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Kampfansage von Jorge Martin: «Im Vergleich zu 2025 deutlich verbessert»
Lange passierte außer einem weiteren kräftigen Abflug des Weltmeisters wenig. Doch im Finale ließ Marco Bezzecchi das Ducati-Lager endgültig wissen: Auch Aprilia ist bereit für den Saisonauftakt.
Wie mittlerweile obligatorisch stand den Piloten der MotoGP auch am zweiten Testtag nach der ersten Einheit am Morgen eine spezielle Session zur Verfügung, in der das Feld die Chance hat, die komplexen Startvorgänge zu perfektionieren. Danach kehrte erneut eine längere Ruhephase ein und auch um 14 Uhr Ortszeit kam der Testbetrieb zunächst nur schleppend in Gang. Am aktivsten zeigten sich noch die Top-Piloten Marco Bezzecchi (Aprilia) und Maverick Vinales (KTM).
Zunächst zeichnete sich ab, dass die Piloten neuerliche Versuche, die Rundenzeit zu verbessern, einer möglichst ausgiebigen Abstimmungsarbeit opferten. Die Zeiten gingen im Schnitt um knapp eine Sekunde im Vergleich zur morgendlichen Einheit nach oben. An der Spitze machte sich lange Aprilia-Held Marco Bezzecchi breit. Doch dessen 1:29,5 min waren gleichbedeutend mit Position 14 auf der kombinierten Zeitenliste. Hinter dem Italiener reihte sich ein interessantes Paket mit Marc Márquez, Buriram-Experte Ai Ogura sowie den Honda-Piloten Luca Marini und Johann Zarco. Pedro Acosta, der am Vormittag ebenfalls mit hohem Tempo aufhorchen hatte lassen, kreiste derweil hinter Jorge Martin und Maverick Vinales auf Rang 11.
Unabhängig von der Testmission – wieder spielen die Werke aus Italien die erste Geige in der Königsklasse, mit allen RS-GP aus Noale in den Top 10 sowie den Márquez-Brüdern, die mit Blick auf große Testbilder weiterhin die Kontrolle über das Geschehen haben.
Der Begriff Kontrolle bezieht sich im Fall von Marc Marquez dabei nicht immer auf den Fahrzustand seiner Werks-Ducati. Mit rund 90 Minuten auf der Uhr feuerte der Weltmeister sein Eisen zum dritten Mal während des Thailand-Tests neben die Strecke. Marc Márquez blieb unverletzt, doch nach dem kräftigen Einschlag des Bikes musste der Airfence ausgetauscht werden. Die Strecke blieb für eine Weile unter roter Flagge.
Erst in der letzten Viertelstunde dann ein herrlicher Showdown des Werks aus Noale. Was in Sepang scheiterte, gelang in Buriram. Mit einem fulminanten Doppelendspurt schlugen die Aprilia-Piloten zu. Marco Bezzecchi drehte mit einer 1:28,8 min als erster die schnellste Runde des Tages und holte sich im nächsten Umlauf den Streckenrekord: 1:28,668 min. Ai Ogura landete bei 1:28,765 min und schubste damit Marc Marquez, der nach seinem Crash bereits Feierabend gemacht hatte, auf Platz 3.
Aussagekraft hatte die Leistung der KTM-Piloten Pedro Acosta und Maverick Viñales Nach der erfolgreichen Hatz von Acosta am Vormittag, die mit einer 1:29,1 min und Platz 5 geendet hatte, stand in den letzten Stunden wieder das Thema «Rennabstimmung» an. Die beiden Spanier fuhren 20 und 27 Runden und fuhren bis auf 0,011 sec gleich schnell. Schneller war im Finale des FP4 noch. Der Südafrikaner verbesserte sich auf eine 1:29,3 min.
Eine minimale Steigerung erfuhren am Nachmittag die Yamaha-Piloten. Mit Blick auf die Abstimmung auf eine längere Distanz rückten Quartararo, Miller und Rins einige Positionen. Doch auch isoliert für die letzte Session betrachtet verlor Fabio Quartararo als 9. weiter über eine Sekunde auf die Bestzeit. Größerer Frust dürfte sich bei Rookie Razgatlioglu breitmachen. Auch die letzte der vier Einheiten in Buiram beendet der König der Superbikes auf dem Platz der Stammpiloten. Zu keinem Zeitpunkt des Tests betrug der Rückstand des Türken auf die Bestzeit weniger als zwei Sekunden.
Über eine Sekunde schneller als der Pramac-MotoGP-Lehrling – Honda-Novize Moreira. Der Brasilianer, der die Piste bereits kennt, verlor als 19. 1,2 sec auf Marco Bezzecchi.
Sowohl mit Blick auf eine schnelle Runde als auch über längere Distanzen haben sich die Ergebnisse des Sepang-Tests auch in Thailand verfestigt. Ducati bleibt knapp an der Spitze der Kategorie und hat mit den Márquez-Brüdern und Pecco Bagnaia nun gleich nahezu gleichschnelle Athleten – dazu dient Routinier Franco Morbidelli als GP25-Schutzschild.
Klar ist aber auch: Aprilia hat alle Aufgaben erledigt und hält ebenfalls mit allen vier Piloten engen Kontakt. Dahinter ein Paket aus Honda- und KTM-Vertretern. Für Spannung ist vor dem Auftakt in jedem Fall gesorgt, denn von der schieren Dominanz eines Piloten kann noch keine Rede sein.
Pos.
Fahrer
Hersteller
Zeiten
1.
Marco Bezzecchi (I)
Aprilia
1:28,668 min
2.
Ai Ogura (J)
Aprilia
+0,097 sec
3.
Marc Marquez (E)
Ducati
0,168
4.
Francesco Bagnaia (I)
Ducati
0,215
5.
Alex Marquez (E)
Ducati
0,293
6.
Pedro Acosta (E)
KTM
0,353
7.
Franco Morbidelli (I)
Ducati
0,403
8.
Jorge Martin (E)
Aprilia
0,499
9.
Fabio Di Giannantonio (I)
Ducati
0,505
10.
Joan Mir (E)
Honda
0,628
11.
Raul Fernandez (E)
Aprilia
0,634
12.
Brad Binder (ZA)
KTM
0,724
13.
Luca Marini (I)
Honda
0,783
14.
Johann Zarco (F)
Honda
0,799
15.
Maverick Vinales (E)
KTM
0,872
16.
Jack Miller (AUS)
Yamaha
1,004
17.
Fabio Quartararo (F)
Yamaha
1,033
18.
Enea Bastianini (I)
KTM
1,060
19.
Diogo Moreira (BR)
Honda
1,252
20.
Alex Rins (E)
Yamaha
1,434
21.
Toprak Razgatlioglu (TR)
Yamaha
2,104
22.
Michele Pirro (I)
Ducati
3,109
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