Manuel Lettenbichler gewinnt die Red Bull Romaniacs

Von Carsten Steffen
Enduro
Sieger Manuel Lettenbichler

Sieger Manuel Lettenbichler

Zehn Jahre, nachdem sein Vater Andreas Lettenbichler die härteste Enduro-Rallye der Welt gewann, triumphierte der erst 21-jährige KTM-Pilot Manuel Lettenbichler bei den Red Bull Romaniacs 2019.

Nach 571 km an vier Offroad-Tagen und einer Gesamtfahrzeit von 20 Stunden, 39 Minuten und 20 Sekunden sicherte sich Manuel Lettenbichler aus Deutschland seinen ersten Sieg bei einem internationalen Premium-Hard-Enduro-Rennen.

Aufgrund der extremen Wetterbedingungen wussten die Organisatoren, dass es ein herausfordernder Tag werden würde. Der Offroad-Start wurde von Lettenbichler um 7 Uhr eröffnet und es regnete in Strömen. Die Fahrer mussten den ganzen Tag über gut 10.000 Meter klettern und eine Strecke von 124 km im Umfeld von Sibiu bewältigen.

Fast den ganzen Tag über war es ein sehr enger Kampf zwischen Alfredo Gomez und Lettenbichler, die im Gesamtverlauf mehrmals zwischen der ersten und zweiten Position wechselten. Graham Jarvis holte zwar im ersten Teil des Rennens auf, stürzte jedoch nach dem Service Point und verlor seine GPS-Geräte. Daher musste er sich für den Rest des Rennens auf andere Fahrer verlassen, was es ihm unmöglich machte, Lettenbichler und Gomez angreifen zu können.

Auf den letzten Kilometern war es so eng, dass der berüchtigte Anstieg in Gusterita den Unterschied hätte machen können, wenn Lettenbichler einen groben Fehler begangen hätte, da er zu diesem Zeitpunkt im Gesamtverlauf des Rennens nur etwa 40 Sekunden vor Gomez lag. Aber der junge Mann aus Bayern, der mit 16 Jahren der jüngste Finisher des Erzbergrodeos war, gab sich keine Blöße. Er bewältigte alle schwierigen Anstiege ohne fatale Fehler. 2 Minuten und 42 Sekunden trennten Lettenbichler am Ende von Gomez und 12 Minuten und 21 Sekunden von Jarvis, der die Romaniacs zuvor sechsmal gewonnen hatte.

Lettenbichler ist mit 21 Jahren, drei Monaten und vier Tagen nicht nur der jüngste Gewinner der Romaniacs: Es ist auch sein erster Sieg in der World Enduro Super Series (WESS), der für ihn in der Gesamtwertung der WESS nun den ersten Platz vor Jarvis und Gomez bedeutet.

Manuel Lettenbichler: «Ich bin überglücklich, ich kann es noch nicht wirklich glauben. Es bedeutet alles für mich, die Red Bull Romaniacs zu gewinnen. Dieses Rennen ist etwas Besonderes und es fühlt sich unfassbar gut an. Der Event ist so lang und so hart und alles kann passieren. Es waren unglaubliche fünf Tage, auch mit den Wetterbedingungen in den letzten Tagen. Einige der ohnehin schwierigen Anstiege sind nahezu unfahrbar geworden. Es ist zehn Jahre her, dass mein Vater die Romaniacs gewonnen hat und es ist großartig, dass ich an seine Leistung anknüpfen kann. Jetzt ist das eine Familienangelegenheit.»

Alfredo Gomez: «Klar, es ist ein bisschen enttäuschend, nur auf dem zweiten Platz zu stehen. Aber es war ein großartiges Rennen und nach diesen langen Tagen freue ich mich, es aufs Podium geschafft zu haben. Ich verspreche, dass ich nächstes Jahr noch stärker zurückkomme.»

Graham Jarvis: «Der Samstag war aufgrund des starken Regens der schwerste Tag von allen – es war auf den Anstiegen ziemlich rutschig und wir mussten viel schieben. Bis zum Service Point lief es ganz gut bei mir, aber dann bin ich gestürzt und habe mein GPS verloren – es war eine Katastrophe. Ich bin froh, dass ich das Ziel erreicht habe. Es war ein sehr enger Kampf zwischen Alfredo und Manuel bis zum Ende, beide sind sehr gut gefahren.»

Endstand Red Bull Romaniacs 2019:

1. Manuel Lettenbichler (D), KTM, 20:39,51 Stunden
2. Alfredo Gomez (E), Husqvarna, +2,24 min
3. Graham Jarvis (GB), Husqvarna, +12,21
4. Taddy Blazusiak (PL), KTM, +45,45

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