Supersport-WM: FIM stuft Ducati neu ein

Ex-Le-Mans-Sieger Alexander Wurz beendet Karriere

Von Oliver Müller
Alexander Wurz (2.v.re.) bei seinem ersten Le-Mans-Sieg 1996 zusammen mit Manuel Reuter (M.) und Davy Jones (li.) Ganz rechts: Teamchef Reinhold Joest

Alexander Wurz (2.v.re.) bei seinem ersten Le-Mans-Sieg 1996 zusammen mit Manuel Reuter (M.) und Davy Jones (li.) Ganz rechts: Teamchef Reinhold Joest

Er ist einer der Sympathieträger im Fahrerlager der Sportwagen-WM (FIA WEC). Doch mit den 6 Stunden von Bahrain endet nächste Woche die Zeit von Alexander Wurz als professioneller Rennfahrer.

Ein ganz Grosser des Motorsport sagt Adieu: Alexander Wurz zieht einen Schlussstrich unter seine erfolgreiche Laufbahn im Rennwagen-Cockpit. «Es ist Zeit, den Helm an den Nagel zu hängen», erklärte der zweimalige Le- Mans-Sieger und aktuelle Toyota-LMP1-Pilot.

Wurz kann auf eine aussergewöhnliche Karriere zurückblicken: Nach dem üblichen Start im Formelsport gewann der Österreicher bereits im Jahre 1996 (als damals 22-jähriger Youngster) im offenen TWR-Porsche die 24 Stunden von Le Mans. Im gleichen Jahr fuhr er für Opel in der DTM-Nachfolgeserie ITC (International Touring Car Championship) einen der brachialen Calibra. 1997 trat er an der Seite von 'Mister DTM' Bernd Schneider im Mercedes CLK-GTR in der FIA GT-Meisterschaft an. Und schon im selben Jahr hatte er seinen ersten Auftritt in der Formel 1 bei Benetton. Der Königsklasse blieb der Österreicher viele Jahre treu, eher er 2008 wieder zurück zu den Prototypen wechselte. Als Peugeot-Werksfahrer bestritt Alexander Wurz an der Seite von Pedro Lamy und Stéphane Sarrazin die 24 Stunden von Le Mans und als Vorbereitung das Rennen im belgischen Spa-Francorchamps. Noch Jahre später schwärmte er vom damaligen Fahrzeug, dem Peugeot 908 HDi FAP, der aufgrund seines drehmomentstarken Dieselmotors zu beeindrucken wusste.

Bis zum Ende der Saison 2011 blieb Wurz Werksfahrer bei den Franzosen. Höhepunkt der Zeit war der Triumph bei den 24 Stunden von Le Mans im Jahr 2009 zusammen mit Marc Gené und David Brabham, seinem Zweiten nach 1996. Aber auch bei den grossen Sportwagen-Klassikern auf der anderen Seite des Atlantiks war Alex Wurz im Peugeot erfolgreich. So gewann er 2010 die 12 Stunden von Sebring und 2011 das Petit Le Mans.

Zur Saison 2012 wechselte er zu Prototypen-Rückkehrer Toyota. Wurz war der erste Fahrer, den die Japaner damals nach der offiziellen Bekanntgabe des Einstiegs in die Sportwagen-WM unter Vertrag nahmen. Wurz: «Nichts überbietet meine Le-Mans-Podien. Aber es war auch etwas Besonderes die 12 Stunden von Sebring, das Petit Le Mans oder den ersten WEC-Sieg mit Toyota zu erringen.» Diesen sicherte er sich gleich in der ersten Saison zusammen mit Nicolas Lapierre in Sau Paulo. Zwei weitere Laufsiege in der Debütsaison sollten folgen.

In seinen vier FIA-WEC-Saisons bei Toyota spielte Wurz eine entscheidende Rolle in der technischen Entwicklungsarbeit der beiden LMP1-Fahrzeuge der Japaner (TS030 Hybrid und TS040 Hybrid).
Tief sitzt jedoch die Enttäuschung beim Blick auf Le Mans 2014. Toyota reiste als grosser Favorit zum Rennen, doch beide Fahrzeuge fielen vorzeitig aus. «Ich habe die meisten 24-Stunden-Rennen von Le Mans angeführt, an denen ich teilgenommen habe. Aber unsere 15-stündige Führung im letztjährigen Rennen, die in einem Ausfall endete, war die Härteste. Ich hatte so viele Anstrengungen in die Vorbereitung auf 2014 gesteckt. Aber nach dem Ausfall war es nicht einfach, weiter zu machen. In früheren Jahren hätte mich so eine Niederlage nur stärker gemacht, aber nicht dieses Mal. Das war der Moment, an dem ich wusste, dass meine Zeit an der Spitze zu einem natürlichen Ende kommen würde», beschreibt Wurz offen und ehrlich seine Gefühlslage nach dem verlorenen Sieg.

Die Saison 2015 fuhr er bei Toyota zusammen mit Stéphane Sarrazin und Mike Conway. Die drei hatten im Vergleich zum Schwesterfahrzeug von Anthony Davidson, Sébastien Buemi und Kazuki Nakajima vom reinen Speed her aber meist das Nachsehen. So werden die kommenden 6 Stunden von Bahrain (21. November) das letzte grosse Autorennen von Alexander Wurz sein.

Wer den Österreicher kennenlernen durfte, lernte ihn als immer offenen und sympathischen Menschen kennen, der auch gerne einmal einen flotten Spruch auf den Lippen hatte. Im Fahrerlager der Sportwagen-WM (FIA WEC) wird Alexander Wurz im nächsten Jahr fehlen. Deswegen: Danke für die tolle Zeit und alles Gute für die Zukunft.

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