours sorgfältig vorbereiten.»

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