Polesetter Lieb (Porsche): «War schon Kaffee trinken»

Von Oliver Runschke
FIA WEC

Marc Lieb hatte sein Qualifying eigentlich schon beendet, musste dann aber nochmals zurück in den Porsche 919. Das Ergebnis: Die erste Pole für den neuen LMP1-Sportwagen

Das Qualifying in der Sportwagen-WM FIA WEC ist eine Sache für sich: Zwei Fahrer starten im Qualifying, aus deren jeweils zwei schnellsten Runden wird eine Durchschnittszeit ermittelt, die über die Startaufstellung entscheidet. In Spa bekam das Qualifying extra Würze: Zum einen trocknete die Strecke während des Qualifyings ab, zum anderen erlaubte ein aufgrund der Streckenlänge um zehn Minuten verlängertes Qualifying mehr als die üblichen zwei, vielleicht drei fliegenden Runden.

Das machten sich die LMP1-Teams zu nutze: Nachdem die beiden Fahrer jeweils zwei fliegende Runden absolvierten, war auf der Uhr noch so viel Zeit übrig, das es sich lohnte die jeweils ersten Fahrer auf die mittlerweile deutlich schnellere Strecke zu schicken, um den Rundenschnitt nochmals zu reduzieren. Ein Taktikkniff, der Marc Lieb und Neel Jani sowie Romain Dumas die erste Pole mit dem neuen Porsche 919 Hybrid bescherte. Nachdem Lieb/Jani nach ihren beiden jeweils schnellsten Runden auf Rang zwei rangierten, legte Lieb nochmals nach und erkämpfte sich mit zwei schnellen Runden die Pole Position.

Von der Taktik, ihn zum Ende des Qualifyings nochmals im Auto zu setzen, war auch Lieb überrascht: «Nachdem Neel im Auto sass und seine Runden fuhr, stand ich schon hinten in der Box und habe Kaffee getrunken. Plötzlich kam die Ansage, dass ich wieder den Helm aufsetzen soll. Dann sass ich plötzlich wieder im Auto.»

Lieb startet auf Intermediates in das Quali, Jani wechselte auf Slicks und Lieb setzte dann auch in seinem zweiten Anlauf auf Slicks: «Wir dachten zu Beginn, dass die Strecke noch etwas feuchter ist und ich bin auch Intermediates raus, die haben allerdings recht schnell abgebaut. Wir konnten dann aber Neel in seinem Durchgang mit den richtigen Reifen rausschicken. Am Ende war es ein Rennen gegen die Zeit, denn ich hatte nur Zeit für zwei fliegende Runden. Als ich aus der Box gefahren bin habe ich dann schon auf meiner Out-Lap viel Gas gegeben, um sicher zustellen, dass ich noch zwei Runden fahren kann. Hier auf der Pole zu stehen ist ziemlich cool.»

«Das Qualifying war ziemlich tricky, denn ich bin mit Slicks raus und es war schon recht dunkel, daher wusste man nicht, wie nass die Strecke ist», sagte Neel Jani nach dem Qualifying. «Ich war in meiner Runde etwas vorsichtig, aber dann habe ich angegriffen. Das Team hat mich dann plötzlich an die Box, obwohl ich mir sicher war, dass ich noch schneller fahren konnte. Marc dann wieder ins Auto zu setzen war eine grossartige Entscheidung, an diese Möglichkeit habe ich überhaupt nicht gedacht. Er hat es dann hinbekommen noch zwei Runden zu fahren.»

Trotz der Pole und der Bestzeit im zweiten freien Training ist Lieb aber vorsichtig, was das Rennen angeht: «Wir hatten nur eine trockene Session heute und in der konnten wir auch keinen kompletten Stint fahren, also wissen wir auch noch nicht, wie es die Reifenperformance über eine Stint aussieht. Aufgrund der wechselhaften Bedingungen wissen wir noch nicht, wo wir im Vergleich zu den Gegnern stehen.»

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