Le Mans: Nissan startet in niedrigster Hybridklasse

Von Oliver Runschke
FIA WEC
Die Hybridtechnik macht Nissan Kopfschmerzen

Die Hybridtechnik macht Nissan Kopfschmerzen

Nissan träumt von 1.600 PS, doch leider fehlen dazu noch 1.000. Der GT-R LM Nismo startet nach anhaltenden Problemen mit dem Hybridsystem offenbar nur formal in der Zwei-Megajoule-Klasse.

Nissan hat erstmals bestätigt in Le Mans mit dem GT-R LM Nismo in der Zwei-Megajoule-Hybridklasse zu starten, in der niedrigsten von vier zur Verfügung Hybridklassen. Hersteller sind vom Reglement her verpflichtet, in der LMP1-Klasse mit einem Hybridsystem zu starten. Das Hybridsystem unterstützt den 3-Liter-V6-Bi-Turbo des Nissan, der rund 600 PS leisten dürfte. Die niedrigste Hybridklasse bedeutet, dass Nissan zwar mehr Kraftstoff über eine Runde in Le Mans zur Verfügung hat, aber weniger Hybridenergie einsetzen kann. Das Reglement incentiviert den Start in möglichst hohen Hybridklassen und damit den hohen Einsatz von Hybridenergie. Auf dem Papier verspricht jede höhere Hybridklasse in Le Mans einen Rundenzeitvorteil von 0,5 Sekunden. Audi startet in der Vier-Megajoule-Klasse, Toyota in der Sechs-Megajoule-Klasse und Porsche in der höchsten Klasse, der Acht-Megajoule-Klasse.

Verschiedene Medien berichten, dass Nissan nur formal in der Zwei-MJ-Klasse startet und das Hybridsystem nicht zum Einsatz kommt, da es nicht funktionsfähig ist. Damit steht dem Nissan dann nur die Kraft aus dem Verbrennungsmotor zur Verfügung, während die Konkurrenz von Audi, Porsche und Toyota an sieben Stellen in Le Mans mit zusätzlich bis 600 PS kurzfristig zur Verfügung stehender Hybridpower aus den Ecken beschleunigt.

Nissan plante ursprünglich mit einem Acht-Megajoule-System zu starten und träumte von 1.250 PS. Doch die Japaner bekam die Hybridtechnik des zugekauften Systems nicht in den Griff. Dies sah man in den vergangenen Monaten auch äußerlich am GT-R LM Nismo. Aus den 16 Zoll grossen Felgen an der Vorderachse wurden 18 Zoll Felgen, denn ohne ein funktionierendes Hybridsystem, das die Bremsleistung unterstützt, war die kleinere Bremse in den 16 Zoll Felgen unterdimensioniert. Nissan hatte sich von den 16-Zoll-Rädern versprochen, bei den durch den Frontantrieb hoch belasteten Vorderrädern die Antriebskraft besser auf den Asphalt zu bekommen.

Nach Aussagen von Nissan-LMP1-Technikchef Ben Bowlby hat das ursprünglich vorgesehene Hybridsystem auf dem Prüfstand bereits 1.100 PS Systemleistung geliefert. Bowlby sieht in seinem Abtrieb ein Potenzial von bis zu 1.600 PS, auch wenn der Nissan davon in diesem Jahr noch um 1.000 PS entfernt ist.

Indirekt bestätigt Bowlby, dass Nissan in Le Mans ohne Hybridunterstützung des Verbrenners startet: «Wir werden in diesem Jahr viel darüber lernen das Maximum aus unserem V6-Benziner herauszuholen und werden in Le Mans 2016 mit voller Kraft zurück sein.»

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