Logische Zusammensetzung

Von Guido Quirmbach
FIA WEC
Der «Neue» und der Routinier: Loïc Duval und Dindo Capello (Spa 2011)

Der «Neue» und der Routinier: Loïc Duval und Dindo Capello (Spa 2011)

Bis auf Loïc Duval war der LMP-Fahrerkader von Audi im Vorfeld klar. Die Zusammensetzung der beiden R18 ultra überrascht, ist aber logisch.

Durch den naturgemäss ziemlich technischen Schwerpunkt der Präsentation des Audi R18 e-tron quattro ging die Neuverpflichtung von Loïc Duval beinahe unter. Zugegebenermassen war es eine Überraschung, dass Duval für die Ingolstädter antritt. Zwar war er der meist genannte Name in der Gerüchteküche, doch wurde der Franzose, der in der diesjährigen Le-Mans-Woche seinen 30. Geburtstag feiert, erst vor zwei Wochen als Lexus-Werkfahrer für die japanische Super-GT vorgestellt. Paradoxerweise als Teamkollege von Kazuki Nakajima, Werksfahrer im Toyota-LMP. In Japan versucht übrigens Toyota, den Kalender der Super-GT, der drei Überschneidungen mit der WM hat, noch zu verändern.

Loïc Duvals stärkster Auftritt bislang war in Le Mans 2010. Im Qualifying fuhr er auf dem Oreca-Peugeot zwei Sektoren-Bestzeiten zu einem Zeitpunkt, als die Werkswagen schon das Zeittraining beendet hatten. Dann kam Peugeot-Sportchef Olivier Quesnel kurz zum Oreca-Kommandostand, und Duval fuhr die Runde nicht zu Ende. Was offiziell natürlich ein Zufall war. Im Rennen fuhr er dafür Rundenrekord, bevor auch sein Diesel in die ewigen Jagdgründe verrauchte. Duval teilt sich in Sebring, Spa und Le Mans das Cockpit des R18 ultra mit Romain Dumas und Timo Bernhard.

Die weiteren erst gestern verkündeten Piloten waren für SPEEDWEEK-Leser keine Überraschung. Den vierten Audi, ebenfalls einen R18 ultra, fahren in Le Mans Marco Bonanomi, Oliver Jarvis und Mike Rockenfeller. Bonanomi, schon im letzten Jahr Test- und Ersatzfahrer im R18 und Ex-DTM-Pilot Jarvis erhalten darüber hinaus zusätzliche Fahrpraxis in Spa, wo Rockenfeller am Lausitzring in der DTM unterwegs ist. Auch beim Testtag müssen der Italiener und der Engländer ohne den in der Schweiz lebenden Neuwieder auskommen, denn an dem Tag fährt «Rocky» am Red Bull Ring. Wobei eine Luftbrücke nicht unmöglich wäre, denn sowohl in Zeltweg als auch Le Mans sind in unmittelbarer Nähe der Rennstrecke Flugplätze.

Eine Teilnahme von Rockenfeller am Testtag ist allerdings kein Muss, für die beiden Kollegen vom Reglement her auch nicht, sie können aber jeden Kilometer auf dem 13,6 km langen Kurs an der Sarthe gebrauchen.

Generell ist die Zusammensetzung der beiden Audi R18 ultra scheinbar so gewählt, dass alle Piloten vor Le Mans gemeinsam möglichst viel Fahrpraxis haben. Dumas/Bernhard/Duval fahren zwei Rennen + Testtag zur Vorbereitung, Bonanomi und Jarvis nur ein Rennen + Testtag, dafür zu zweit, was gleichzusetzen mit mehr Fahrzeit ist.

Wie bereits im Vorfeld bekannt, steuern Marcel Fässler/Benoit Treluyer/André Lotterer sowie Allan McNish/Tom Kristensen/Dindo Capello jeweils die neuen Audi R18 E-tron quattro in Spa und Le Mans.

Auch nach Le Mans fährt Audi in der WEC zweigleisig: Je ein R18 e-tron quattro und ein R18 ultra fahren die WM zu Ende. Wer neben Allan McNish und André Lotterer die Fahrer sein werden, wird später entschieden.

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